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Richie, Lohan, Spears: Hollywood wie es leibt und leidet

Knast, Drogen und ein Baby - das junge Hollywood lässt einfach nicht locker. Nach Paris Hilton muss jetzt auch Nicole Richie ins Gefängnis. Lindsay Lohan droht mit der Wahrheit und Britney Spears macht auch schon wieder Ärger

Von Frank Siering, Los Angeles

Nicole Richie macht auf Paris Hilton und muss jetzt auch ins Gefängnis. Britney Spears schmiert beim Fotoshooting Remouladen-Sauce aufs Designerkleid und hat Angst, dass die Zimmerdecke einstürzt. Und Lindsay Lohan sagt, dass sie keine Ahnung hat, wie das Kokain in ihre Hosentasche geraten ist. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man vielleicht sogar drüber lachen. Das "junge Hollywood" macht seinem Ruf auch weiterhin alle Ehre. "Durchgeknallt", sagen die einen, "völlig losgelöst" die anderen. Kaum eine Woche vergeht, da nicht ein neuer Skandal die Paparazzi aufschreckt.

Relativ harmlos und unspektakulär verlief da noch der Auftritt von Nicole Richie. Im Grace-Kelly-Outfit mit Hummel-Sonnebrille auf der Nase und übergroßer Handtasche vor dem Bäuchlein, unter dem sich angeblich ein Baby verstecken soll, tauchte sie vor Gericht auf. Das Geständnis wurde kurz und bündig abgelegt, die Strafe konnte entgegen genommen werden. Der Vorwurf: DUI, das neue Sommer-Modewort zwischen Malibu und Santa Monica. DUI heißt übersetzt Driving under the Influence. Nicole hatte nicht nur Marihuana geraucht und Vikodin-Tabletten geschluckt, bevor sie in der Nacht zum 11. Dezember in ihren Mercedes-SUV geklettert war, nein, sie entschied sich dann auch noch mal eben die falsche Auffahrt zum Freeway in Burbank zu nehmen um dann als Geisterfahrerin ein bisschen Wirbel zu sorgen.

90 Stunden Gefängnis und 2000 Dollar Strafe

Folge: 90 Stunden Gefängnis und etwas über 2000 Dollar Strafe. Frau Richie hatte ja alles zugegeben. Im Arm von Boyfriend Joel Madden stiefelte sie dann im kleinen Schwarzen vor die wartenden Kameras vorm Gerichtssaal in Glendale. Ach so, die 25-Jährige muss übrigens nur deshalb in den Bau, weil sie 2003 schon einmal mit Drogen am Steuer erwischt worden war. Das Gesetz in Kalifornien verlangt von einem Zweifach-Kriminellen eine automatische Haftstrafe. Damit war das Hollywood-Wochenende aber noch nicht erledigt. Auch Busenfreundin Paris Hilton mischte mit. Ungewollt, versteht sich. Soll sie doch mit Marihuana vor einem Nachtclub erwischt worden sein, die liebe Paris. Und das, obwohl sie hoch und heilig beim exklusiven CNN-Interview mit Larry King geschworen hatte, "noch niemals Drogen genommen zu haben". Die Anschuldigungen seien natürlich "völlig aus der Luft gegriffen", sagt Paris-Sprecher Michül Sitrick in einer eiligst herausgegebenen Pressemitteilung.

Eine erfreuliche Paris Hilton-Nachricht vom Wochenende gibt es dann aber doch noch. Zumindest für die Nachbarn der Hotelerbin. Die Blondine will ihr Anwesen in den Hollywood Hills für 4,25 Millionen Dollar veräußern. Sie fühle sich in ihrer Privatsphäre arg beeinträchtigt in dem Haus, sagt sie.

Da will auch Lindsay Lohan nicht hinterm Berg halten. Sie versteckt sich ja im Moment noch immer an einem "sicheren Ort", wie ihre Anwältin sagt. Hat aber schon angekündigt, wohl gegen den Rat ihres Rechtsbeistandes, dass sie in einem Interview mit einem Magazin "die ganze Wahrheit von ihrer Festnahme" erzählen wolle. Bis dahin versucht sie es so: Das Kokain, das die Polizei in ihrer Hosentasche fand, "gehört mir nicht", emailte sie auf den Blackberry eines Klatschreporters. Und weiter: "Ich bin unschuldig."¬ Na klar, sie ist unschuldig. Die Hitzewelle in Afrika hat schließlich auch nichts mit der Dürre dort zu tun. Zum Schluss zwei kleine Spears-Meldungen, die zum Nachdenken anregen. Zum einen hat sich Glatzkopf Britney mal wieder wie eine offene Hose benommen. Bei einem Fotoshooting für die Zeitschrift "OK" soll sie wie in Trance herumgehüpft sein, habe die Augen im Kopf zurückgerollt, während ihr Pfiffi die teure Haute Couture als Hundetoilette benutzte. Brit faselte die ganze Zeit wirres Zeug vom Schlag: "Hilfe, die Zimmerdecke bricht zusammen" und haute schließlich mit den ausgeliehenen Klamotten und dem Schmuck einfach ab.

Wann schreitet das Jugendamt ein?

Kein gutes Zeichen. Nicht nur Insider fragen sich, wann das Jugendamt endlich einschreiten und die Frage nach der Kompetenz als Mutter stellen wird. Die zweite Spears-Meldung vom Wochenende betrifft Britneys kleine Schwester Jamie Lynn. Die ist erst 16 Jahre alt und soll angeblich schwanger sein. Noch ist das Gerücht, das aus englischen Tageszeitungen nach Amerika herüberspült wurde, ein Gerücht. Aber ist bezeichnend, dass Familie Spears nach all den Skandalen, die die große Schwester zu durchleiden hatte, offenbar nicht viel dazugelernt hat. Hauptsache, die Schlagzeilen stimmen. Auch wenn das Wohl der Kinder dadurch beschädigt wird.