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Gerichtsurteil: Hochzeitsfotos vor Gericht

Der Streit um die Veröffentlichung von Catherine Zeta-Jones Hochzeitsbildern zieht vor das oberste britische Gericht. Es geht dabei ums Prinzip - und um richtig viel Geld.

Heiraten ist teuer. Zumindest für Menschen, die keine Filmstars sind und ihre Hochzeit daher nicht gewinnbringend verhökern können. Catherine Zeta-Jones und Michael Douglas gehören nicht dazu, sie sind Filmstars, schöne und oscar-behängte noch dazu und deswegen dürfte es ihnen nicht schwer gefallen sein, ihre Vermählung im Jahr 2000 meistbietend zu versteigern. Für eine Million Pfund erhielt das britische Magazin "OK!" den Zuschlag für die exklusive Berichterstattung. Trotzdem erschlich sich ein zweites Magazin Bilder von der Trauung und druckte sie, was zu einem jahrelangen Prozess führte, der nun vor dem obersten Gericht Großbritanniens, dem "House of Lords", sein Ende finden wird.

Dass der schönste Tag im Leben von Zeta-Jones/Douglas von anderen Medien nicht unbeachtet blieb, verdankt das Paar einem Fotografen der Zeitschrift "Hello!". Er schlich sich auf die Hochzeitsfeier ins noble New Yorker Plaza Hotel und machte eifrig Aufnahmen. "Hello!" druckte die Bilder, was "OK!" gar nicht gefiel. Das alles geschah im Jahr 2000 und seither streiten die beiden Magazine vor britischen Gerichten um Schadensersatzansprüche, und Zeta-Jones/Douglas um die Verletzung ihrer Privatsphäre. In erster Instanz entschied der Richter für "OK!" und das Ehepaar und verdonnerte Hello-Magazin zu einem Schadensersatz von mehr als einer Million Pfund.

Die verurteilte Partei ging in die Berufung, gewann und sollte nicht nur die eine Million Pfund zurück erhalten, sondern auch die Prozesskosten, insgesamt eine Summe von 3,8 Millionen Pfund. Nun wanderte der Streit aufgrund einer erneuten Berufung vor die höchste britische Instanz, dem House of Lords. Und während dort die Frage geklärt wird, ob eine Zeitschrift eine andere an der Veröffentlichung von Bildern hindern kann, müssen kaufkräftige Magazine sich inzwischen fragen, ob es überhaupt noch lohnt, Millionenbeträge für Exklusivbilder auszugeben, die der Konkurrent dann einfach auch abdruckt.

pie