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Günther Klum über GNTM-Kandidatinnen: "Der Großteil ist in der Versenkung verschwunden"

Seine Tochter Heidi machte Günther Klum zum Weltstar, viele GNTM-Teilnehmerinnen können davon nur träumen und verließen Klums Agentur. Nun äußert sich der 68-Jährige zu der Kritik.

Larissa Marolt, Aminata Sanogo und zuletzt Luisa Hartema: Innerhalb weniger Wochen verließen gleich drei ehemalige "Germany's next Topmodel"-Kandidatinnen die Agentur "ONEeins Management". Deren Geschäftsführer Günther Klum betreut die Kandidatinnen, die seine Tochter Heidi Klum in ihrer TV-Show castet. Doch zuletzt gab es immer mehr Negativ-Schlagzeilen: Reihenweise verließen die Mädchen die Agentur, weil ihr Vertrag auslief oder sie sogar einen Anwalt einschalteten.

"Günther Klum hat mich oft zu Veranstaltungen mitgenommen, die rein gar nichts mit dem Modeln zu tun haben. Ich musste mit ihm zum Spargelschälen gehen!" beklagt sich Aminata Sanogo in der Zeitschrift "Gala". Die Viertplatzierte der neunten Staffel war nur zwei Monate bei "ONEeins Management" unter Vertrag. Auch Jana Beller, Siegerin der sechsten Staffel, kritisiert die Arbeit von Klums Agentur. "Kein Mädchen, das dort unter Vertrag ist, hat eine internationale Karriere. Nur diejenigen, die sich von der Agentur getrennt haben", sagt Beller der Zeitschrift.

Günther Klum sieht das alles selbstverständlich anders. Ebenfalls in der "Gala" nimmt er zu der jüngsten Kritik Stellung. "Was ist aus den Mädchen geworden, die unsere Agentur verlassen haben? Der Großteil ist in der Versenkung verschwunden. Einige wenige sind hier und da noch erfolgreich. Einige andere machen von sich reden, wenn sie über uns schimpfen. Doch auf den Laufstegen dieser Welt sieht man sie nicht", sagt der 68-Jährige.

"Wer viel verspricht, kann vieles nicht halten"

Dass dennoch keinem seiner Schützlinge eine internationale Karriere gelungen ist, begründet Klum damit, dass der Markt übersättigt sei. Es gebe einfach nicht ausreichend anspruchsvolle Jobs für all die jungen Mädchen, die von einer Laufbahn als Model träumen. "So wächst die Enttäuschung, wenn die Erwartungen nicht ganz dem entsprechen, was sich tatsächlich ergibt. In genau solchen Momenten kommen dann andere Agenturen, die den Mädchen das Blaue vom Himmel versprechen. Doch auch andere kochen nur mit Wasser. Wer viel verspricht, kann vieles nicht halten", sagt Heidis Vater.

Günther Klum findet es normal, dass die Mädchen, die von "ONEeins Managegement" betreut werden, auf zahlreichen nationalen Veranstaltungen auftreten müssen, statt weltweit über Laufstege zu schreiten. "Auf Veranstaltungen werden Kontakte geschlossen oder der ein oder andere Kunde wird auf ein Mädchen aufmerksam. Man darf nicht vergessen, dass wir es als unsere Aufgabe sehen, die Models zu vermarkten. Natürlich weicht die Arbeitsweise dann mal von der einer klassischen Modelagentur ab. Die Mädchen entspringen ja auch einer TV-Sendung."

Ans baldige Aufhören denkt Klum, der im kommenden Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, nicht. Er wolle weitermachen, "solange der Atem reicht". Denn immerhin ein internationales Topmodel hat seine Management-Arbeit zumindest hervorgebracht: Seine Tochter Heidi.

jum