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Maler Immendorff: Mit Koks und neun Prostituierten in Hotelsuite

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen den international renommierten Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff wegen Besitzes und Weitergabe von Kokain.

Bei einer Razzia in einer Düsseldorfer Hotelsuite und anschließenden Durchsuchungen in der Wohnung und im Atelier des Künstlers seien am Samstag insgesamt 20 Gramm Kokain sicher gestellt worden, sagte am Montag der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken. Die Ermittlungsbehörden seien durch eine anonyme Anzeige auf Immendorff aufmerksam geworden. "In der Hotelsuite befanden sich neben Herrn Immendorff noch neun jüngere Frauen. Aufgrund der Begleitumstände muss man davon ausgehen, dass es sich um Prostituierte handelte", sagte Mocken. Andere Männer hätten sich nicht in dem Zimmer aufgehalten.

Reinheit des Kokainpulvers

Derzeit prüfe das Landeskriminalamt die Reinheit des Kokainpulvers. Sollten in dem Pulver mehr als 1,5 Gramm reines Kokain enthalten sein, droht dem Maler nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr. "Herr Immendorff hat erklärt, dass es sich um sein Kokain handele", fügte Mocken hinzu. Das Ergebnis des Wirkstoffgutachtens sollte möglicherweise schon am Montag vorliegen. Eine Mitarbeiterin in Immendorffs Büro sagte auf Anfrage, der Maler gebe vorerst keine Erklärungen ab.

Beuys Schüler

Immendorff ist ein Schüler von Joseph Beuys und arbeitete eng mit A.R. Penck zusammen. Er unterrichtete an den Kunstakademien in Köln und Frankfurt und hat seit 1996 eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Der international bekannte Maler und Bühnenbildner gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler und war bei zahlreichen internationalen Ausstellungen präsent, unter anderem auf der Dokumenta und auf der Biennale in Venedig. Immendorff ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg, erhielt 1997 den mit 250.000 Dollar höchstdotierten Kunstpreis der Welt, den Marco-Preis des Monterrey-Museums in Mexiko und 1998 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.