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Sean Bean: Eine Karriere voller Tode

Er kam, sah und starb: Kaum jemand erleidet so häufig den Leinwandtod wie Sean Bean. Heute wird der britische Schauspieler 60 Jahre alt.

Sean Bean hat - im Gegensatz zu seinen meisten Rollen - das 60. Lebensjahr erreicht

Sean Bean hat - im Gegensatz zu seinen meisten Rollen - das 60. Lebensjahr erreicht

Gevierteilt, geköpft, ertrunken, durch eine Satellitenschüssel erschlagen, von Pfeilen durchbohrt, ja gar von einer wilden Herde Kühe massakriert: wohl kein Schauspieler stirbt öfter, tragischer und kreativer, als der Brite Sean Bean. Im wahren Leben erfreut sich der sympathische Mime aber zum Glück bester Gesundheit und feiert am heutigen Mittwoch seinen 60. Geburtstag. Sein Leben in einigen interessanten Anekdoten zusammengefasst.

Leben und sterben lassen

Sean Bean wird am 17. April 1959 als Shaun Mark Bean im englischen Sheffield geboren. Früh in seiner Karriere etabliert er sich als perfekte Besetzung für vielschichtige, zwielichtige Figuren - kein Wunder also, dass er so oft ein jähes Leinwandende findet. Er selbst hat sich das Pech seiner Figuren jedenfalls immer auf diese Weise erklärt, wie er einst im Interview mit US-Talkshow-Ikone Larry King (85) schmunzelnd verraten hat.

25 Mal ist Bean bis heute meist eindrucksvoll aus dem Leben geschieden. Zu den erinnerungswürdigsten Momenten zählen dabei sicherlich als "Bond"-Schurke Alec Trevelyan alias 006 in "James Bond 007 - GoldenEye" (1995), sein unrühmliches (und kopfloses) Ende als Ned Stark in der ersten Staffel von "Game of Thrones" sowie selbstredend Boromirs Heldentod in "Der Herr der Ringe: Die Gefährten" (2001): "Ich wäre dir gefolgt mein Bruder, mein Hauptmann, mein König!"

Wunschrollen, Höhenangst und ein "Souvenir"

Apropos James Bond: Um ein Haar wäre er Pierce Brosnans (65) Vorgänger geworden. Zumindest sprach er für den 1987er-Film "Der Hauch des Todes" als Doppelnullagent vor. Den Zuschlag erhielt damals aber bekanntlich Timothy Dalton (73), der zwei Jahre später auch noch einmal in "Lizenz zum Töten" den Agenten mimen durfte. Sechs Jahre später fand sich Bean in "GoldenEye" dann doch noch in einem "Bond"-Streifen - nur auf der falschen Seite.

Eine weitere Geschichte, die gerne über den Briten erzählt wird, hängt mit seiner Flugangst zusammen. Die war am Set von "Der Herr der Ringe" derartig ausgeprägt, dass sie ihn zur Lachnummer der anderen Gefährten machte. Denn während die alle gemütlich per Helikopter zu Drehs auf einem Berg flogen, machte sich Bean zu Fuß zum Set auf - in voller Boromir-Kostümierung. Die Erschöpfung musste er im Gegensatz zu den anderen Darstellern also nicht spielen.

Ein Andenken der besonderen Art gab es derweil 1992 von Harrison Ford (76). Die beiden spielten damals die Antagonisten in "Die Stunde der Patrioten", bei dem - wie könnte es anders sein - am Ende Bean das Zeitliche segnete. Aber nicht, bevor ihm Ford aus Versehen mit einem Bootshaken eine echte Wunde über dem linken Auge zufügte. Noch heute kann die Narbe von dem Unfall erspäht werden.

Von wegen die Nummer eins

Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber tatsächlich gibt es noch einige Schauspieler, die öfter als Sean Bean ins Kino-Gras beißen mussten. In der Tat hat es das Geburtstagskind noch nicht einmal in die Top-5 geschafft. Wohl uneinholbar an Platz eins liegt Christopher Lee (1922-2015), der sage und schreibe rund 60 Mal den Tod fand - davon alleine zehn Mal als Dracula.

Sogar John Hurt (45 Mal), Bela Lugosi (36 Mal), Vincent Price (32 Mal) und ja, auch Samuel L. Jackson (28 Mal) hat es schon öfter erwischt. Vielleicht kann Bean aber noch etwas aufholen.

Fünf Ehen, vier Scheidungen

In etwa so langlebig wie seine Rollen schien bisher sein Glück in der Liebe zu sein. Vier von fünf Eheschließungen wurden bereits geschieden. Seit 2017 ist er mit seiner fünften Frau, Ashley Moore, verheiratet. Sie soll 26 Jahre jünger sein als er. Der Nachwuchs ist überschaubar geblieben. Sean Bean hat drei Kinder, allesamt Töchter, aus zwei seiner früheren Ehen: Lorna Bean, Molly Bean und Evie Natasha Bean. Weitere Kinder sind jedoch nicht ausgeschlossen, wie er im Februar dieses Jahres in einem Interview mit der "Times" sagte.

SpotOnNews