Sarkozy und Bruni Ferien ohne Paparazzi


Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy will diesmal ruhige Ferien verbringen. Statt auf einer protzigen Yacht entspannt er mit Gattin Carla in der Sommerresidenz seiner Schwiegereltern. Bevor sich das Paar in den Urlaub verabschiedet, machte die Première Dame den Ministern und Staatsekretären noch ein persönliches Geschenk.

Frankreichs Première Dame, Carla Bruni, überreichte den Ministern und Staatssekretären ihres Mannes vor den Sommerferien ihre jüngste CD, "Comme Si De Rien N'Etait" ("Als ob nichts gewesen wäre"), die vor gut zwei Wochen erschienen und umgehend auf Platz eins der französischen Hitparaden gelandet war. Haushaltsminister Eric Woerth verließ die letzte Kabinettssitzung vor dem Urlaub mit der Scheibe unter dem Arm und sagte Journalisten, er höre "gute CDs, vor allem die von Carla Bruni".

Staatschef Nicolas Sarkozy hatte alle Minister und Staatssekretäre zu einem Umtrunk in den Elysée-Palast geladen, um eine Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen, ihnen zu danken und "schöne Ferien" zu wünschen, wie es hieß. Der Präsident und seine Frau wollten am Abend ihren Urlaub in Südfrankreich beginnen; zurückerwartet wird Sarkozy zu einer Kabinettssitzung am 21. August.

Drei Wochen lang wird sich das Paar in der Villa der Familie Bruni-Tedeschi in Cap Nègre an der französischen Mittelmeerküste aufhalten, berichtete die Zeitung "Le Figaro" am Montag. "Carla und ich nehmen nur die Kinder, Bücher und DVDs mit", sagte Sarkozy der Zeitung. Außer zum Joggen werde er das Familienanwesen Brunis am Cap Nègre an der französischen Mittelmeerküste nicht verlassen, kündigte der Präsident an - nicht einmal, um ins nahegelegene Saint-Tropez zu fahren. Allerdings sei es möglich, dass er einen Ausflug über die italienische Grenze mache, in die Heimat seiner Frau.

Luftsperre über dem Ferienhaus

Unterbrechen wird Sarkozy seine Ferien im August für drei Tage zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking, wie es im "Figaro" hieß. Nach China komme die First Lady aber nicht mit. Das Anwesen an der Mittelmeerküste gehört der Familie von Carla Bruni und liegt nur wenige Kilometer entfernt von der Festung Bregançon, der offiziellen Sommerresidenz der französischen Staatschefs. Sarkozy werde aber höchstens zum Arbeiten nach Bregançon fahren, hieß es in dem Bericht; den Großteil der Ferien wolle er in Ruhe in Cap Nègre verbringen. Der Luftraum über den beiden Anwesen ist bereits seit Mitte Juli gesperrt.

Aus Fehlern gelernt

Seinen ersten Urlaub als Präsident hatte Sarkozy im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht, was in Frankreich für einigen Unmut sorgte. Außerdem wurde seinerzeit viel über den Zustand seiner Ehe spekuliert, weil seine damalige Frau Cécilia sich während der Ferien kaum mit ihm sehen ließ - eine Einladung zum Essen bei US-Präsidentenpaar Bush sagte Sarkozys Frau in letzter Minute ab und ließ ihren Mann alleine fahren. Wenige Wochen später wurde die Trennung des Paares bekannt.

Sarkozy selbst trug einiges dazu bei, dass sein Urlaub weltweit Beachtung fand: Bei einer Bootstour in Neuengland legte er sich mit einem Boulevardfotografen an, beim Joggen gab er den Journalisten Auskunft, die ihm auflauerten. Für Medienrummel sorgte auch der erste gemeinsame Urlaub von Sarkozy und Bruni zur Jahreswende. Gemeinsam mit Brunis Sohn Aurélien verbrachte das Paar mehrere Tage in Ägypten und ließ sich dabei auf Schritt und Tritt von Fotografen und Kamerateams begleiten. Ein Szenarium, das Bruni-Sarkozy heute als Mutter bereut, das sie ihren Sohn offen den Medien preis gab.

DPA/AFP/jum DPA

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