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Skandal bei Justin- Bieber-"Roast": Komiker witzelt über Tod von Paul Walker

In der Comedy-Sendung "Roast" sollte eigentlich Justin Bieber auf den Grill kommen. Doch ein Komiker riss stattdessen Witze über die Todesumstände von Paul Walker. Der Sender zieht Konsequenzen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Justin Bieber stellt sich in der Sendung "Roast" seinen Kollegen, die ihn durch den Kakao ziehen – ohne Rücksicht auf Verluste undfast ohne Tabus

Justin Bieber stellt sich in der Sendung "Roast" seinen Kollegen, die ihn durch den Kakao ziehen – ohne Rücksicht auf Verluste undfast ohne Tabus

Ein "Roast" ist ein TV-Event, bei dem ein Star von anderen Kollegen rettungslos durch den Kakao gezogen wird. Meist geht es bei diesem Ereignis ans Eingemachte - und fast immer unter die Gürtellinie. Am Wochenende unterzog sich nun Justin Bieber für den Sender "Comedy Central" dieser Tortour. Ausgerechnet Justin Bieber. Genau diese Art von komödiantischer Reinwaschung hatte sich der 21-jährige Sänger von seinen Freunden zu seinem letzten Geburtstag gewünscht.

Und es dauerte nicht lange bis Roast-Master Kevin Hart sich seinen Kumpel Bieber vor die Brust nahm. Das "Bieber-Fieber sei schlimmer als Ebola", so Hart. Und allein deshalb werden er und seine Kollegen dem "Milchbubi JB eine verbale Tracht Prügel einverleiben, die er schon seit Jahren von seinen Eltern verdient hat".

Mit Engelsflügeln bestückt schwebte Bieber von der Hallendecke herunter, nur um in der allerletzten Sekunde wie Ikarus abzustürzen. "Justin ist eigentlich Kanadier, aber alle glauben, dass er Amerikaner ist, denn kein Kanadier kann ein so großes Arschloch sein wie dieser Typ", so der SNL-Darsteller Pete Davidson über Bieber.

Privilegierter Beverly-Hills-Affe im Zoo

Und das war nur der Anfang der charmanten Hasstiraden, die der blondgefärbter Bieber in einem hellblauen Anzug (mit rosa Socken) geduldig über sich ergehen ließ. Viele Selena Gomez-Witze und Anspielungen auf seine angebliche homosexuelle Orientierung ("Selena Gomez konnte heute abend nicht hier sein, weil sie einfach nicht hier sein wollte") heizten dem begeisterten Publikum im Saal ordentlich ein.

Auch Biebers Hoffnung, endlich auch eine gewisse Anerkennung der Gangster-Szene zu bekommen, wurde von den Roast-Mitgliedern kurzum in der Luft zerrissen. "Nur weil du Orlando Bloom eine runterhauen willst, macht dich nicht zum Gangster, Justin. Du gibst ein Parfüm heraus, das "Girlfriend" heißt, auch das ist nun wahrlich nicht "Gangster", so Hart weiter.

Noch einmal Kritik einstecken musste der "Biebs" auch für seinen in Deutschland beim Zoll seinen Affen abegebn musste. "Das war ein privilegierter Beverly-Hills-Affe. Und du lässt in ausgerechnet in Deutschland zurück. Dort muss er jetzt in einem Zoo ein Nashorn sexuell befriedigen. Das ist nicht cool, Justin", so Hart.

Skandal vorprogrammiert

Dass die Comedians in den "Roast"-Sendungen manchmal an die Schmerzensgrenze gehen, ist bekannt. Doch als der Komiker Jeffrey Ross die Bühne betrat und anfing, Witze über Paul Walker zu machen, wurde es im Saal plötzlich ganz still.

Der "Fast and Furious"-Star starb am 30. November 2013 bei einem Autounfall in Los Angeles. Er war ein Kollege und guter Freund des Musikers Ludarcis, der an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne saß.

Als Ross dann plötzlich die Fahrkünste Biebers mit denen von Walker verglich, wurde es Ludarcis zuviel. "Paul hätte dem Baum zurufen sollen, verpiss dich, Bitch, geh aus dem Weg", so Ross über den Moment kurz bevor Walker im Porsche starb. In diesem Moment stand Ludacris auf und forderte die Produzenten der Show auf, diese Passagen aus dem "Roast" herauszuschneiden.

Ross war diese Reaktion des Rappers egal. Zynisch fügte er ins Mikrofon hinzu: "Zu früh, zu schnell, zu furios?" – Eine klare Anspielung auf das Film-Franchise, das Walker so berühmt gemacht hat.

Bieber distanziert sich

Nach dem Taping der Show sagte Bieber gegenüber dem stern: "Mir hat der Abend toll gefallen, aber die Paul-Walker-Witze waren dann doch ein bisschen happig." Die Produzenten von Comedy Central reagierten bereits einen Tag später. "Die Paul-Walker-Anspielungen werden aus der Sendung, die am 30. März auf "Comedy Central" zu sehen sein wird, gestrichen", hieß es am Montag in einer Mitteilung des Senders.

Bieber selbst zeigte sich nach dem "Roast" eher bescheiden und voller Demut. "Ich weiß, dass ich schon viel Blödsinn angestellt habe im Leben. Und ich weiß, dass ich viele Leute gegen mich aufgebracht habe. Aber die Dinge, die ich angestellt habe, definieren mich nicht als Mensch", so Bieber zum stern. Und weiter: "Ich befinde mich im Wandel. Und ich bin aufgeregt auf das, was vor mir liegt."

Direkt nach dem "Roast" eilte Bieber mit seinem Gefolge, darunter Kendall Jenner, Jayden Smith und Snoop Dogg zum Flughafen nach Santa Monica, um mit einem Privatjet nach Las Vegas aufzubrechen. Dort wollte der Mann, der, wie er selbst sagt "den Weg zurück zu Gott gefunden hat", erst einmal seinen 21. Geburtstag ordentlich feiern. Ein Besuch in einer Kirche war in Sin City allerdings nicht mit eingeplant.