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Schlagerstar Das sagt Kaufland zum umstrittenen Wendler-Video

Michael Wendler sorgt bei DSDS für Wirbel
Michael Wendler sorgt bei DSDS für Wirbel
© Stefan Gregorowius/ / Picture Alliance
Michael Wendler war der Star im neuen Kaufland-Werbespot. Nach seinem umstrittenen Instagram-Video zieht die Supermarktkette jedoch die Reißleine. Nun hat sich Kaufland zur Causa Wendler geäußert.

Es war ein viraler Hit, der nicht einmal 24 Stunden währte: Am Donnerstagmorgen präsentierte die Supermarktkette Kaufland ihren neuen Werbespot, in dem Michael Wendler, Deutschlands selbst ernannter König der Popschlager, als Testimonial fungierte. Gekonnt nahm sich der 48-jährige Musiker selbst auf die Schippe: Erst fuhr er im dicken Wagen vor, dann schlenderte er mit lässiger Sonnenbrille durch die Supermarktgänge, während er seinen umgetexteten Hit "Egal" - der nun passend "Regal" hieß - im Playback trällerte.

Das Netz feierte den Spot. "Mit Michael Wendler haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der diese Botschaft humorvoll und sympathisch transportiert", verriet Christoph Schneider, Geschäftsführer Marketing Deutschland bei Kaufland.

Kaufland distanziert sich vom Wendler

Doch am Abend zieht Kaufland die Reißleine und entfernt das Video von allen Plattformen. Grund dafür ist ein wirres Video, welches Michael Wendler auf seinem Instagram-Account veröffentlichte. Darin erklärte er zunächst seinen Ausstieg aus der DSDS-Jury, im Anschluss teilte er mit, dass er fortan in den USA bleiben wolle. Auch outete er sich als Corona-Leugner und Anhänger von Verschwörungsideologien. 

Ein solches Statement ist nicht nur für die Karriere des Schlagermusikers ein Desaster, sondern auch für die Unternehmen und Partner, mit denen er zusammenarbeitete. "Mit Befremden haben wir gestern die Videobotschaft von Herrn Wendler zur Kenntnis genommen. Wir haben unmittelbar die Konsequenzen gezogen und das Video und die dazugehörigen Inhalte von unseren Kanälen gelöscht", teilte Kaufland auf eine Anfrage des stern mit. "Wir bedauern sehr, dass dies notwendig wurde. Wir haben ein Video produziert, das einen Tag lang für viel Zustimmung, Kritik und Gesprächsstoff sorgte. Herr Wendler ist nach seinen aktuellen Aussagen kein geeigneter Werbeträger mehr für Kaufland. Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinen Aussagen."

Kaufland: "Schützen auch die Menschen, die nicht an Corona glauben"

Das Unternehmen erklärte weiter: "Gesundheit und Sicherheit für unsere Kunden und Mitarbeiter stehen für uns an oberster Stelle. Daher nehmen wir von Anfang an die Corona-Pandemie ernst und ergreifen Vorkehrungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Mit den Maßnahmen in unseren Filialen schützen wir auch die Menschen, die nicht an Corona glauben."

Zu Details während der Dreharbeiten und im Netz kolportierten Gagen wollte sich das Unternehmen nicht äußern, da vertragliche Vereinbarungen trotz des öffentlichen Interesses vertraulich seien. Auch ob Kaufland rechtliche Schritte gegen Michael Wendler prüfe oder gar bereits eingeleitet habe, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

cf

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