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Dolly Buster: Sündhaft erfolgreich

Angeblich kennen sie 98 Prozent aller Deutschen. Die wenigsten würden zugeben, woher. Dabei verdient Dolly Buster ihr Geld jetzt anständig. Wandlungen einer Porno-Queen.

Womöglich glauben viele Männer, Dino Baumberger sei zu beneiden, aber eigentlich ist er es nicht. Erst musste der arme Kerl seiner Frau jahrelang beim Sex mit anderen Männern zusehen und den ganzen Spaß auch noch bezahlen. Nun wird er an ihrer Seite oft für ihren Vater gehalten, bestenfalls für den Manager, und in der knappen gemeinsamen Freizeit - doch selbst darüber will sich der Ehemann von Dolly Buster "nicht wirklich beklagen" - kann er auch nur wenig mit ihr anfangen.

Sie fliegt nicht mehr mit ihm, seit der Hobbypilot beinahe eine Bruchlandung hingelegt hat. In seinem Ferrari kriegt sie Kopfschmerzen. Und wenn er doch mal mit ihr unterwegs ist, steht er im Grunde meist in einer Ecke und wartet auf sie.

Entweder zieht sie sich gerade um

oder die Lippen nach, gibt Interviews oder Autogramme. Irgendein Kamerateam ist immer dabei. Ohne geht sie gar nicht aus dem Haus. Und weil es in der Stretch-Limo vom Berliner Hotel zur Verleihung der "Venus" mit Kameramann, Fotografen und Ton-Assi zu eng wird, fährt ihr Mann eben mit dem Taxi hinterher. Dino Baumberger, 59, ist ein gutmütiger, halbrunder Mann, der immer Goldrandbrillen trägt und 200-Euro-Scheine bündelweise in der Tasche. "Die ist eben ein Profi", sagt er. "Die" klingt bei ihm voller Respekt. Und wenn sie sich mal unbeobachtet fühlen, sieht es so aus, als seien beide sehr glücklich miteinander.

Dollys Job hat ihm früher nichts ausgemacht, weil er als Pornoproduzent "natürlich" weiß, wie "cool" das beim Dreh zugeht, "dass nur die Stellung zählt, die Zeit und das richtige Licht". Und es macht ihm auch heute nichts aus, wenn seine Frau behauptet, sie habe 1997 nicht etwa seinetwegen aufgehört, selbst zu drehen, sondern "weil es einfach genug war". Dass der Rummel erst danach richtig anfing, konnten beide nicht ahnen.

Wo Dolly Buster heute auftaucht, stürzen sich zuerst Kinder auf sie, wollen Autogramme und wissen gar nicht, warum. Niemand sagt ihnen die ganze Wahrheit. Das ist auch gar nicht so einfach, denn "Ex-Pornodarstellerin" wäre nur noch die halbe. Dolly Buster ist "Medienfrau, Ikone, Diva, Star, Moderatorin - suchen Sie sich etwas aus", sagt sie selbst.

Angeblich können 98 Prozent der Deutschen mit dem Namen Dolly Buster etwas anfangen. Es geben aber nicht viele zu, sie gut zu finden - diesen Ballonbusen, diese Stimme, dieses Puppengesicht! Frauen schon gar nicht. Trotzdem schauen alle hin, gruseln sich, amüsieren oder wundern sich, dass kaum eine Woche vergeht, in der die gebürtige Tschechin nicht irgendwo im Fernsehen auftritt. Dort possiert sie in etwa der gleichen Liga wie ehemalige Freundinnen von Dieter Bohlen, aber Dolly hat sich ihre Schlagzeilen wenigstens selbst und hart erarbeitet, mit dem gleichen Handwerkszeug zwar - aber irgendwie ehrlicher.

Ihr Mann scheut eher das Kameralicht, aber die "Venus"-Gala ist auch für ihn Pflicht. Wie jedes Jahr hat seine Firma "Dinos Blue Movie" einen eigenen Stand auf der "größten Erotikmesse Europas". Wie jedes Jahr ist seine Dolly für mindestens einen Preis nominiert. Die "Venus" gilt in der Branche als "Porno-Oscar", und die Eheleute Baumberger sammeln die goldenen Statuen wie andere Leute Bonuspunkte an der Tankstelle.

Für den Weg über den roten Teppich lässt sich seine Frau trotzdem lieber von Olivia Jones begleiten. Die Drag Queen hat sich als Dolly verkleidet und erregt mit ihren zwei Metern Körpergröße und den riesigen Umschnallbrüsten beinahe mehr Aufsehen als das Original.

Das Original? So was macht Dolly Spaß. Im Grunde ist sie selbst auch nur ein Abziehbild ihrer selbst, eine Comicfigur, ein Kunstprodukt aus Make-up und Wasserstoff, und genau das ist der Unterschied zu anderen Blitzlicht-Existenzen: Sie weiß es. Sie singt, schreibt Bücher und schauspielert, aber sie behauptet nie, Sängerin, Schriftstellerin oder Schauspielerin zu sein. "Das darf man nicht verwechseln", sagt sie, "sonst funktioniert es nicht."

Die 34-Jährige ist immer Darstellerin geblieben. Und wie früher als Wichsvorlage für die Kabinen macht sie auch heute nichts anderes als das, was man von ihr erwartet - und immer so öffentlich wie möglich. Sie bleibt vor jedem Mikrofon stehen, das sich ihr entgegenreckt, sitzt sofort gerade, wenn eine Kamera surrt, und lächelt wild in jede Richtung, sobald es irgendwo blitzt. Wenn es sein muss, gibt sie drei Interviews gleichzeitig. Und weil ihr trotzdem nicht nur Dünnes über die dicken Lippen kommt, loben Journalisten ihre Schlagfertigkeit und Intelligenz, was beleidigend ist, denn warum sollte sie dumm sein. Aber egal, das nimmt sie hin, so wie sie jede Anzüglichkeit wegsteckt, ohne die kein Bericht über sie auskommt: Sie ist das Einstecken eben gewohnt... hahaha.

Ihre "Best-ofs"

kann man immer noch in jedem gut sortierten Sexshop kaufen. Meist gibt es auch noch eine Dolly "mit drei Löchern", ab 180 Euro sogar aus "besonders hochwertigem Latex, mit Echthaar-Perücke und super-realistischem Gleitgefühl, inkl. Luftpumpe". Sie ist eine Barbiepuppe für Erwachsene. Etwa 30 Dolly-Buster-Shops zahlen Franchise-Gebühren nur für ihren Namen, die genaue Zahl weiß sie auf Anhieb selbst nicht. Zum Aktionspreis von 66 Euro kommt Dolly-Barbie laut Werbung im Internetversand auch "mit gefühlsechter Vagina zu Dir, always horny non stop".

Die lebendige Dolly sagt schon mal das Wetter bei Radio Hamburg an. Und für die FDP hat sie Wahlkampf gemacht, aber ärgert sich heute darüber, "weil das Honorar viel zu niedrig war". Für Autogrammstunden in Autohäusern nimmt sie 5000 Euro, für eine "ordentliche Aufwandsentschädigung" schmückt sie jeden Empfang - und verschwindet noch lieber nach einer Stunde wieder, weil dann auch die Fotografen Feierabend machen. Smalltalk ödet sie an, und weil sie sowieso nur auf dem Rücken schläft, versteht sie "diese komischen Fragen" auch nicht: "Warum soll ich nicht auf dem Bauch liegen können, schließlich ist bei mir nichts aus Holz!?"

Auf der "Venus"-Gala kann sie sich nicht so schnell verkrümeln, dabei gibt es wahrscheinlich kaum eine langweiligere Veranstaltung. Alle kennen sich, alle beneiden sich, und wie auf einem Kindergeburtstag bekommt bei 60 Preisen am Ende auch fast jeder einen ab. Ohne Dolly und Olivia Jones wäre die Veranstaltung völlig frei von Glamour und wahrscheinlich auch nur halb so viel Presse da. Allein dafür hassen sie alle Kollegen und lieben sie doch, denn sie ist die Einzige, die schadlos zwischen beiden Welten hin- und her- springt, anders als beispielsweise Sybille Rauch oder Gina Wild, die sich entweder als Opfer völlig von ihrer Vergangenheit distanzieren oder davon nicht lassen können. "Beides ein Fehler", findet Dolly.

"Mister 35 Zentimeter" und eine Videoserie namens "Pimmel Bingo" werden ausgezeichnet; Dolly soll nun den Spezialpreis für die "beste Erotik-Innovation" bekommen. Die Innovation besteht darin, dass man mit einem Handy auf Dollys Homepage surfen und Bilder herunterladen kann. Dolly klappt ihr Handy auf und schaut in die Augen ihrer Hunde. Dino, der Hunde nicht liebt, hätte ihr lieber "einen Zehnkaräter geschenkt oder bei Chanel den Laden leer gekauft. Aber Weihnachten stand immer nur ein Hund auf dem Wunschzettel."

Inzwischen sabbern ihm drei Boxer die hellen Ledermöbel seiner Villa voll. Eine Hundesitterin betreut Dollys Lieblinge und kocht ihnen täglich ein Kilo Fleisch. Dolly und Dino lassen sich von den Hunden dafür mit Papa und Mama anreden - Dollys Standardantwort auf die Standardfrage nach eigenen Kindern.

Das Haus ist ein Museum der 80er Jahre. Geraffte Stores, beigefarbene Wände, weißes Leder, viel Gold, Kunstpalmen, Pool. "Dinos Geschmack", sagt Dolly über die Miami-Vice-Ästhetik. Sie würde lieber alles asiatischer machen. Aber was soll's? Dolly Buster zählt neben Karel Gott und Václav Havel zu den 100 berühmtesten Tschechen der Welt, wie das Fernsehen ihrer alten Heimat herausfand. Wesel hingegen macht sich nicht viel aus ihr. Die kleine Stadt am Niederrhein ist gerade mal stolz darauf, dass Konrad Duden in der Nähe geboren wurde. Dolly landete hier, weil Dino in Wesel einen Sexshop hatte, bevor er anfing, Pornos zu produzieren. Der Österreicher und die Tschechin verstanden sich sofort, als sie sich 1990 kennen lernten, vor allem, weil Dino gleich merkte, "dass die die geborene Geschäftsfrau ist".

Schon mit zehn Jahren

hatte Katja-Nora Bochnicková ihr Taschengeld in Prag mit dem Verkauf von russischem Wodka verdient. Für ihre kleinen Geschäfte mit Touristen lernte sie wie besessen Deutsch, und schließlich überredete sie ihre Mutter, in den Westen überzusiedeln, denn nur dort konnte sie werden, was ihr vorschwebte - "Tierärztin oder irgendwie berühmt, um so viel Kosmetik kaufen zu können, wie ich will".

Mit 18 wurde sie in einer Discothek bei Frankfurt angesprochen, ob sie Fotos machen wolle. Sie wusste sofort, welche gemeint waren. Und der Schritt zur Pornodarstellerin zwei Jahre später fiel ihr genauso leicht. "Niemand macht das nur wegen der Kohle", sagt Dino. "Wer in diesem Job erfolgreich sein will, muss 80 Prozent Spaß daran haben, sichtbaren Spaß." Mit mehr als 30 Filmen wurde Dolly das Zugpferd seiner Firma. Als der Spaß nachließ, hörte sie auf. "Genau im richtigen Moment", sagt Dino, "auf dem Höhepunkt."

Zu dieser Zeit hatte sie längst in jeder deutschen Talkshow gesessen. "Salonfähig" sei sie heute, sagt sie selbst. Ein ebenso verschämtes wie verlogenes Attribut: Denn was war sie dann vorher? Und seit wann genau ist sie das nicht mehr? Seit sie aufgehört hat, Schwänze zu lutschen, oder erst, seit sie mittags zum Fernsehen geht und abends auf den Wiener Opernball?

Dino sieht es ganz nüchtern: "Eine aktive Darstellerin hat auch heute noch im Fernsehen oder in der Werbung nichts zu melden." Dafür braucht es immer noch das "Ex" vor dem unanständigen Beruf, eine Art Läuterung, aber auch nicht zu viel, denn ein bisschen Verruchtes soll noch da sein. Auch Dolly weiß, dass sie es ohne ihre Geschichte nie in die Charts geschafft hätte. Oder gar unter ihrem bürgerlichen Namen ein Buch zu veröffentlichen - unvorstellbar. Jetzt sind es schon zwei, und ebenso amüsiert wie stolz nimmt sie zur Kenntnis, wenn ihr für die Thriller "Hard Cut" und "Tiefenschärfe" ernsthafte Kritiker Qualität und Spannung bescheinigen, natürlich nicht ohne zu bezweifeln, dass sie das auch selbst geschrieben hat.

Gerade plant sie den dritten Thriller

, auch wenn ihr Verlag lieber einen Sexratgeber hätte. Nicht um Beziehungen soll es darin gehen, sondern um das pure "Handwerkszeug im Bett". Dolly geniert sich fast ein bisschen, wenn man nachhakt. Sie spricht nicht so gern über "Analverkehr", fängt an zu nuscheln, wenn es um "Vibratorspiele" geht. Beinahe befangen und verklemmt. "Alles hat seine Zeit", sagt sie dann plötzlich und dass sie heute manches nicht mehr machen würde.

Am Ende der Pornogala bekommt sie eine "Venus" fürs Lebenswerk. Als die Ex-Kolleginnen dann anfangen, die Röcke zu raffen und sich - Beine auf dem Tisch, nix drunter - bei den Produzenten bewerben, geht Familie Baumberger lieber. In der "Paris-Bar" bestellt Dino Austern für Dolly und fragt den brüskierten Maitre, ob er auch Weißwein habe. Dann spielt er noch ein bisschen Strip-Quiz auf seinem Telefon. Die virtuelle Dolly stellt Fragen, die echte schlürft daneben ihre Muscheln leer. Bei jeder richtigen Antwort zieht sich auf Dinos Display ein Mädchen Stück für Stück aus, bei jeder falschen wieder an. Dollys Fragen sind gar nicht so einfach.

Holger Witzel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.