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"Leaving Neverland": Nachlassverwalter kontern kritische Doku über Michael Jackson mit Konzerten auf Youtube

Die Hinterbliebenen von Michael Jackson konnten die Ausstrahlung der Enthüllungs-Doku "Leaving Neverland" nicht verhindern. Am Sonntag lief der erste Teil auf HBO. Zeitgleich wurde auf dem offiziellen Youtube-Kanal des Künstlers ein Konzert in voller Länge veröffentlicht.

Michael Jackson im Jahr 1992 bei einem Auftritt in Berlin

Michael Jackson im Jahr 1992 während eines Konzerts im Ostberliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion 

DPA

Es sind gravierende Vorwürfe, die in "Leaving Neverland"  gegen Michael Jackson erhoben werden. Darin behaupten Wade Robson und James Safechuck von dem King of Pop missbraucht worden zu sein. Am Sonntag zeigte der Sender HBO den ersten Teil der umstrittenen Enthüllungs-Doku von Regisseur Dan Reed. Zeitgleich wurde auf dem offiziellen Youtube-Kanal ein Konzert in voller Länge gezeigt. Sehr zur Freude seiner Fans.

"Verpassen Sie nicht die Magie des King of Pop! Tauchen Sie ein in Michael Jackson. Live in Bukarest und Live im Wembley-Stadion, verfügbar für eine begrenzte Zeit auf Michael Jackson @Youtube, kündigten die Betreiber des Kanals das Video in den Sozialen Netzwerken an. Auch am 4. März, wenn der zweite Teil der Doku ausgestrahlt wird, wollen sie ein Konzert des King of Pop veröffentlichen. Und zwar das legendäre "Live at Wembley"-Konzert vom 16. Juli 1988. 

Es ist ein weiterer Versuch der Nachlassverwalter, den Missbrauchsvorwürfen gegen den Sänger entgegenzuwirken. Schon im Vorfeld waren sie mit aller Macht gegen die geplante Ausstrahlung der Doku vorgegangen, verklagten den Sender HBO laut Medienberichten auf 100 Millionen Dollar (rund 88 Millionen Euro). 

Fans freuen sich über Konzert-Video

"Oh mein Gott, das ist das erste Mal, dass der offizielle Kanal ein ganzes Konzert hochlädt", kommentiert ein User das Video, das den Sänger in der rumänischen Hauptstadt im Jahr 1992 vor 90.000 kreischenden Fans zeigt, die reihenweise in Ohnmacht fallen. "Das mussten sie", antwortet ein anderer. "Es gibt eine Dokumentation, die eine dunklere Seite seines Lebens zeigt. So wie das Belästigen kleiner Jungs." Wie sehr das Thema die Jackson-Gemeinde spaltet zeigt ein weiterer Kommentar dazu: "Hmm, vielleicht sollten Sie den letzten Satz in Anführungszeichen setzen, da Sie sich auf eine Dokumentation beziehen, deren Behauptungen durch wenig bis keine Beweise gestützt werden." Die meisten Leute jedoch feiern ihr Idol unter dem Beitrag. 

Auch auf Facebook haben die Fans nur wohlwollende Worte für ihr Idol

  • "Danke, dass ihr das zeigt. Es hilft mir, etwas Wut wegzunehmen, die ich wegen der ganzen Sache in mir hatte"  
  • "Die Fans werden niemals aufhören, Michael Jackson zu lieben"
  • "Es gibt keine Worte dafür, wie talentiert dieser Mann war"
  • "Danke. Lasst die ganze Welt wissen, wer der wahre Michael Jackson war"
  • "Sehe es mir gerade an. Danke für die Magie, Michael"

"Leaving Neverland ist unethisch und gegen die Moral"

In der Enthüllungs-Doku "Leaving Neverland" geben der australische Choreograf Wade Robson und der amerikanische Schauspieler James Safechuck, von Jackson sexuell missbraucht worden zu sein - von Oralverkehr und Selbstbefriedigung berichten die beiden vermeintlichen Opfer. Als "Belohnung" habe Jackson den Kindern dann Geschenke gemacht, im Fall von Safechuck etwa Schmuck. Er habe von Jackson an einem Punkt sogar einen Ehering erhalten.

Der erste Teil der Doku wurde nach Ausstrahlung am Sonntag unter dem Hashtag #LeavingNeverland auf Twitter viel kommentiert. "Leaving Neverland ist der Anfang vom Untergang von HBO. Sie ist sehr unethisch und gegen die Moral. Warum haben sie es nicht veröffentlicht, als Michael Jackson noch am Leben war?", fragt einer. Ein anderer meint: "Diese Doku ist nicht weniger als eine Beleidung für Opfer, die tatsächlich missbraucht wurden. HBO sollte sich schämen (…) Ich bin angewidert". Ein weiterer fordert: "Lasst den Man endlich in Frieden ruhen!“

Michael Jackson stand zwei Mal vor Gericht

Doch es gibt auch andere Stimmen. "Wir müssen den Missbrauchsopfern Wade Robson und James Safechuck glauben", schreibt beispielsweise Regisseur Brett Gursky. "Sie waren bereit ihre Wahrheit zu erzählen (...). Ihre Mütter geben sich selbst die Schuld und werden von ihr gequält. warum sollten sie ihre Mütter so etwas aussetzen, wenn es nicht war wäre?" Ein anderer meint: "Ich finde es unglaublich schwierig, diese Doku zu gucken (…) und den Anklägern und ihren Geschichten nicht zu glauben."

Michael Jackson selbst hatte die Vorwürfe gegen ihn zu Lebzeiten immer bestritten. 1994 und 2005 gab es zwei aufsehenerregenden Prozessen gegen ihn. Der erste Verfahren wurde gegen Zahlung von 22 Millionen Dollar eingestellt. Der zweite Fall endete aus Mangel an Beweisen mit einem Freispruch. Der King of Pop starb 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Betäubungsmittel-Überdosis.

Quellen: "Twitter"/"Youtube"

"Leaving Neverland": Das ist der Trailer zur Doku über die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson