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Harald Schmidt: Wie geht es ihm mit der Online-Abstinenz?

In seinem jüngsten Interview zeigt sich Entertainer Harald Schmidt von seiner ernsten Seite. Die Themen: Depression und Social Media.

Harald Schmidt setzt sich als Schirmherr für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ein

Harald Schmidt setzt sich als Schirmherr für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ein

Seit über 20 Jahren hat Harald Schmidt (62) den Ruf des deutschen Late-Night-Lästermauls. Dabei gibt es an dem Entertainer noch eine ganz andere, durchaus ernste Seite zu entdecken. Nämliche jene des Schirmherrn der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Seit 2008 unterstützt Schmidt die Stiftung, moderiert Patientenkongresse und setzt sich mit der Krankheit auseinander. "Witze auf Kosten Depressiver gehen nicht", meint er im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Dafür wisse der 62-Jährige mittlerweile einfach zu gut, dass "Depression nichts mit trüben Stunden des Alltags" zu tun habe, "durch die wir alle durchmüssen". Depression ist als eine eigenständige Krankheit anzusehen und damit "mehr als eine Reaktion auf schwierige Lebensumstände".

Grausamkeiten blendet er aus

Angesprochen auf die Tat im Juli am Frankfurter Hauptbahnhof, bei der ein an paranoider Schizophrenie leidender Mann einen Jungen auf die Gleise gestoßen hatte, macht der Entertainer dicht. "Ich lese gar nichts, was mit Gewalt an Kindern zu tun hat", sagt er. "Wenn Sie selbst Kinder haben, halten Sie das besser von sich fern und können nur hoffen, dass Sie von so etwas verschont bleiben."

Auch von den Sozialen Medien wendet sich der Moderator rigoros ab. "Ich bin weder bei Facebook noch bei Instagram, ich bin nirgends", erzählt Schmidt, der seine Online-Abstinenz als "wunderbar" empfindet. Ob die Sozialen Medien wohl mitverantwortlich für Depression sein können? Diese Frage könne Schmidt nur schwer beantworten. Es gebe "keine eindeutigen, belastbaren Aussagen" dazu. Eine Gegenthese behaupte zudem, "dass es eher hilfreich sein kann, wenn man sieht, dass man nicht allein mit seiner Erkrankung ist".

"Spaßgesellschaft" in Deutschland?

Obwohl die Sozialen Medien mittlerweile immer mehr Einfluss auf das Sozialleben sowie die Freizeitbeschäftigung haben, sieht Schmidt davon ab, Deutschland als eine "Spaßgesellschaft" zu bezeichnen. Er habe immer noch den Eindruck, dass der Deutsche "anstrengend" werde, sobald er sich einmal lockere. Das wäre aber auch okay, so der Entertainer weiter. Schließlich möge er "diese deutsche Griesgrämigkeit und diese latente Aggression". "Ich finde, das steht uns gut."

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