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Fürst Albert II.: Hoch lebe Albert

Die neue Zeitrechnung in Monaco hat begonnen. Fürst Albert II. tritt seine Herrschaft an und will das gebührend feiern.

Fürst Albert II. von Monaco will seine Herrschaft unter die Leitworte Energie, Bestimmtheit und Öffnung stellen. Mit dieser Ankündigung begann der 47-jährige Grimaldi-Fürst am Donnerstag die dreitägigen Feierlichkeiten seiner offiziellen Amtsübernahme. Im Thronsaal des Fürstenpalastes nahm Albert in Anwesenheit seiner Familie die Huldigung der Staatsvertreter entgegen.

Albert erinnerte gleichzeitig an die politischen Vorhaben, die er schon am 12. Juli anlässlich der mit den Monegassen in einer Art "Familienfest" gefeierten Amtsübernahme hervorhob. Er legte den Schwerpunkt auf mehr Ethik und Transparenz und auf den Wunsch, die Rolle Monacos auf der internationalen Finanzszene zu verstärken.

Feierlicher Höhepunkt steht noch bevor

An der knapp halbstündigen schlichten Zeremonie nahmen rund 100 Personen teil. Höhepunkt der Feierlichkeiten sind jedoch die Zeremonien an diesem Samstag, zu denen Vertreter des internationalen Hochadels und der Politik geladen sind. Unter den Ehrengästen befinden sich Kronprinzessin Victoria von Schweden, Kronprinz Alois von Lichtenstein, Kronprinz Haakon von Norwegen, Prinz Feisal bin Al Hussein von Jordanien, Prinz Joachim von Dänemark, Prinz Edward und die Gräfin von Wessex aus Großbritannien, Frankreichs Justizminister Pascal Clément, der Außenminister Philippe Douste-Blazy vertritt, und Olafur Ragnar Grimsson, der Präsident der Republik Island.

Die Feiern, für die sich Monaco in den rotweißen Landesfarben schmückt, beginnen um 10 Uhr mit einer Messe in der Kathedrale, in der Alberts Vater Rainier am 15. April zur letzten Ruhe gebettet wurde. Rainier III. starb 81-jährig am 6. April nach einem halben Jahrhundert Regentschaft. An der kirchlichen Feier, die von den Bürgern des Felsenstaates auf einer Großleinwand auf dem Ehrenplatz des Palastes verfolgt werden kann, nimmt die ganze Fürstenfamilie teil.

Ein Galaabend, auf dessen Programm die Rossini-Oper "Die Reise nach Reims" steht, schließt die internationale Zeremonie ab. Die Oper wurde 1825 zur Krönung des Königs von Frankreich, Karl X., komponiert.

Hintergrund - Monaco und die Grimaldis

Monaco, dessen Dynastie Grimaldi auf mehr als 700 Jahre Herrschaft zurückblickt, gilt als Jetset- und Touristen-Paradies an der südfranzösischen Küste. Die Familie, die aus Genua stammt, kam 1297 in den Besitz des "Felsens". In dem nur knapp zwei Quadratkilometer großen Fürstentum leben rund 32.000 Einwohner, wobei täglich noch einmal genau so viele Menschen aus Frankreich und Italien zur Arbeit kommen.

Fürst Rainier III., der das Land seit dem 9. Mai 1949 regierte hatte, starb am 6. April 2005 im Alter von 81 Jahren. Sein Sohn Albert II., 47, hatte bereits am 12. Juli mit den Monegassen seinen Amtsantritt als eine Art Familienfest gefeiert und holt nun die offiziellen Feierlichkeiten zum Herrschaftsantritt nach.

Interessen Frankreichs wahren

Gemeinsam mit einem 18 Mitglieder umfassenden Rat erlässt der Fürst Gesetze. Monaco ist verpflichtet, alle Interessen Frankreichs zu wahren. Dafür garantiert Paris die Souveränität und Unabhängigkeit. Bei einem Erlöschen der Dynastie Grimaldi würde Monaco an Frankreich fallen. Fürst Rainier, aus dessen Ehe mit dem 1982 bei einem Unfall getöteten einstigen Hollywood-Star Grace Kelly Fürst Albert II. und die Töchter Caroline und Stéphanie hervorgingen, war aus diesem Grund an weiteren Nachfahren interessiert.

Noch bekannter als Monaco ist Monte Carlo, wo sich rund um das luxuriöse Casino berühmte Hotels und noble Boutiquen drängen. Doch dieser Hügel ist nur einer von fünf Stadtteilen. Monaco-Ville, die "Hauptstadt", wurde unter Rainier III. vom "Operetten-Staat" zum "großen Unternehmen Monaco" ausgebaut und modernisiert. Weitere Attraktionen des Stadtstaates sind die 1879 eröffnete Oper und die Rallye Monte Carlo. 1993 wurde Monaco in die Vereinten Nationen aufgenommen.

DPA / DPA