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Philip, der Feinfühlige: Rollifahrer als Sicherheitsrisiko

Der Gatte von Königin Elisabeth II. ist nicht gerade für seine Ausführungen auf höchstem diplomatischen Niveau bekannt. Neuester Fauxpas: Prinz Philip bezeichnete eine Rollstuhlfahrerin als Sicherheitsrisiko.

Der 83-jährige Prinz Philip, Gemahl der englischen Queen, kann es nicht lassen und ist wieder einmal seinem Ruf als "König des Fettnäpfchens" gerecht geworden. Diesmal wies er nach Zeitungsberichten eine Rollstuhlfahrerin mit den Worten zurecht, sie sei ein "Sicherheitsrisiko in dem Ding".

Die 29-jährige Sandie Hollands erwiderte: "Ich kann Ihnen versichern, dass ich eine gute Fahrerin bin und kein Sicherheitsrisiko." Daraufhin habe der Prinz auf das Fußpodest des Rollstuhls gezeigt und gesagt: "Da kann man leicht drüber stolpern." Hollands, die an einer Muskelkrankheit leidet, sagte der Zeitung "The Sun": "Er sollte ein bisschen mehr denken, bevor er redet." Ein Sprecher des Buckingham-Palastes bestritt, dass sich der Vorfall so zugetragen hat.

Seit 50 Jahren zielsicher im Fettnäpfchen-Treffen

Philip ist seit über 50 Jahren dafür bekannt, dass er gern ins Fettnäpfchen tritt. In Peking warnte er britische Studenten einmal wenn sie noch länger in der "hässlichen Stadt" bleiben würden, bekämen sie "Schlitzaugen". In Ungarn wunderte er sich über die vielen "Bierbäuche" und Helmut Kohl begrüßte er einst als "Herr Reichskanzler". In London brachte er einen Jungen zum Weinen, indem er ihn ermahnte, wenn er wirklich Astronaut werden wolle, müsse er erst einmal abnehmen.

Konsequent hielt er auch beim Besuch des 14-jährigen George Barlow an seiner Linie fest: Als er vor zwei Jahren mit der Königin einer schriftlichen Einladung in eine Romforder Schule in der Grafschaft Essex folgte, fragte er den Jungen: "Ah, du bist derjenige, der den Brief verfasst hat. Dann kannst du also schreiben? Ha, ha, bravo!" Der verwirrte Jugendliche sagte später: "Ich habe keinen Schimmer, was der Herzog gemeint hat. Aber ich war ein bisschen ärgerlich darüber, dass er denken könnte, ich sei dumm."

"Bewerfen Sie sich immer noch mit Speeren?"

Ein Jahr zuvor fragte der Herzog von Edinburgh bei einem Besuch in Australien einen Ureinwohner des Landes: "Bewerfen Sie sich immer noch gegenseitig mit Speeren?" Status und Situation der Aborigines sind in Australien ein politisch höchst sensibles Thema.

Zielsicher trat der Prinz auch in Indien ins Fettnäpfchen. Beim Besuch eines Hindu-Tempels in London wurde er einigen tamilische Priester vorgestellt. "Seid ihr etwa Tigers?", fragte er in Anspielung auf die Rebellen, die im Norden und Osten von Sri Lanka für einen unabhängigen Tamilenstaat kämpfen. "Ein paar Minuten lang hat niemand was gesagt, und dann haben wir ihm erklärt: "Nein, wir sind Priester. Wir haben mit Gewalt nichts zu tun", berichtete einer von ihnen. Die Bemerkung habe sie nicht geärgert, versicherten sie - über den "besonderen Humor" des Prinzen hätten sie ja schon viel in der Zeitung gelesen.