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In ihrem Podcast Michelle Obama sagt: "Man kann sich nicht in eine langfristige Beziehung tindern" – Twitter-User sind empört

Michelle Obama
In ihrem Podcast spricht die ehemalige First Lady Michelle Obama offen auch über private Angelegenheiten
© Hau Dinh/ / Picture Alliance
Eigentlich ging es Michelle Obama darum, dass es Zeit braucht, bis man weiß, ob das Gegenüber eine Person ist, mit der man die Höhen und Tiefen einer Ehe durchstehen kann, doch einige Twitter-User nahmen ihre Aussage sehr wörtlich. 

Nächsten Monat, am 3. Oktober, feiern Michelle Obama und Ehemann Barack ihren 28. Hochzeitstag. Wie passend also, dass es in einer kürzlich veröffentlichten Folge ihres Podcasts um das Thema Ehe ging. Mit ihrem Gast, Talkmaster Conan O'Brien, sprach die ehemalige First Lady über die Herausforderungen, die eine langanhaltende Ehe mit sich bringt und die Frage, ob sich junge Paare darüber im Klaren sind, dass eine Beziehung nicht immer nur aus rosaroten Wolken besteht.

Es habe Zeiten gegeben, in denen habe sie ihren Ehemann Barack "aus dem Fenster stoßen" wollen. "Man muss wissen, dass diese Gefühle sehr intensiv sein werden. Aber das heißt nicht, dass man aufgibt. Auch, wenn diese Perioden lange anhalten. Das kann jahrelang so gehen." Junge Paare würden mit diesen Situationen konfrontiert und wären bereit, die Flinte ins Korn zu werfen, "weil sie glauben, die Beziehung sei kaputt". Es sei wichtig, nicht aufzugeben, um neben den schwierigen Phasen auch die schönen Dinge erleben zu können.

Doch um eine solch tiefe Beziehung überhaupt eingehen zu können, müsse man sich die Zeit geben, die andere Person "in verschiedenen Situationen" wirklich kennenzulernen. "Es gibt keinen magischen Weg, wie man das zustande bekommt, außer eine andere Person zu treffen, ehrlich darüber zu sein, dass man mit ihr zusammen sein will, sich ernsthaft auf sie einzulassen, zu planen, sich wirklich an sie zu binden, mit ihr auszugehen, zu schauen, was passiert und es dann alles wahr zu machen." Dann fügte sie einen Satz hinzu, der seither in den sozialen Netzwerken auf viel Kritik gestoßen ist: "Man kann sich nicht in eine langfristige Beziehung tindern."

Einige Twitter-User fühlen sich von Michelle Obamas Aussage angegriffen

Während Obama hiermit vermutlich auf die viele Arbeit hinweisen wollte, die bereits der Aufbau einer Beziehung braucht, und ausdrücken wollte, dass ein Rechtsswipe nicht direkt ein Fundament für eine erfolgreiche Beziehung bauen kann, sondern von viel persönlicher Arbeit gefolgt sein muss, nahmen einige Twitter-User ihre Aussage sehr wörtlich. So schrieb eine Userin: "Ich hab meinen Freund auf Tinder kennengelernt und wir haben gerade unser Einjähriges gefeiert. Michelle, ich liebe dich, aber du hast geheiratet, lange bevor es Tinder gab."

Eine andere Userin schrieb: "Ich habe meinen Freund der letzten zweieinhalb Jahre auf Tinder gefunden. Wir haben diesen Sommer eine Wohnung gekauft und schauen gerade Verlobungsringe an, also, was soll ich sagen, Michelle Obama, aber ich glaube, ich habe es bei Tinder ganz gut getroffen."

Eine weitere Twitter-Userin kritisiert Michelle Obama scharf: "Mein Mann und ich haben uns vor sechs Jahren über Tinder kennengelernt und sind seit vier Jahren glücklich verheiratet. Du entscheidest nicht, wie Beziehungen entstehen sollen – oder eben nicht."

Doch einige User sprangen der First Lady zur Seite und versuchten zu erklären, was sie für den wahren Hintergrund der Aussage hielten: "Ich habe es so verstanden, dass sie Tinder nur als Stellvertreter für die Online-Dating-Kultur genutzt hat, wo Leute sehr schnell von einer Person zur nächsten wechseln, wenn sie die ersten Anzeichen von Frustration erleben. (Und es ist ja wohl klar, dass der Partner oder die Partnerin einen irgendwann mal frustrieren wird.) Es war keine Kritik daran, auf Tinder nach Liebe zu suchen oder sie zu finden."

Eine weitere Userin, die ihren Partner laut eigener Aussage selbst auf einer Dating-App kennengelernt hat, schrieb: "Ich weiß, was Frau Michelle Obama mit ihrem Tinder-Kommentar sagen wollte. Es ging um die Hookup-Kultur, die durch die App noch beliebter gemacht wurde. Sie hat nicht gesagt, dass es unmöglich ist, dort echte Liebe zu finden. Es war eine Metapher. Ich habe mich davon nicht angegriffen gefühlt."

Quelle: "The Michelle Obama Podcast"

jgs

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