HOME

Roman Polanski: Schwarzenegger verspricht faire Behandlung

Im Fall Roman Polanski weist die US-Staatsanwaltschaft Kritiker in ihre Schranken. Gouverneur Arnold Schwarzenegger verspricht Objektivität. Und dann gibt es da noch einen ehemaligen Staatsanwalt, der eine Lüge im Zusammenhang mit dem Verfahren gestanden hat.

Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles wehrt sich im Fall des in der Schweiz festgenommenen Regisseurs Roman Polanski gegen den Vorwurf der Rachsüchtigkeit. Es gehe nur darum, ein noch offenes Verfahren zu beenden, das sich durch die Flucht Polanskis 1978 aus den USA verzögert habe, erklärte Bezirksanwalt Steve Cooley am Donnerstag. Er lehnte es ab zu spekulieren, welche Strafe seine Behörde fordern würde, wenn Polanski in die USA zurückgekehrt sei.

"Ich verfolge niemanden", sagte Cooley. "Es geht darum, dass ein Gerichtsverfahren abgeschlossen wird. Es gibt noch einen Haftbefehl, der wird durchgeführt, und es wird weitere Gerichtsverfahren geben." Er ging mit seinen Äußerungen auf Kritik ein, wie sie in Frankreich und auch in Kreisen der Hollywood-Stars geäußert, die der Justiz Rachsucht vorgehalten haben.

Auch der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger will von einer Vorzugsbehandlung für Polanski nichts wissen. "Es kommt nicht darauf an, ob es sich um Roman Polanski oder um jemand anderen handelt", sagte Schwarzenegger dem US-Nachrichtensender CNN und fügte hinzu: "Diese Dinge müssen behandelt werden wie bei jedem anderen." Der frühere Filmschauspieler sagte, er sei ein Bewunderer von Polanskis Werk. Dennoch dürfe man dem Regisseur keine Vorzugsbehandlung geben. Auf die Frage, ob er eine Begnadigung Polanskis erwägen würde, sagte Schwarzenegger, er erhalte viele solche Gesuche und würde einem solchen von Polanski keine besondere Beachtung schenken.

Nur ein bisschen "aufgepeppt"

Unklar ist weiter der genaue Ablauf des Verfahrens gegen Polanski 1977 und 1978. Ein früherer Staatsanwalt, der zwar nicht mit dem Fall befasst war, aber den zuständigen und inzwischen verstorbenen Richter beeinflusst haben soll, zog seine in einem Dokumentarfilm gemachten Angaben zurück. In Marina Zenovichs Film "Roman Polanski: Wanted and Desired" erklärt David F. Wells, der Richter habe damals auf seinen Rat gehört und eine härtere Bestrafung gegen Polanski vorgehabt als zuvor in einer Vereinbarung verabredet worden sei.

Er habe nie mit dem Richter gesprochen, sagte Wells nun dem US-Nachrichtensender CNN. "Ich habe diese unbedachten Äußerungen nur gemacht, um die Sache ein bisschen aufzupeppen." Seine Aussage in dem Film war jedoch Basis für eine Anklage von Anwälten Polanskis, dass es schwere Verfahrensfehler gegeben habe. Ein Gericht hatte dies zwar dann auf der Grundlage der Aussagen bestätigt, die beantragte Einstellung des Verfahrens aber abgelehnt, weil Polanski nicht selbst in die USA gekommen sei.

Anthony McCartney/AP/dpa