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Filmikone und Sexgöttin: Morgenmantel bis Telefonbuch - Ausstellung über Marylin Monroe

Im Juni 2011 wäre sie 85 geworden - Marylin Monroe. Das Ikonen-Museum in Frankfurt widmet dem Sexsymbol eine Ausstellung mit über 300 Exponaten. Neben Bildern werden auch Alltagsgegenstände und Requisiten ihrer Filmrollen gezeigt.

Sie war eine der meistfotografierten Frauen des 20. Jahrhunderts - Andy Warhol hat sie dann als Siebdruck massenhaft reproduziert. Die Schauspielerin Marilyn Monroe wurde als Sexsymbol zur Ikone für ein ganzes Zeitalter. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich ausgerechnet das Frankfurter Ikonenmuseum den Kult um "MM" vornimmt. Rund 300 Exponate sind vom 15. Dezember bis 28. Februar in einer Ausstellung zu sehen, darunter bisher nie gezeigte Objekte aus Monroes privatem Nachlass.

Unter dem Titel "MM. Die Ikone Marylin Monroe" will die Schau zeigen, dass der aus der orthodoxen Kirche stammende Begriff der Ikone in der westlichen Kultur mit "Mediengottheiten" wie Marilyn Monroe neu besetzt wurde. Einst hingen in unseren Wohnungen Heiligenbilder. Heute werden die Wände mit Warhols Siebdrucken von Filmheiligen wie "MM" geschmückt. "Sie funktionieren wie die Ikonen für den Gläubigen", glaubt Kuratorin Snejanka Bauer.

Die kunsthistorische Dimension der Ikone Marilyn wird aber im Museum, das sich der religiösen Kunst verpflichtet sieht, nur ganz am Rande gestreift. Im wesentlichen handelt es sich um eine Ansammlung von MM-Denkwürdigkeiten. Allerdings mit kleinen Kostbarkeiten. Dazu gehört Monroes letztes Telefonbuch, das sie bis kurz vor ihrem Tod im August 1962 benutzte, oder ihr Terminplaner. Neben Pin-up-Fotos werden außerdem zahlreiche Kleidungsstücke und andere Accessoires gezeigt. Zu bestaunen sind ihr elfenbeinfarbener Satin-Morgenmantel, den sie beim Dreh für "Blondinen bevorzugt" trug. Die meisten Exponate sind Leihgaben des Mannheimer Privatsammlers Ted Stampfer, dem Mitkurator der Ausstellung.

Zu sehen sind auch handgefertigte Schuhe, die Salvatore Ferragamo für Marilyn gefertigt hat. Als besondere Rarität gelten die Lockenwickler, die sogar noch Haare der Monroe enthalten. "Man kann nicht näher an Marilyn herankommen", sagt Stampfer fast ehrfürchtig. Seit 1999, als der private Nachlass von "MM" zum Verkauf freigegeben wurde, hat der 39-jährige Sammler Hunderte von Objekten ersteigert. Für viel Geld - allein beim Morgenmantel und dem Telefonbuch spricht er von einer "sechsstelligen Summe".

Stampfer will die "private" Monroe als sensible intelligente Frau zeigen, die von ihrem Image in Hollywood als Sexbombe und Komödiantin wegkommen wollte, um seriösere Rollen zu spielen. Die Öffentlichkeit habe lediglich an der Oberfläche wahrgenommen, "woran sie letztlich auch gescheitert ist", glaubt Stampfer.

Ihre Rolle hat "MM", die eigentlich Norma Jeane Baker hieß, aber selbst immer aufs Neue perfekt inszeniert. Viele Fotos machen dies deutlich. Und gelegentlich lässt ein Exponat auch hinter die Maske der vergötterten Ikone blicken. Dazu gehört der beige Chiffonschal, mit dem Marilyn ihre durchs Blondieren arg beanspruchten Haare vor der Sonne schützte.

"MM", am 1. Juni 1926 in Los Angeles als ungewolltes Kind geboren, starb im August 1962 im Alter von 36 Jahren an einer Überdosis Schlaftabletten. Um ihren Tod ranken sich immer noch viele Verschwörungstheorien. Und bis heute wird sie vermarktet - ob auf Badetüchern oder anderen Gegenständen. Auch das Ikonen-Museum hat sich diesem Mechanismus nicht entzogen. Um einen potenten Sponsor aus der Getränkeindustrie zu gewinnen, wurden in den Ausstellungstitel extra die Worte "MM" aufgenommen, wie Kuratorin Bauer freimütig berichtet.