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Sexueller Übergriff an Elite-Uni: "Girls"-Star Lena Dunham widmet dem Opfer von Stanford eine starke Botschaft

Nach dem Missbrauchsfall an der Universität von Stanford kommt der Täter mit sechs Monaten Gefängnis davon. "Girls"-Star Lena Dunham wendet sich mit ihren Serienkolleginnen in einem Video an das Opfer.

Lena Dunham

Lena Dunham und ihre "Girls"-Kolleginnen haben sich nach dem Missbrauchsfall von Stanford mit dem Opfer solidarisiert

„Girls“-Star Lena Dunham drückt ihre Solidarität mit der 23-jährigen Studentin, die nach einer Party an der Elite-Universität von Stanford in bewusstlosem Zustand sexuell missbraucht wurde, in einem Video aus. Zusammen mit ihren Schauspiel-Kolleginnen Allison Williams, Jemima Kirke und Zosia Mamet - den Stars der Serie "Girls" - widmet Dunham der "tapferen Überlebenden des Stanford-Falls, die so viel gegeben hat, um die Diskussion zu ändern", eine Botschaft.

In dem Clip appellieren die Frauen an die Gesellschaft, die Stimmen der Opfer zu hören. Sie nennen Zahlen: Demnach begegnet eine von fünf Frauen in ihrem Leben sexueller Gewalt, die meisten Attacken kommen aus dem Bekannten- oder Familienkreis. Eines von vier Mädchen werde sexuell missbraucht, bevor es 18 Jahre alt werde.

Lena Dunham und die "Girls": "Weil sie jemand ist"

"Warum reagieren wir als Gesellschaft darauf mit Unglauben, Schweigen und Beschämungen?", fragen Dunham und ihre Kolleginnen und fordern: "Zuhören, unterstützen, handeln." Nicht weil das Opfer jemandes Tochter sei, jemandes Freundin oder jemandes Schwester, sondern: "Weil sie jemand ist." Der Tweet von Dunham hat bereits über 25.000 Likes und 19.000 Retweets bekommen.

Der Fall von sexueller Gewalt auf dem Campus der Elite-Universität Stanford und der anschließende Prozess, der mit einer milden Strafe für den Täter endete, sorgt in den USA seit Tagen für Aufregung. Mehr als 500.000 Menschen hatten eine Online-Petition unterzeichnet, in der die Amtsenthebung des zuständigen Richters gefordert wird.

Sein umstrittenes Urteil: Sechs Monate Haft für den ehemaligen Stanford-Studenten und Schwimmsportler Brock T., der vor der Tat noch als Olympia-Hoffnung galt. Das sei als Strafe ausreichend, hatte Richter Aaron Persky, 54, vorige Woche geurteilt. Er war früher selbst ein Star-Athlet an der Elite-Uni in Palo Alto gewesen. Die Anklage hatte in dem Prozess mindestens sechs Jahre Gefängnis gefordert.

tim / DPA