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Prinz Charles: Der Fluch der Segelohren

Prinz Charles ist der ewige Thronfolger. Wenn er Pech hat, wird er sogar nie König. Sein Onkel Lord Mountbatten erkannte die Ursache: Die Ohren sind schuld.

"Mit solchen Ohren kann man nicht König werden", warnte Lord Mountbatten schon früh seinen Neffen Prinz Charles. Die Bemerkung lastet wie ein Fluch auf ihm. Bereits 53 Jahre lang ist Charles der britische Thronfolger, und ein Ende ist nicht abzusehen. Wenn Elizabeth II. annähernd so alt wird wie ihre Mutter Queen Mum, die 2002 als 101-Jährige starb, dann wird er ein Greis sein, ehe er die ihm vorbestimmte Aufgabe übernehmen darf. Der größte Teil der Briten hofft im Ürigen darauf, dass dies nie geschehen wird: Nur jeder dritte will Charles als König.

Kein Wunder, dass der Prinz oft große Niedergeschlagenheit verbreitet. In seiner offiziellen Biografie fragt er sich: "Wie konnte es nur je so weit mit mir kommen?". Und in einem abgehörten Telefongespräch mit Camilla seufzte er 1989: "Ich habe noch nie irgendetwas erreicht." Danach verglich er sich mit einem in der Kloschüssel schwimmenden Tampon, das sich einfach nicht wegspülen lässt. Die italienische Presse gab ihm den Namen "Prinz Tampaccino".

"Extravaganter als Ludwig IV."

Auch überzeugte Monarchisten zweifeln daran, dass Charles einmal ein guter König wird. Anders als seine Mutter mischt er sich ständig in die Politik ein. Als eine Art außerparlamentarische Opposition schreibt er der Regierung Blair lange Briefe und wettert öffentlich gegen moderne Architektur, Bildungswesen und Fuchsjagd-Verbot. Seine Wohltätigkeitsarbeit wird zwar anerkannt, verliert aber durch seine allzu luxuriöse Veranlagung an Glaubwürdigkeit. Der Prinz lässt sich nach dem Aufstehen ankleiden und im Auto anschnallen. Bei einer Urinprobe hielt ihm ein Lakai das Fläschchen. "Sein Lebensstil wäre selbst dem Sonnenkönig Ludwig XIV. extravagant vorgekommen", meint der "Guardian".

Gemildert wird diese Schwäche durch eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstironie. Als er einmal mit einem dicken Verband auf dem Auge zu einer Museumseröffnung erschien, sagte er: "Wenn man sich schon seit so langer Zeit mit Bäumen unterhält, wie ich es tue, trifft man früher oder später zwangsläufig auf eine angriffslustige Eiche."

DPA / DPA
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