Jesse Jackson
US-Bürgerrechtsikone mit 84 Jahren verstorben

Im Rollstuhl, aber bis zuletzt aktiv: US-Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson beim Parteitag der Demokratischen Partei im August
Im Rollstuhl, aber bis zuletzt aktiv: US-Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson beim Parteitag der Demokratischen Partei im August 2024.
© Tom Williams/CQ Roll Call/ddp/Sipa USA
Er marschierte Seite an Seite mit Martin Luther King: Jetzt ist US-Bürgerrechtler Jesse Jackson mit 84 Jahren verstorben.

Der langjährige US-Bürgerrechtler, Baptistenpastor und zweifache Präsidentschaftskandidat Rev. Jesse Jackson (1941-2026) ist am Dienstag im Alter von 84 Jahren verstorben. Jackson galt als eine der prägendsten Figuren der US-amerikanischen Politik und als enger Weggefährte von Martin Luther King Jr. (1929-1968).

In einer emotionalen Erklärung bestätigte die Familie Jackson den Tod des Geistlichen: "Unser Vater war eine dienende Führungspersönlichkeit - nicht nur für unsere Familie, sondern für die Unterdrückten, die Stimmlosen und die Übersehenen auf der ganzen Welt." Er sei friedlich im Kreise seiner Lieben verstorben.

Obwohl eine offizielle Todesursache zunächst nicht genannt wurde, war bekannt, dass Jackson seit über einem Jahrzehnt an Progressiver Supranukleärer Blicklähmung (PSP) litt - einer seltenen neurologischen Erkrankung, die das Gehen und Schlucken erschwert. Bereits 2017 hatte er zudem seine Parkinson-Diagnose öffentlich gemacht. Trotz dieser gesundheitlichen Rückschläge blieb er bis zuletzt eine moralische Instanz in den USA.

Aktiv in der Bürgerrechtsära und zwei Präsidentschaftskandidaturen

Geboren in Greenville, South Carolina, stieg Jackson während der Bürgerrechtsära der 1960er-Jahre auf. Er marschierte Seite an Seite mit Martin Luther King Jr., unter anderem beim historischen Marsch von Selma nach Montgomery im Jahr 1965. Nach Kings Ermordung 1968 - Jackson war zum Zeitpunkt des Attentats im selben Motel in Memphis anwesend - setzte er dessen Arbeit fort.

1984 und 1988 trat Jackson für die Nominierung der Demokraten als Präsidentschaftskandidat an. Zwar schaffte er es nie über die Vorwahlen hinaus, bewies aber, dass ein Schwarzer Kandidat eine breite, multiethnische Koalition - die von ihm so getaufte "Rainbow Coalition" - mobilisieren konnte.

Neben seinem innenpolitischen Engagement erlangte Jackson Anerkennung als inoffizieller Diplomat. Er handelte die Freilassung zahlreicher Gefangener aus, darunter 1984 die eines US-Navy-Piloten in Syrien und mindestens 16 US-Amerikanern in Kuba sowie 1999 dreier US-Soldaten in Jugoslawien. Für diese Verdienste verlieh im Bill Clinton im Jahr 2000 die Presidential Medal of Freedom, die höchste Auszeichnung der USA.

Auch in der jüngeren Vergangenheit blieb Jackson politisch aktiv: Er kritisierte die Präsidentschaft von Donald Trump scharf und unterstützte 2020 Bernie Sanders, der Jackson als jemanden bezeichnete, der "seit 50 Jahren sein Leben für die Gerechtigkeit aufs Spiel setzt".

Jesse Jackson hinterlässt seine Ehefrau Jacqueline, mit der er seit 1962 verheiratet war, sowie fünf Kinder. Mehrer öffentliche Gedenkfeiern sollen zeitnah in Chicago stattfinden.

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