Mit Punkrock auf Stimmenfang: Die Toten Hosen wollen keine Wahlhelfer sein
Mit Punkrock auf StimmenfangDie Toten Hosen wollen keine Wahlhelfer sein
Vor der Bundestagswahl läuft die Wahlkampfmaschinerie auf Hochtouren. Politiker versuchen, Wähler zu gewinnen. Dabei machen sie sich Musik der Toten Hosen zunutze. Die Punkband wehrt sich.
Die Toten Hosen fühlen sich missbraucht
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18. Januar 2026: Senta Berger nach Sturz auf Bühne schwer verletzt
Sorge um Schauspiel-Ikone Senta Berger: Die 84-Jährige hat sich bei Proben für eine Lesung in der Hamburger Laeiszhalle schwer verletzt. Am Freitag sollte Berger dort gemeinsam mit ihrem Kollegen Friedrich von Thun auftreten, doch die Veranstaltung musste kurzfristig abgesagt werden. Aufgrund einer akuten Erkrankung eines der Künstler könne die Lesung nicht stattfinden, teilte der Veranstalter mit. Nun ist klar, was passiert ist. Berger stürzte demnach während des Soundchecks auf dem Weg zur Bühne einen halben Meter in die Tiefe und zog sich einen Oberschenkelbruch zu. Die Schauspielerin musste operiert werden, alle weiteren Auftritte sind vorerst abgesagt. Dazu gehört auch die Premiere ihres neuen Kinofilms "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke". "Meiner Mutter geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind froh, dass sie in sehr guten Händen ist. Sie ist eine Kämpferin, das wird sie jetzt auch wieder beweisen. Wir hatten uns zwar sehr auf die Premieren und die gemeinsamen Auftritte gefreut. Jetzt steht für uns alle aber natürlich ausschließlich ihre Genesung im Vordergrund", sagte Bergers Sohn Simon Verhoeven der "Bild"-Zeitung
Die Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen ist verärgert darüber, dass ihre Musik bei Wahlkampfveranstaltungen "missbraucht" wird. "Die Gefahr, dass Menschen auf die Idee kommen können, dass es eine Verbindung zwischen der Band und den dort beworbenen Inhalten gibt, macht uns wütend", erklärten die Düsseldorfer Punkrocker in einem Newsletter.
Sie seien zuletzt immer wieder darauf aufmerksam gemacht worden, dass ihr Hit "Tage wie diese" im Wahlkampf eingesetzt würde, "vor allen Dingen bei CDU und SPD." Rechtlich könne die Band nichts dagegen tun.
"Ein Zeichen des Anstands", nachzufragen
Weiter schreiben die Toten Hosen, sie hätten "nie ein Problem damit gehabt, wenn unser Lied vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest den unterschiedlichsten Menschen Freude bereitet". "Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft." Hier werde die Musik der Band "klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die uns in keiner Weise nahe stehen".
In ihren Augen wäre es "ein Zeichen des Anstands" gewesen, sie vorher zu fragen, ob sie "ein Problem mit der Verwendung" der Musik bei Veranstaltungen hätten. Es würde außerdem von Respekt zeugen, wenn die Musiker damit nicht einverstanden sein würden.