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Heroinkonsum: Wurden beim Tod von Peaches Geldof Hinweise vertuscht?

Die genauen Todesumstände von Peaches Geldof liegen noch immer im Dunkeln. Warum fand die Polizei keine Drogen, obwohl die 25-Jährige Heroin konsumierte? Nun wird der Ehemann erneut verhört.

Den Drogentod ihrer Mutter hat Peaches Geldof nie verkraftet. Sie war elf Jahre alt, als das Leben von Paula Yates jäh endete. Umso tragischer ist nun die Tatsache, dass auch Peaches' plötzlicher Tod auf den Konsum von Heroin zurückzuführen ist, wie die Polizei nach der Veröffentlichung der toxikologischen Untersuchungen bestätigte. "Heroin-Gebrauch in der jüngsten Vergangenheit und die festgestellten Gebrauchsmengen haben wahrscheinlich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt", sagte Kriminalermittler Paul Fotheringham. Ob eine Überdosis letztlich die Todesursache war, blieb unklar. Weitere Tests seien nötig. Bereits im Juli 2008 erlitt Peaches Geldof nach einer Überdosis einen Atemstillstand und musste wiederbelebt werden.

Britische Ermittler suchen nun nach dem Dealer, der die 25-Jährige vor ihrem Tod mit Drogen versorgt hat. Die Untersuchungen laufen, festgenommen habe man aber noch niemand, teilte die Polizei in der englischen Grafschaft Kent mit. Das Kuriose daran: Einen Tag nach Geldofs Tod durchsuchten die Beamten mit Spürhunden das Anwesen in Wrotham. Stundenlang durchkämmten sie das Haus und den Garten und fanden - nichts. Keine Spuren von Drogen, keinen Hinweis auf den Gebrauch von Heroin. Wie kann das sein? Inzwischen gibt es Spekulationen, dass der Tatort gereinigt wurde und somit Hinweise vertuscht worden sind, bevor die Polizei eintraf. Eine Bestätigung gibt es dafür bisher nicht.

Geldofs Ehemann, der Musiker Thomas Cohen, wird sich erneut den Fragen der Polizei stellen müssen. Bisher hatte er angegeben, zum Zeitpunkt des Todes mit dem älteren Sohn Astala unterwegs gewesen zu sein. Als er seine Frau nicht auf dem Handy erreichen konnte, habe er einen Freund gebeten, vorbeizuschauen. Dieser habe Peaches dann leblos aufgefunden. Nun kam jedoch heraus: Es war nicht ein Freund, sondern Cohen selbst, der Peaches leblos im Gästezimmer vorfand. "Sie lag auf der Bettkante, ein Bein hing herunter auf den Boden", so die Ermittler. Peaches war demnach halb vom Bett gerutscht.

Der Letzte, der Peaches lebend sah, sei Cohens Vater Keith gewesen, der seinen Enkel Phaedra nach Hause gebracht habe. Der einjährige Junge war zum Todeszeitpunkt bei seiner Mutter. Der letzte bestätigte Kontakt mit der 25-Jährigen war laut Polizeibericht ein Telefongespräch zwischen Peaches und ihrem Mann Thomas am Abend vor ihrem Tod. "Alle Freunde und Angehörigen, die in dieser Zeit Kontakt mit Peaches hatten, beschrieben, dass sie normal wirkte und Pläne für die Zukunft machte", sagte Ermittler Fotheringham.

Die britische "Sun" berichtet hingegen, dass Peaches Geldof in den Wochen vor ihrem Tod eine Entzugsklinik in Kent besucht haben soll. Dort habe sie den Ersatzstoff Methadon erhalten, um ihre Sucht in den Griff zu bekommen, schreibt das Blatt. Thomas Cohen habe von all dem nichts gewusst. Er sei strikt gegen Drogen gewesen. Doch wie kann es sein, dass Peaches ihre vermeintliche Abhängigkeit vor dem Mann verheimlichte, mit dem sie seit 2012 verheiratet war und zwei gemeinsame Kinder hatte?

Auch ihre angebliche Besessenheit vom Drogentod ihrer Mutter, wie die "Times" berichtete, und ihre intensive Beschäftigung mit dem Werk des drogensüchtigen US-Musikers Elliott Smith, der 2003 Selbstmord beging, wirft neue Fragen auf.

Am Ostermontag wurde Peaches Geldof auf dem Friedhof von Faversham beigesetzt. Ihre letzte Ruhe hat sie noch lange nicht gefunden.

jum