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Schauspielerin Leisha Hailey aus Flieger geworfen: Küssen verboten

Ist sie aus der Maschine geflogen, weil sie lesbisch ist? Das behauptet jedenfalls die US-Schauspielerin Leisha Hailey. Ein Kuss zwischen ihr und ihrer Freundin hat an Bord eines Southwest-Airlines-Fluges für Ärger gesorgt. Während Hailey Rache schwört, sieht die Airline den Vorfall etwas anders.

Ihr Rachefeldzug ist in vollem Gange: "Boykottiert Southwest Airlines", hat US-Schauspielerin Leisha Hailey alle Homosexuellen via Twitter aufgerufen. "Die mögen uns nicht." Und Hailey, die durch die Serie "The L-Word" bekannt wurde, poltert weiter: "Ich will eine öffentliche Entschuldigung und eine Entschädigung von Southwest." Warum die 40-Jährige derart in Rage ist? Sie wurde aus einem Flugzeug geworfen, weil sie ihre Freundin geküsst hat.

Hailey und ihre Begleiterin waren am Montag an Bord des Southwest-Airlines-Fluges 2274 von Baltimore nach St. Louis. Kurz nach dem Start wurden sie von Crew-Mitgliedern aufgefordert, Küsse zu unterlassen. Die Fluggesellschaft behauptet, dass mehrere Passagiere sich über das "exzessive" Küssen zwischen Hailey und ihrer Freundin beschwert hätten. In St. Louis wurde das Paar schließlich von Flugbegleitern aus der Maschine abgeführt.

"Das ist ein Skandal", twitterte Hailey und wirft der Airline vor, homophob zu sein und Homosexuelle zu diskriminieren. Ein Flugbegleiter habe ihr erklärt, dass "Southwest" eine Familien-Fluglinie sei und Küssen vor anderen Passagieren deshalb nicht in Ordnung wäre. "Seit wann ist öffentliche Zuneigung für jemanden, den man liebt, illegal?", fragt Hailey und stellt den Begriff "Familien-Airline" infrage.

Southwest war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen einer sehr rabiaten Auslegung von Flugvorschriften in die Schlagzeilen geraten. So wurde Regisseur Kevin Smith ein Flug verweigert, weil er angeblich zu dick sei, der Musiker Billy Joe Armstrong musste die Maschine verlassen, weil er eine Baggy-Jeans trug, aus der seine Unterhose ein Stück zu weit hervor lugte.

Airline weist Homophobie-Vorwurf zurück

Die Airline bemühte sich am Montag um Schadensbegrenzung. Hailey sei nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Flugzeug verwiesen worden, sondern weil der Streit zwischen ihr und den Flugbegleitern an Bord eskaliert sei. Die Crew habe es für besser gehalten, die Auseinandersetzung am Boden und nicht an Bord zu klären, heißt es in einer Pressemitteilung.

In amerikanischen Internetforen und Kommentaren wird derweil die Frage diskutiert, wie "exzessiv" der Kuss zwischen Hailey und ihre Freundin wohl gewesen sein muss, damit sich Passagiere ernsthaft darüber aufregen. Für Aufklärung will Hailey selbst sorgen. Sie will den Vorfall angeblich mit ihrem Handy dokumentiert haben und sowohl Audio- als auch Videomitschnitte besitzen. Der Rachefeldzug kann also weitergehen.

mai