Hollywoods deutscher Stuntman Feuer, Fäuste und Vollgas


Für Bruce Willis ging er durchs Feuer. Mit Jennifer Garner schlug er sich. Mit Arnold Schwarzenegger stand er schon fünf Mal vor der Kamera. Der deutsche Stunt-Profi Guenter Simon mischt in Hollywood seit Jahren kräftig mit.

Seit 2001 werden die Taurus World Stunt Awards in neun Kategorien an die besten Stuntmen in Hollywood vergeben. Jetzt könnte der deutsche Stunt-Profi Guenter Simon für seinen waghalsigen Einsatz mit der begehrtesten Trophäe im Stunt-Geschäft belohnt werden. Simon ist als erster Deutscher für seine Stunts in einem Hollywoodstreifen bei der Preisverleihung nominiert. Am 25. September geht die Gala-Show mit vielen Stunt-Tricks und Spezialeffekten über die Bühne.

Nominiert für "Bester Feuerstunt"

In dem Thriller "Hostage - Entführt" doubelte Simon den Action-Star Bruce Willis und ging als FBI-Mann bei der Erstürmung eines Hauses in Flammen auf. "Im Film sind das nur ein paar Sekunden, aber als wir in dem brennenden Zimmer standen, fühlte sich das wie eine Ewigkeit an", beschreibt Simon einen seiner gefährlichsten Einsätze. Mit seinem Auftritt überzeugte der 40-Jährige die Mitglieder der Stunt Academy, die ihn zu einem der fünf Anwärter in der Kategorie "Bester Feuerstunt" wählten. Damit konkurriert er nun mit Kollegen aus den Filmen "Be Cool", "Aviator", "Punisher" und "Chucky’s Baby".

Trotz Atemmaske und Schutzanzug habe er kaum Luft bekommen. "Aber ich bin ja schon 18 Jahre dabei und habe gelernt, die Ruhe zu bewahren", erzählt der gelernte Automechaniker aus Regensburg, der 1988 nach Kalifornien umsiedelte. Mit rasanten Fahrstunts gab er in Hollywood Gas. Dem schnellen Fahren auf deutschen Autobahnen schrieb er seine ersten Erfolge zu. Mit einem Schulbus raste er 1989 in einer US-Live-Show über eine nachgebaute Berliner Mauer. Mit Verfolgungsjagden, halsbrecherischen Motorradstunts und Feuer-Szenen ging es weiter. "Ich musste aber auch lernen, mich zu prügeln und zu schießen", erzählt der Stunt-Profi.

Neuester Einsatz: "Mission Impossible 3"

Dann lernte er Arnold Schwarzenegger kennen, dem er "ewig dankbar" ist. Fünf Mal holte ihn der Action-Star vor die Kamera, darunter in "Eraser", "Collateral Damage" und "Terminator 3". In "Mr. & Mrs. Smith" griff er Angelina Jolie unter die Arme, die einige Höhen-Stunts selber ausführte. "Wir sollten sie auffangen, wenn sie zu schnell auf dem Boden landete", erzählt Simon. Letzte Woche drehte er auf dem Set von "Mission Impossible 3". "Die brauchten einen Deutschen, der auch ein paar Zeilen spricht."

"Meine Fitness ist meine Stärke", glaubt Simon, der täglich Sport treibt, Klettern geht, Motorrad fährt und sich nebenbei um seinen siebenjährigen Sohn Brendan kümmert. Der würde auch schon auf seinem Mini-Motorrad Gas geben, meint der stolze Vater. Bei seinen Stunts würde er gewöhnlich einen kühlen Kopf bewahren, versichert Simon. Auf der Bühne zu stehen und eine Trophäe in Empfang zu nehmen, findet er dagegen beängstigend. "Es ist mir lieber, wenn sie nicht meinen Namen aufrufen, dann muss ich nicht dort hoch steigen." Allein die Nominierung sei schon eine tolle Anerkennung in dem harten, gefährlichen Geschäft.

Barbara Munker/DPA DPA

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