Johannes Pietsch (25), Künstlername JJ, hat im vergangenen Jahr den ESC gewonnen und ihn damit nach Österreich gebracht. Mit "Into the Unknown" veröffentlicht der "Wasted Love"-Interpret am 14. Mai seine erste EP. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt der Sänger, wie er mit dem Druck nach dem Musikwettbewerb umgegangen ist, wie er den ESC in seiner Heimatstadt Wien miterleben wird und was er zum deutschen Act Sarah Engels (33) sagt.
Der ESC rückt näher. Wie wird Ihre ESC-Woche aussehen, worauf freuen Sie sich am meisten?
JJ: Die Woche wird supervoll sein - und zwar mit Proben, letzten Vorbereitungen, voller Termine und voller Vorfreude - und ein bisschen Nervosität, um ehrlich zu sein. Ich freue mich so sehr, die neuen Teilnehmer kennenzulernen und bin supergespannt, wer am Ende gewinnt. Ich kann mich ja bestens in das Gefühl hineinversetzen, wie sich das anfühlt - ich werde also sowas von mitfiebern!
Was sagen Sie zu Ihrem Nachfolger Cosmó? Und wie finden Sie den deutschen Act Sarah Engels, wie schätzen Sie ihre Chancen ein?
JJ: Cosmó ist ein supersympathischer Typ, wir haben uns auch schon ein paarmal getroffen, den Song finde ich auch super, er bleibt hängen und ich finde, jeder sollte sich beeilen, den Tanzschein zu machen. Sarah Engels kenne ich natürlich noch von "DSDS", sie hat eine krasse Stimme und Range. "Fire" gefällt mir echt gut, es ist tanzbar. Ich bin vor allem gespannt, wie sie den Song von der Inszenierung her auf der Bühne präsentieren wird - ich drücke Sarah ganz fest die Daumen für 12 Points!
Welcher ESC-Act aus den anderen Ländern ist Ihr Favorit?
JJ: Finnland finde ich natürlich cool, weil ein klassisches Instrument - die Geige - in einem Popsong verpackt ist, was genau mein Ding ist. Und ich finde, Linda und Pete kommen supercool rüber, wenn sie zusammen auf der Bühne stehen, die haben eine ganz spezielle Präsenz.
Conchita Wurst hat sich aus dem ESC-Kontext zurückgezogen. Was sagen Sie zu der Entscheidung und haben Sie das selbst auch nach dem ESC in Wien geplant?
JJ: Es ist Toms persönliche Entscheidung, und die respektiere ich. Ich selber freue mich jetzt erstmal wahnsinnig, dass der ESC in meiner Heimatstadt stattfindet und werde das in vollen Zügen genießen.
Viele Künstler beschreiben die Zeit nach dem ESC-Sieg als euphorisch, aber auch überfordernd. Wie war dieses Jahr für Sie?
JJ: Bei euphorisch stimme ich zu 1.000 Prozent zu! Es war eine wahnsinnig aufregende Zeit, so viele Eindrücke, Menschen, nach dem Sieg dann so viele Länder, die ich bereisen durfte. Ich würde also eher sagen, es war und ist gerade wieder sehr intensiv, aber das ist gleichzeitig auch eine großartige, inspirierende Bereicherung für mich als Künstler.
Sie waren vor dem ESC schon musikalisch ausgebildet, aber danach kannten Sie plötzlich sehr viele Menschen. Was hat dieser Bekanntheitsschub mit Ihnen gemacht?
JJ: Für mich war das eine Motivation, neue Musik zu schreiben und herauszubringen. Mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die meine Fans sind, ist auch jeweils ein ganz besonderes Erlebnis. Soviel Zuspruch und Support ist einfach außergewöhnlich. Klar würde ich gerne mal ganz unbeobachtet einen Kaffee trinken gehen, aber wenn die Leute sich so freuen, nehme ich mir gerne die Zeit, ein Foto mit ihnen zu machen.
Wer hat Ihnen am meisten geholfen, die Erlebnisse seit Ihrem Sieg in Basel zu verarbeiten?
JJ: Ganz klar: meine Familie, die mir unglaublich viel bedeutet. Und natürlich meine Freunde, die mich den ganzen Weg begleitet haben. Auch mein Team, das zu der Zeit stets an meiner Seite war, hat mir viel Halt gegeben.
Nach "Wasted Love" musste zwangsläufig die Frage kommen: Was kommt danach? Wie sind Sie mit dieser Frage und dem Druck umgegangen und wie hat der ESC Ihre EP "Into the Unknown" beeinflusst?
JJ: Ja, der Druck kam dann schon ziemlich schnell - aber ich habe versucht, das für mich in Motivation und Energie für neue Musik umzuwandeln. In der Zeit nach dem Sieg kamen so viele Gefühle zusammen: von Euphorie bis zu dem Gefühl, sich einfach leer zu fühlen. Dann auch: zum Teil langjährige Wegbegleiter zu verlieren, gleichzeitig neue, die dazugekommen sind. Letztendlich die Erfahrung zu machen, wer deine wirklichen Freunde sind, und wer nicht - all das hat sich Stück für Stück in Songs für diese EP verwandelt. Es ist also wirklich eine Zusammenfassung dieses sicher für immer sehr speziellen Jahres in meinem Leben und hat mich als Künstler unglaublich weit vorangebracht.
Ist es Ihnen ein Anliegen, dass Sie zukünftig nicht nur als der "ESC-Sieger von 2025" wahrgenommen werden?
JJ: Ja, klar. Ich träume seit meiner Kindheit von einer großen Karriere und davon, auf großen Bühnen zu stehen. Dass ich den ESC gewonnen habe, finde ich immer noch unglaublich und denke, es wird noch eine Weile dauern, bis ich das wirklich verinnerlicht habe. Das schönste Gefühl ist, wenn ich nun Zuspruch und Begeisterung für meine neuen Songs bekomme, denn ohne die Fans geht es natürlich nicht. Im Herbst wird ein weiterer Traum von mir wahr: Ich werde in Europa auf Tour gehen und hoffentlich noch mehr Menschen mit auf diese Reise nehmen können.
Was sind Ihre weiteren Pläne?
JJ: Auf jeden Fall weiter Musik schreiben, da werde ich im Sommer dran sein. Und diese Songs dann veröffentlichen, auf Tour gehen, vielleicht ein cooles Feature mit einem anderen Artist releasen. Weitere Länder bereisen - und vielleicht auch mal ganz kurz Urlaub machen!