Georg Baselitz
Deutscher Künstler stirbt mit 88 Jahren

Georg Baselitz im Mai 2024.
Georg Baselitz im Mai 2024.
© imago images/SKATA/Karl Schöndorfer

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Er malte Bilder auf dem Kopf und provozierte die Kunstwelt: Georg Baselitz starb am Donnerstag mit 88 Jahren.

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz (1938-2026) ist am Donnerstag gestorben. Das berichtet unter anderem die "Welt". Sein Atelier bestätigte die Nachricht gegenüber dem "Spiegel". Baselitz wurde 88 Jahre alt. Er gehörte zu den einflussreichsten und zugleich streitbarsten Figuren der deutschen Kunstwelt.

Baselitz - bürgerlich Hans-Georg Kern - wurde 1938 in Deutschbaselitz bei Dresden geboren. Seine Kindheit fiel in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die er später selbst wiederholt als prägend für seine Generation beschrieben hat. Nach einem abgebrochenen Studium in Ost-Berlin wechselte er in den Westen und setzte seine Ausbildung in West-Berlin fort.

In den 1960er-Jahren machte Baselitz erstmals durch Arbeiten auf sich aufmerksam, die in der Öffentlichkeit kontrovers aufgenommen wurden. Besonders sein Gemälde "Die große Nacht im Eimer" führte zu Diskussionen über die Darstellung von Körperlichkeit und Obszönität in der Kunst.

Früh sorgte Baselitz für Irritationen und Skandale. Sein Gemälde "Die große Nacht im Eimer" galt als provokant und wurde wegen seiner drastischen Bildsprache zeitweise als obszön diskutiert. Doch genau diese bewusste Grenzüberschreitung wurde zu einem Markenzeichen seines künstlerischen Ansatzes.

"Kopfstehende" Bilder und internationaler Durchbruch

Bekannt wurde er international vor allem durch seine sogenannten "auf dem Kopf stehenden" Bilder. Seit Ende der 1960er-Jahre malte er Motive bewusst invertiert, beginnend mit dem Werk "Der Wald auf dem Kopf" (1969). Die Arbeiten sollten die Wahrnehmung des Motivs von der direkten gegenständlichen Lesbarkeit lösen.

Baselitz positionierte sich wiederholt kritisch gegenüber politischen und institutionellen Strukturen in der Kunstwelt. In den 1970er-Jahren zog er Werke von der Documenta in Kassel zurück, nachdem dort auch Künstler aus der DDR vertreten waren. In den 1980er-Jahren gab er seine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin auf.

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