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Gefallener Hollywoodstar: Richterin attestiert Lohan echte Fortschritte

Lindsay Lohan hat es fast geschafft. In 14 Tagen endet ihre Bewährungsstrafe. Bei einer erneuten Anhörung vor Gericht werden Hollywoods Problemstar gute Fortschritte attestiert.

Von Frank Siering, Los Angeles

Devot in einen Khaki-Trench gekleidet, das Make-up dezent aufgetragen, die Stimme leise. Lindsay Lohan hat mittlerweile gelernt, wie man sich als gefallenes Hollywood-Sternchen in einem Gerichtssaal aufzuführen hat.

Am Mittwoch war es mal wieder soweit. "Progress Report" vor Richterin Stephanie Sautner im Los Angeles Superior Court. Als eine ihrer vielen Bewährungsauflagen für ihre Verurteilung ob der Trunkenheit am Steuer und dem Diebstahl einer wertvollen Halskette war vereinbart worden, dass Lohan regelmäßig vor Gericht auftaucht, um den "Fortschritt" ihrer Bewährung zu bewerten.

Und über die Noten darf sich Hollywoods Skandalkind Nummer eins diesmal tatsächlich freuen. "Es sieht so aus, als würden Sie ihr Leben langsam wieder in den Griff bekommen", beglückwünschte Sautner einer sich schüchtern gebenden Lohan.

Vor der Mutter glänzen

Die kuschelte sich an ihre Anwältin, freute sich still und heimlich und nickte zustimmend. "Sie befinden sich auf der Zielgeraden", fuhr Richterin Sautner fast mahnend fort. Als wollte sie gleich noch hinzufügen: Vermassel es bloß nicht wieder. Aber diesen Kommentar ließ sie dann doch lieber.

Das Meeting vor der Richterin dauerte nur vier Minuten. LiLos Mutter, Dina Lohan, selbst eine illustre Skandalnudel, hatte ihre Tochter in den Saal begleitet. Sie saß in der ersten Reihe, als der Tochter das gute Zeugnis ausgestellt wurde.

Nach Monaten von Skandalen und einem klassischen Absturz aus dem oftmals vernebelten Starhimmel in Hollywood nun endlich wieder kleine Erfolgsmeldungen. Lohan wird nicht nur am 3. März die US-Kult-Show "Saturday Night Live" moderieren, auch soll sie tatsächlich eine zweite Chance auf eine Karriere vor der Kamera bekommen: Die 25-Jährige ist in Verhandlungen, die junge Liz Taylor in einer TV-Biografie zu spielen. Der Film heißt "Liz and Dick" und soll für den Sender Lifetime produziert werden.

Endlich wieder "Schauspielerin Lohan"

Auf die Rolle angesprochen sagte Lohan kürzlich, dass sie diese Aufgabe "sehr, sehr ernst" nehme und derzeit versuche, sich "mit Haut und Haaren in die Rolle der Liz Taylor hineinzuversetzen". Die Produktion für diesen Streifen soll Ende März beginnen. Dann wäre Lohan auch mit den Bewährunge-Anhörungen durch.

Doch auch die Produzenten des Streifens scheinen dem Neuanfang von Skandalnudel Lindsay noch nicht hundertprozentig Glauben schenken zu wollen. So stehe im Vorvertrag mit Lohan die Klausel, dass die Schauspielerin alle juristischen Probleme und somit auch die Anhörungen vor der Richterin - eine steht noch aus - mit Bravour meistern müsse, bevor sie die endgültige Zusage für den Job bekomme. Lohan habe den Produzenten in die Hand versprochen, dass es keine Probleme mehr mit ihr geben werde.

Und so arbeitet der ehemalige Kinderstar weiter kräftig an einem Comeback, das ihr einen neuen Ruf einbringen soll. Sie ist es leid, ständig als "Angeklagte Lindsay Lohan" durch die Medien zu wandern und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder als Schauspielerin wahrgenommen zu werden.

Frank Siering, Los Angeles