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Partnerschaft: Männer prominenter Frauen

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm den Rücken freihält. Das kennen wir. Aber wie ist es bei erfolgreichen Frauen? Wo steht er da? Fünf Schattenmänner erzählen, wie sie klarkommen.

Von Anette Lache

Seit der Steinzeit ist der gemeine Kerl der Meinung, dass die für ihn geeignete Frau von allem - außer gutem Aussehen - ein bisschen weniger haben sollte als er selbst: weniger Erfolg, geringeres Einkommen, weniger berufliche Ambition, einen niedrigeren IQ. Die Frau sollte bereit sein, für Kinder und/oder Karriere des Gatten zurückzustecken und freudig das kleine Unternehmen Familie zu führen - hallo, Eva Herman. Und sich von Fred Feuersteins Wilma nur dadurch zu unterscheiden, dass sie nicht mehr mit einem Mammut staubsaugt und auch keine Brontosaurier-Steaks mehr brät, sondern Rumpsteaks vom Biometzger.

Männer, das zeigt eine unlängst veröffentlichte Studie der Psychologin Stephanie Brown von der University of Michigan, orientieren sich bei der Partnerwahl immer noch mehrheitlich "nach unten". Sie binden sich nicht gern an intelligente Frauen mit Top-Jobs. Gerade mal zwölf Prozent der Männer, das ergab 2005 eine Umfrage in Deutschland, finden es überhaupt wichtig, dass ihre künftige Partnerin Erfolg hat. Schaut man sich Männer an, die in der Öffentlichkeit stehen, zum Beispiel Firmenchefs oder Politiker, haben sie in aller Regel ein BetaWeibchen an ihrer Seite, das geduldig mit Gummibäumchen zu Hause sitzt und auf ihren Alpha-Mann wartet. Der Klassiker eben.

Doch wen haben erfolgreiche Frauen als Partner - denn von ihnen gibt es schließlich immer mehr? Glaubt man den Klatschblättern, sind es Männer, die lieber heute als morgen flüchten möchten, so wie angeblich Guy Ritchie seit Jahr und Tag von seiner Madonna. Schattenmänner, deren zartes Ego schwer beschädigt ist durch die Alpha-Frau an ihrer Seite.

Blödsinn.

Solche starken Frauen leben oft mit modernen Männern unter einem Dach, mit Männern aus einer neuen Baureihe, von denen es nur leider immer noch viel zu wenige gibt. Es sind selbstbewusste, starke Typen, die keine Krise kriegen, wenn sie sich jederzeit Hummer Thermidor mit Kaviarkartoffeln leisten kann, sein Geld aber nur für Kartoffelsalat mit Würstchen reicht. Deren Selbstwertgefühl nicht im Mindesten leidet, wenn ihre Partnerin Bundespräsidentin werden will, an die Weltspitze reitet oder ständig im Fernsehen, im Kino oder in Hochglanzmagazinen zu sehen ist - während ihn doch kaum jemand kennt. Männer, die weder dem in Deutschland erneut gehätschelten traditionellen Familienbild anhängen noch durch die Emanzipation verunsicherte "Problembärchen" sind.

Wir sprechen vom Souveränen, der kein Problem hat, wenn seine Frau im Job stärker glänzt und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als er mit dem, was er tut. Mehr noch: Er bestärkt und unterstützt seine Partnerin, er freut sich mit ihr über Preise, Auszeichnungen, tolle Angebote und jeden Schritt, der sie weiter nach oben bringt. Missgunst, Konkurrenzdenken, Eifersucht? Gibt es nicht.

AusnahmeMänner? Kerle ohne "Macht-Gen"? Ohne das Bedürfnis, der Platzhirsch zu sein? Dieser Typus Mann hat ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl, das er nicht aus einem Gefälle gegenüber seiner Frau oder Lebensgefährtin bezieht. Er weiß, was ihn ausmacht, er kennt seine Stärken. Er definiert sich nicht nur über seinen Job, wie so viele, ist aber dennoch ausgesprochen zufrieden mit seinem Beruf - und mit seinem Leben.

Psychologen sagen, dass nur solche Männer frei genug sind, um mit einer ehrgeizigen, beruflich erfolgreiche(re)n Frau als Partnerin klarzukommen - und sie auch noch großartig zu finden. Nur sie fühlen sich nicht von ihr bedroht. Und nur sie haben keine Panikattacken, wenn die Frau finanziell unabhängig ist und ihn jederzeit verlassen könnte.

Bei diesen Männern greifen die alten Rollenmuster nicht mehr. Sie wollen keine der von Eva Herman angepriesenen Frauen, die die Wohnung aufrüschen und Apfelkuchen backen. Sie haben die Vorteile der Powerfrau mit eigener Karriere längst für sich erkannt. Und was sie ihrer Partnerin entgegenbringen, erwarten sie umgekehrt genauso: Respekt, Unterstützung, Teamfähigkeit. In solchen Beziehungen hat jeder die gleichen Rechte auf Karriere und auf Selbstverwirklichung. Das hat zur Folge, dass die Partnerschaft immer wieder neu verhandelt werden muss. "Mixed Leadership" nennen Soziologen das.

"Meine Frau hat die klassische Karriere hingelegt, einen Weg von unten nach oben. Sie hat hart dafür gearbeitet. Und das soll sie aufgeben, weil sie zwei Kinder hat und einen Mann, dem seine Karriere wichtig ist? Abwegig!", sagt der Werber Kai Röffen, Ehemann von RTL-Moderatorin Frauke Ludowig. "Es gibt natürlich Reibungen bei uns, aber die sind konstruktiv. Vor der Geburt unserer ersten Tochter haben wir diskutiert, wie wir unser neues Leben hinbekommen, ohne dass einer auf der Strecke bleibt. Und so haben wir unseren Weg gemeinsam gefunden."

Studien belegen, dass die Partnerwahl der Männer oft von der Biografie der Mutter beeinflusst wird. "Wer eine starke, selbstbewusste Mutter erlebt hat, hat ein anderes Rollenverständnis", sagt der Berliner Psychologe Andreas Goosses. Stimmt, sagt der Juwelier Jens Schniedenharn, 38, der Lebensgefährte von Schauspielerin Suzanne von Borsody: "Meine Mutter ist eine erfolgreiche Malerin, keine typische Hausfrau. Ich habe diese Dogmen - "das ist männlich, das ist weiblich" - erst gar nicht von zu Hause mitbekommen."

Es ist ein Spiel auf Gegenseitigkeit: starke Frauen für starke Männer und umgekehrt. Der Regisseur und Autor Gerhard Tötschinger, 60, fand erst spät seine Traumfrau, die Schauspielerin Christiane Hörbiger: "Vor Christiane hatte ich durchaus Beziehungen zu Frauen, die nicht auf Augenhöhe waren", sagt er. "Die waren wahnsinnig lieb. Aber in der Zeit, in der wir zusammen waren, hat sich der eine entwickelt, der andere ist stehen geblieben. Und dann kommt die Situation, dass die Sätze, die der eine gesagt hat, dem anderen nicht mehr genügen." Das sei aber allenfalls zu ertragen, wenn man noch jung sei und die Erotik im Vordergrund stehe. Für Christiane Hörbiger hält Tötschinger es gern aus, in der Öffentlichkeit nur "die absolute Nummer zwei" zu sein.

Denn anders als Frauen wie Heidi Beckenbauer, Karin Stoiber oder Doris Schröder-Köpf führen Männer wie Gerhard Tötschinger oder Kai Röffen an der Seite ihrer öffentlich präsenten Frauen kein Schattendasein. Sie leben ihr eigenes Leben. Und das ist nicht nur klüger, sondern auch zeitgemäßer.

Die Vermutung liegt nahe, dass auch Kanzlerin Angela Merkel solch eine moderne Ausgabe Mann hat. Da können die Kerle doch nur noch Sauer werden.

Suzanne von Borsody, 49, Schauspielerin Jens Schniedenharn, 38, Juwelier

Seit knapp sieben Jahren ist der gelernte Goldschmied mit Suzanne von Borsody zusammen, lebt mit ihr abwechselnd in München und Berlin. Bei ihrer ersten Begegnung in seinem Laden befürchtete sie zunächst: "Verdammt, der fragt nicht nach meiner Handynummer." Doch dann wollte er sie natürlich doch.

"Warum sollte man als Mann ein Problem damit haben, mit einer bekannten, erfolgreichen Frau zusammen zu sein? Ich jedenfalls habe keines damit. Was "Mann" natürlich braucht, ist ein eigenes Selbstwertgefühl. Und den Respekt der Partnerin vor der eigenen Leistung. Bei uns ist das so. Erfreulicherweise bin ich beruflich ebenfalls recht erfolgreich, und wir freuen uns gegenseitig über unsere Erfolge und trösten uns bei Misserfolgen. Neid kennen wir beide nicht. Wenn ich ein schwacher Mann wäre, hätte ich vielleicht Angst vor starken Frauen, wer weiß. So aber mag ich starke Frauen wie Suzanne - Frauen, die ihre Stärke richtig einzusetzen wissen und dabei nicht versuchen, auf Kosten des Partners alles durch-zusetzen. Mich zog es nie zu einem Heimchen am Herd. Ich denke, das ist Erziehungssache. Meine Mutter war keine typische Hausfrau. Sie ist erfolgreiche Malerin und eine tolle Frau. Suzanne hat eine Prominenz, die sich auf die Qualität ihrer Schauspielkunst bezieht und nicht von öffentlicher Selbstdarstellung lebt. Ich selbst habe nie Öffentlichkeit gesucht, kann wunderbar ohne sie leben. Es gibt Veranstaltungen, zu denen ich Suzanne nicht begleite, weil ich keine Zeit oder Lust habe. Bei manchen Terminen hat sie mich aber gern dabei. Dann mache ich das natürlich. Aber ich lasse mich nicht unter allen Umständen fotografieren. Wozu auch? Ich werde ja nicht meinetwegen abgelichtet. Und ich wachse nicht, wenn mein Konterfei irgendwo abgebildet ist. Ich habe auch kein Problem damit, wenn ich für ein Foto von Suzanne zur Seite gebeten werde. Wir sind beide der Meinung, dass wir uns selber nicht so furchtbar wichtig nehmen dürfen. Ich behaupte auch, wenn man mit einem Menschen nur zusammen ist, weil er prominent ist, hält man das nicht über all die Jahre aus. Der Teil des Lebens, der in der Öffentlichkeit stattfindet, ist so klein - er wäre es nicht wert, dass man nur deshalb zusammen ist. Es ist eben nicht dieses eine Prozent Öffentlichkeit, sondern es sind die restlichen 99 Prozent, die hinter der verschlossenen Tür stattfinden und unsere Beziehung ausmachen."

Franziska Knuppe, 31, Top-Model Christian Möstl, 35, Maurermeister, Statiker, Mediendesigner und Clubbetreiber

Er hat sie 1997 entdeckt, eine Woche bevor Wolfgang Joop es tat. Für sich, nicht fürs Model-Geschäft, in einem Café in Potsdam. Zwei Jahre später heirateten die beiden. Christians Devise: Frauen müssen ihren Mann stehen.

"Wir gehen grundsätzlich nirgendwo hin, nur weil da ein roter Teppich liegt - so, wie das einige im Showgeschäft machen. Manchmal begleite ich Franzi zu Veranstaltungen, aber nur dann, wenn sie mich wirklich interessieren. Fernsehshows und Preisverleihungen sind nicht immer was für mich. Ebenso wenig Schaulaufen vor Fotografen. Auf dem roten Teppich sehe ich zu, den Rufen und Kameralinsen der Fotografen aus dem Weg zu gehen. Meine Frau dagegen scheint es zu lieben. Solche Auftritte gehören ja auch zu ihrem Beruf. Bei ihren Model-Jobs habe ich Franzi in den knapp zehn Jahren nur dreimal begleitet: einmal nach New York, einmal nach Düsseldorf und einmal an den Comer See. Ich habe selbst einen Beruf, der mich sieben Tage die Woche einspannt. In meiner Freizeit spiele ich vorwiegend Golf. Oder wir fahren an die Ostsee, wenn Franzi freihat. Manchmal meinen andere, dass ich eifersüchtig sein müsste, aber das bin ich überhaupt nicht. Ich weiß: Meine Frau muss hart arbeiten, wenn sie unterwegs ist. Abends geht sie allenfalls mal mit dem Team essen, und von denen sind viele homosexuell. Ich habe kein Problem damit, dass Franzi mehr verdient als ich. Darunter leidet mein Selbstwertgefühl nicht. Denn als wir uns kennenlernten, war es umgekehrt. Sie war damals Studentin. Und wenn Kinder da sind, bin ich vielleicht mal wieder alleine für den Familienunterhalt zuständig, wer weiß. Falls Franzi dann eine Weile zu Hause sein will, ist das in Ordnung. Aber ansonsten bin ich der Meinung, dass eine Beziehung nur funktionieren kann, wenn die Frau selbst kreativ ist, ihren eigenen Job macht und ihr eigenes Geld verdient. Sie sollte selbstständig denken und im Leben stehen. Mein Job ist der "Paparazzi-Club" und ihrer das Modeln. Es ist gut, dass wir unterschiedliche Berufe haben - woher sollen sonst die interessanten Gespräche kommen?"

Frauke Ludowig, 42, Redaktionsleiterin und Moderatorin Kai Röffen, 45, geschäftsführer einer Düsseldorfer Werbeagentur

Er nennt sich selbstbewusst einen Macho. Ist stolz auf die eigene Karriere. Auch deshalb, sagt Kai Röffen, kann er ohne Komplexe neben seiner Frau Frauke leben. Sauer wird er nur, wenn er bei gemeinsamen Auftritten vom roten Teppich verschwinden soll.

"Als schwacher Mensch würde man es nicht lange mit einer so prominenten Frau wie Frauke aushalten. Nur für eine starke Persönlichkeit, die sich über sich selbst definiert und beruflich zufrieden ist, gibt es da kein Problem. Ich habe meine eigene Karriere, meinen eigenen Erfolg, mein eigenes Universum. Ich ziehe so viel Selbstbewusstsein aus meinem Tun, dass ich den Glanz des anderen nicht brauche. Frauke ist außerdem keine Diva. Wenn sie zu Hause den Star herauskehren würde, müsste ich ja der kleine Hanswurst sein, der sie anhimmelt. Dann würde ich mich über den Status meiner Frau definieren - was vollkommen unvorstellbar ist. In den Anfangszeiten mit Frauke wurde mir unterstellt, dass ich nur mit ihr zusammen sei, weil ich geil auf Öffentlichkeit wäre. Selbst von Freunden und Kollegen. Mit dieser Missgunst umzugehen, das war schon ein Problem. Im Grunde merken wir nur auf dem sogenannten roten Teppich, dass sie ein Star ist. Da passiert es schon, dass ich aufgefordert werde: "Jetzt gehen Sie doch bitte mal zur Seite!" Aber wir sind ein Paar, auch auf dem roten Teppich! Anders ist das bei Frauen prominenter Männer: Die sind geduldet an seiner Seite, werden nicht weggescheucht. Die schmücken ihren Mann. Frauke hat eine klassische Karriere hingelegt. Sie hat hart gearbeitet. Und das soll sie aufgeben, weil wir zwei kleine Kinder haben? Abwegig! Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass sie nach der Geburt von Nele und Nika nach vier Monaten wieder gearbeitet hat. Ein Heimchen am Herd würde für mich auch gar nicht funktionieren. Jede Frau muss doch auch ihr eigenes Leben haben."

Professor Dr. Gesine Schwan, 63, Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder Professor Dr. Peter Eigen, 68, Jurist, Gründer und BeiratsVorsitzender der Anti-Korruptionsorganisation "Transparency International" und ehemaliger Weltbank-direktor für Ostafrika

Eine andere als eine kluge, selbstbewusste Frau kann sich der Berliner Jurist nicht an seiner Seite vorstellen. An seinem Selbstwertgefühl kratzt weiblicher Erfolg offensichtlich nicht: In erster Ehe war er mit einer Frau mit zwei Doktortiteln verheiratet. Als Witwer heiratete er die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, die 2004 als Kandidatin von SPD und Grünen für das Amt der Bundespräsidentin kandidierte.

"Es ist wahr: Viele Menschen sehen mich mehr oder weniger als Anhängsel meiner Frau. Ich werde auf Gesine angesprochen, man sagt mir, wie fantastisch sie sei. Ich habe damit überhaupt kein Problem - im Gegenteil: Je erfolgreicher Gesine ist und je glücklicher mit den Dingen, die sie betreibt, umso besser geht es mir. Traditionell war es ja meist umgekehrt: Da waren es fast nur Frauen, die angesprochen wurden auf ihre erfolgreichen Partner, "Wundertiere" mit gewichtigen Ämtern. Inzwischen kommt es häufiger vor, dass die Frau im Vordergrund steht. Das gefällt mir. Ich spiele nicht die klassische Männerrolle -Êwas ich auch nicht negativ finde. Das liegt sicher mit daran, dass ich ein ziemlich selbstbewusster Kerl bin. Wäre ich das nicht, würde ich von Gesine vielleicht doch ein bisschen aus dem Gleichgewicht geworfen. Denn sie ist ebenfalls sehr selbstbewusst. So aber passt es wunderbar, denn keiner fühlt sich in irgendeiner Weise in die Enge gedrängt. Natürlich ist es so, dass ich seit meiner Heirat mit Gesine zu manchen Anlässen eingeladen werde, zu denen ich früher nicht gebeten wurde. Aber auch umgekehrt ist es so. Wenn wir nach Davos zum Weltwirtschaftsgipfel fahren, wo ich ein gern gesehener Redner bin, ist sie als meine Ehefrau dabei. Vielleicht kann man es so sagen: Meine Frau schaut zu mir auf. Und ich schaue zu ihr auf. So leben wir glücklich auf Augenhöhe."

Meredith Michaels-Beerbaum, 36, Springreiterin Markus Beerbaum, 36, Springreiter, Gross- und Aussenhandelskaufmann

Seine Frau Meredith gilt als erfolgreichste Springreiterin der Welt. Für Markus Beerbaum, ebenfalls Springreiter, kein Beziehungshindernis: "Bei uns gibt es keinen Futterneid, kein Konkurrenzdenken."

"Aus Sicht der Öffentlichkeit stand ich immer im Schatten meines älteren Bruders. Ludger ist schließlich der beste Reiter der Welt. Ich habe mich allerdings nie im Schatten gefühlt. Ich bin ja selbst relativ erfolgreich. Mit meiner Frau ist die Konstellation ähnlich: Wenn man unsere Siege gegeneinander aufwiegen wollte, hätte sie die größeren Erfolge. Doch wir verstehen uns als Team. Meredith sieht ihre erfolgreiche Reiterei als Ergebnis unserer Zusammenarbeit. Das finde ich natürlich schön. Ich bin sehr glücklich über meine Frau. Sie ist die erfolgreichste Reiterin, die es je gab: Sie hat alle Rekorde gebrochen, und das finde ich einfach großartig. Mein Bruder Ludger musste, wie die meisten männlichen Reiter, erst mal lernen, damit umzugehen, dass Meredith so gut ist. Das war auch für ihn eine neue Situation, doch er hat sich längst daran gewöhnt. Meredith konzentriert sich derzeit im Wesentlichen auf den Turniersport, während ich Reiter unterrichte und mich stärker um Ausbildung und Verkauf von Pferden kümmere. Von Preisgeldern allein kann man schließlich nicht leben. Manchmal gibt es von anderen Reitern einen leicht spöttischen Spruch wie: "Deine Frau hat ja alles super im Griff." Das nehme ich nie persönlich, sondern begreife es als Kompliment. Heute könnte ich mir eine klassische Partnerschaft - sie zuständig für Haus und Küche, ich für den Beruf - nicht mehr vorstellen. Auch nicht, wenn wir mal Familie haben werden. Es ist einfach eine riesige Entlastung, wenn das Geschäft von beiden geschultert wird. Ich bin stolz auf unseren gemeinsamen Stall, unser Team. Und es ist schön, dass ich dadurch so viel mit Meredith zusammen sein kann."

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