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Fall Jeffrey Epstein US-Behörde will Prinz Andrew vorladen – so wehren sich jetzt dessen Anwälte

Jeffrey Epstein Prinz Andrew
Jeffrey Epstein und Prinz Andrew waren gut befreundet
© Stratenschulte/New York State Sex Offender Registry/AP / DPA
Prinz Andrew beteuert, nichts über die kriminellen Machenschaften von Jeffrey Epstein gewusst zu haben. Jetzt will ihn das US-Department of Justice offenbar vorladen. 

Die Netflix-Dokumentation "Jeffrey Epstein: Stinkreich" hat auch Prinz Andrew wieder in den Fokus der öffentlichen Debatte gebracht. Wie viel wusste der Royal über die kriminellen Machenschaften seines guten Freundes? Und wer hat wirklich recht - er oder Virginia Roberts Giuffre, die beteuert, mit nur 17 Jahren von Epstein zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein.

US-Justiz will Prinz Andrew vorladen

Die US-Justiz hat nun offenbar eine Zeugenaussage Andrews eingefordert. Ein Antrag sei im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens an das britische Innenministerium gestellt worden. Zuerst berichtete die britische Zeitung "The Sun" darüber. In der Untersuchung geht es darum, mögliche Mitverschwörer von Epstein strafrechtlich zu belangen. Eine Aussage des Royals, der in regem Kontakt mit dem Unternehmer stand, könnte dabei von großer Hilfe sein. Bislang zeigte sich Prinz Andrew allerdings unkooperativ. 

"Natürlich bin ich bereit, bei Bedarf jeder geeigneten Strafverfolgungsbehörde bei ihren Ermittlungen zu helfen" - das sagte Prinz Andrew in seinem offiziellen Rücktritts-Statement kurz nach seinem desaströsen BBC-Interview im November. Taten folgten auf seine Worte jedoch nicht. Der US-amerikanische Anwalt Geoffrey Berman gab im Januar vor Epsteins ehemaliger Villa in Manhattan eine kurze Pressekonferenz, in der er Prinz Andrew an den Pranger stellte. "Er bot öffentlich an, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten", so Berman, doch nun leiste er "null Kooperation".

"Ich habe die nächsten zwei Wochen danach im Krankenhaus verbracht und mich übergeben bis ich fast tot war." Manhattan, New York: Zahlreiche Opfer des verstorbenen mutmaßlichen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben vor Gericht über ihr Leid berichtet. Auch Virginia Giuffre nimmt an der Anhörung teil. Sie bekräftigt, dass Prinz Andrew sie missbraucht habe. "Er weiß genau, was er getan hat. Und ich hoffe darauf, dass er die Wahrheit sagt." Epstein habe sie zwischen 1999 und 2001 dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen. "Ich wurde im jungen Alter bei Mar-A-Largo rekrutiert und in einer Welt eingeschlossen, die ich nicht verstanden habe. Und seitdem kämpfe ich gegen diese Welt. Ich werde den Kampf nicht aufgeben. Ich werde nicht schweigen, bis diese Menschen zur Rechenschaft gezogen werden." Insgesamt 16 Missbrauchsopfer sagen an diesem Tag gegen Epstein und mögliche Mittäter aus. Zu einem Prozess gegen Epstein wird es aufgrund seines mutmaßlichen Suizids nicht kommen. Der Herzog von York hat die Anschuldigungen vehement dementiert.
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Angeblich will er sich wehren

Gegen genau diese Vorwürfe will der 60-Jährige jetzt angeblich vorgehen, wie die "Daily Mail" berichtet. Gemeinsam mit seinem Team aus Anwälten wolle er offenbar ein Protokoll veröffentlichen, das belege, in welchem Ausmaß er bereits mit der US-Justiz zusammengearbeitet hätte. 

Indem die US-Justiz den Antrag nun direkt an das britische Innenministerium gestellt hat, wurde der Buckingham Palast gezielt umgangen. Das bedeutet, dass der Sohn der Queen gezwungen werden könnte, vor Gericht als Zeuge auszusagen. 

+++ Update 17 Uhr: Prinz Andrews Anwälte äußern sich +++

Mittlerweile hat sich Prinz Andrews Anwaltsteam zu Wort gemeldet. Die "Daily Mail" veröffentlichte das Statement im Wortlaut. "Wie aus den öffentlichen Aufzeichnungen hervorgeht, ermittelt das DOJ (Department of Justice) seit mehr als 16 Jahren aktiv gegen Herrn Epstein und andere Personen, doch das erste Mal, dass es den Herzog um Hilfe bat, war am 2. Januar 2020. Wichtig ist, dass das Justizministerium uns mitgeteilt hat, dass der Herzog nicht das 'Ziel' ihrer strafrechtlichen Ermittlungen gegen Epstein ist und nie war und dass sie seine vertrauliche, freiwillige Zusammenarbeit gesucht haben", heißt es darin.

Und weiter: "Der Duke of York hat dem DOJ bei mindestens drei Gelegenheiten in diesem Jahr seine Unterstützung als Zeuge angeboten. Leider hat das DOJ auf die ersten beiden Angebote reagiert, indem es gegen seine eigenen Vertraulichkeitsregeln verstieß und behauptete, der Duke habe keinerlei Kooperation angeboten. Damit suchen sie vielleicht eher die Öffentlichkeit, als die angebotene Hilfe anzunehmen." Die oben erwähnte Aussage vom Anwalt Berman hätte laut dem Rechtsbeistands des Herzogs nicht getroffen werden dürfen. 

Quelle: "The Sun""Daily Mail" / "Daily Mail"

ls

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