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Scheidungskrieg: Mills sagte vor Gericht falsch aus

Gegen den Willen von Heather Mills ist das Urteil über ihre Scheidung von Ex-Beatle Paul McCartney mit allen Einzelheiten veröffentlicht worden. Darin beschreibt Richter Hugh Bennett die Aussagen Mills' als widersprüchlich, ungenau und nicht sehr aufrichtig.

Heather Mills, 40, Ex-Frau des ehemaligen Beatles Paul McCartney, hat einen Tag nach dem Scheidungsurteil eine schwere Schlappe erlitten. Nach Angaben des Scheidungsrichters Hugh Bennett war das ehemalige Model "alles andere als eine beeindruckende Zeugin" vor Gericht. Einige ihrer Angaben seien "nicht nur widersprüchlich und falsch gewesen, sondern auch alles andere als aufrichtig", hieß es in dem am Dienstag komplett veröffentlichten Urteil. Zuvor hatte Mills noch versucht, die Veröffentlichung des Scheidungsurteils zu stoppen. Berufungsrichter in London hatten ihren Antrag jedoch abgelehnt.

McCartney, 65, habe sich "die ganze Zeit in gemäßigter Art und Weise mit berechtigter Verärgerung, aber nicht mit Wut geäußert", hieß es in dem fast 60 Seiten starken Papier, das auch online zu lesen war. "Er war widerspruchsfrei, akkurat und aufrichtig."

Mills wollte mit dem Antrag, die Veröffentlichung zu stoppen, nach eigenen Angaben ihre gemeinsame vierjährige Tochter Beatrice schützen. Die Regelungen über deren Unterhalt sollten demnach nicht "breitgetreten" werden. "Frau Mills glaubt, dass ihre Tochter (durch die Veröffentlichung) einer wirklichen Gefahr ausgesetzt ist. Das ist zutiefst verstörend", sagte ihr Berater David Rosen in London.

Mills bezeichnete 25 Millionen Pfund als "armselig"

Am Vortag hatte der Richter in dem bitteren Scheidungskampf sein Urteil gefällt: McCartney muss danach 24,3 Millionen Pfund (rund 32 Millionen Euro) an Mills zahlen. Verlangt hatte sie allerdings das Fünffache (fast 125 Millionen Pfund), während McCartney ihr 15,8 Millionen Pfund anbot. Mills' Forderung "ist und war unangemessen, ja exorbitant", heißt es in dem Urteil. Die ihr zugesprochene Summe beinhaltet eine Geldsumme von 16,5 Millionen Pfund sowie Vermögenswerte, die sich bereits in Mills' Besitz befinden, im Wert von 7,8 Millionen Pfund. Außerdem muss McCartney jährlich 35.000 Pfund für seine vierjährige Tochter Beatrice zahlen und das Kindermädchen sowie Schulgebühren finanzieren. Mills bezeichnete den Betrag als armselig. Offenbar solle das Kind zweiter Klasse reisen, während der Vater erster Klasse unterwegs sei, sagte sie.

Nach eigenen Worten ist Mills mit der Abfindung "sehr, sehr, sehr zufrieden". Dass sie aber mit dem Ausgang des Prozesses wohl nicht ganz so glücklich war, belegen Berichte, wonach sie McCartneys Anwältin Fiona Shackleton ein Glas Wasser über den Kopf geschüttet haben soll. Mills sagte später zu Reportern, Shackleton sei "im Gericht getauft" worden.

Der Musiker und das Ex-Model hatten sich 1999 kennengelernt - ein Jahr nach dem Tod von McCartneys erster Frau Linda, mit der er 29 Jahre lang verheiratet war. Im Juni 2002 folgte die Hochzeit, im Oktober des folgenden Jahres wurde Tochter Beatrice geboren. Die Trennung wurde im Mai 2006 bekanntgegeben, im Juli desselben Jahres reichte McCartney die Scheidung ein.

DPA/AP / AP / DPA