HOME

Juan Carlos I.: Der König im Ländle

Strahlender Sonnenschein und ein Monarch im Land: Kein Wunder, dass hunderte Schaulustige Spaniens König Juan Carlos sehen wollen. Der Regent gab sich volksnah und schüttelte viele Hände - und besichtigte dann Luxuslimousinen.

Königliche Kurzvisite: Der spanische König Juan Carlos I. ist für einen Tag nach Stuttgart gekommen. Das Privatflugzeug des 68 Jahre alten Monarchen landete bei Bilderbuchwetter auf dem Stuttgarter Flughafen. In der Innenstadt wurde er vor dem Neuen Schloss von Fähnchen schwenkenden Landsleuten begeistert empfangen. Juan Carlos kam mit Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zusammen und trug sich ins Goldene Buch der Stadt Stuttgart ein. Vor dem Mittagessen im Neuen Schloss betonten beide das gute Verhältnis und die engen Kontakte zwischen ihren Ländern.

Oettinger wies daraufhin, dass die 20.000 Spanier in Baden-Württemberg ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft, die Kultur und die Gemeinschaft seien. Juan Carlos, der unter anderem wegen der verwandtschaftlichen Verbindungen zum württembergischen Herzoghaus regelmäßig zu Besuch kommt, bedankte sich mit dem deutschen Satz: "Ich bin gerne in Baden-Württemberg."

Oettinger sagte Reise nach Moskau ab

Zahlreiche Schaulustige wollten den Monarchen sehen und manche auch die Hand schütteln. Mit einer Frau ließ sich Juan Carlos sogar fotografieren. Als Gastgeschenk bekam der König von Oettinger einen Bildband über den Südwesten überreicht. Auf dem Programm der eintätigen Visite stand auch ein Besuch im Maybach-Zentrum "Center of Excellence" in Sindelfingen, wo er die dort gefertigten Luxuslimousinen in Augenschein nehmen wollte.

Nach einem Zusammentreffen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik und einem Gala-Diner der Stiftung Intercultural Dialogue ist für den späten Abend der Rückflug nach Madrid geplant. Der Stiftungsgründer Manfred Osterwald, der aus Oettingers Wahlkreis kommt, ist seit Jahren mit dem spanischen Regenten befreundet. Er hat das Treffen wenige Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg eingefädelt. Der Ministerpräsident sagte dafür sogar seine monatelang geplante Reise nach Moskau ab. Juan Carlos hatte zuletzt 1977 bei seiner Deutschland-Visite einen Abstecher nach Stuttgart gemacht.

AP / AP