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Korruptions-Vorwürfe: Sparkassen-Chef wegen Pooth-Pleite gefeuert

Die Firmenpleite von Veronas Pooths Ehemann Franjo fordert erste Opfer: Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme musste seine Posten verlassen, weil er Pooths Firma trotz Warnungen Kredit in Millionenhöhe gewährt hatte und auch persönliche Verstrickungen bisher nicht glaubhaft entwirren konnte.

Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme ist wegen seiner Verstrickung in die Affäre um Franjo Pooth am Freitag "von seinen Dienstpflichten entbunden" worden. Ein Sprecher von Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) bestätigte entsprechende Informationen der "Bild"-Zeitung. Das habe der Hauptausschuss der Sparkasse am Freitag beschlossen. Humme sei "ab sofort und bis auf Weiteres" von seinen Aufgaben entbunden.

Der Bankchef war wegen millionenschwerer Kredite an die Firma des Ehemanns von Werbestar Verona Pooth in die Kritik geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Verdachts der Untreue. Zudem gerieten ein weiterer Sparkassen-Mitarbeiter sowie Franjo Pooth (38), Ehemann des Werbestars Verona Pooth, ins Visier der Fahnder. Gegen Pooth wird wegen des Verdachts der Bestechung und der Insolvenzverschleppung ermittelt; er soll sich mit kostspieligen Geschenken an Bank-Manager einen Millionenkredit für seine inzwischen insolvente Firma Maxfield erschlichen haben.

Keine Stellungnahme von Pooths

"Wir sind froh, dass die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt. Dann wird sich das Ganze bestimmt sehr schnell aufklären", sagte Alain Midzic, Manager von Verona Pooth und Freund der Familie. Weil es sich um ein schwebendes Verfahren handele, könne Franjo keine Stellung nehmen - "und Verona liegt krank im Bett". Verona Pooth hatte sich am Mittwoch in der Sendung von Johannes B. Kerner zu den Vorwürfen gegen ihren Mann äußern wollen, aber kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Sparkassen-Vorstand mit einem Fernseher dazu bewegt werden kann, eine 15-Millionen-Investition zu tätigen", sagte Midzic.

Die Pleite des Unternehmens hatte in Düsseldorf eine Sparkassen-Affäre ausgelöst, die inzwischen auch von der Bankenaufsicht in Bonn aufmerksam verfolgt wird. Die Bankenaufseher würden sich den Fall genau anschauen und prüfen, hieß es in Branchenkreisen.

Sparkassen-Gäste bei Wiener Traumhochzeit

Humme äußerte sich am Donnerstagabend zu den Vorwürfen. Es liege kein Anfangsverdacht wegen Bestechlichkeit bei der Staatsanwaltschaft vor, teilte er mit. Den Vorwurf, einen Fernseher von Maxfield finanziert bekommen zu haben, wies er zurück. Pooth habe ihm einen Flachbildschirm aus Messeeinsätzen zu einem günstigen Preis angeboten. Das am 10. Dezember 2006 zur Ansicht übergebene Gerät sei jedoch zu groß gewesen. "Zum anderen wollte ich jeden nicht vertretbaren Preisnachlass wegen der Kundenbeziehung zu Maxfield vermeiden", so Humme. Wenig später habe er daher um Abholung des Gerätes gebeten, was auch geschah. Er selbst habe dann noch im Dezember selbst einen Flachbildschirm in einem Düsseldorfer Geschäft erworben und selbst bezahlt. Dies belegten Dokumente, die er der Staatsanwaltschaft und den Gremien des Hauses übergeben habe.

Die Sparkasse hatte Pooths Firma Kredit in Millionenhöhe gewährt, obwohl der Verwaltungsratsvorsitzende vor dem Engagement gewarnt haben soll. Sparkassen-Chef Humme war auch in die Kritik geraten, weil er Gast von Verona und Franjo Pooth bei deren Pracht-Hochzeit in Wien war. Der Hauptausschuss der Sparkasse hatte sich am Mittwoch stundenlang mit den Vorwürfen befasst.

Pooth hatte beim Düsseldorfer Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen, das vor allem MP3-Spieler verkauft hat, soll bis zu 14 Millionen Euro Schulden haben. Bei der Sparkasse soll das Unternehmen mit mehr als neun Millionen Euro in der Kreide stehen. Diese Summe wurde mit Hinweis auf das Bankgeheimnis bislang nicht bestätigt.

DPA / DPA