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Netflix-Doku Shania Twain: Erst verlor sie ihre Stimme, dann ihren Mann an die beste Freundin

Shania Twain
Shania Twain kennt Höhen und Tiefen, nicht nur bei ihrer Stimme, sondern auch im Leben
© Imago/xFayexSadoux
Shania Twains Leben ist geprägt von Höhen und Tiefen. Auf die Reise durch fünf Jahrzehnte der Sängerin nimmt uns die Netflix-Doku "Shania Twain – Not just a Girl". Viele Schicksalsschläge musste der Weltstar bereits überwinden.

"Sobald man von jemandem abhängig ist, verliert man etwas". Ein wahrer Satz, der als Einstieg in die Dokumentation über Country-Pop-Sängerin Shania Twain gewählt wurde. Wortstark geht es weiter, "du verlierst dann vor allem das Recht zu entscheiden". Das gilt bei Twain sowohl für den beruflichen Werdegang, als auch für die Liebe, doch dazu später mehr. 

Die Kanadierin wurde schon früh von ihrer Mutter darauf gedrillt, Musik zu machen. Als diese ihr Gesangstalent erkannte, schleppte sie die junge Shania regelmäßig nachts in Bars, damit sie dort sang und auf sich aufmerksam machte. Sie wuchs in einem gewalttätigen Haushalt auf, so Twain in der Netflix-Produktion. Shania Twain sperrte sich in ihr Zimmer ein und trainierte ihren Gesang und wollte mit der Musik alle in ihrer Familie retten. Doch das gelang ihr nicht, ihre Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben, als Shania Twain 22 Jahre alt war. Fortan war sie in der Verantwortung, sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern. Schnell stellte sie fest, dass das Singen ihr mehr Geld in die Kasse spülte als ein normaler Job. Doch der Weg war hart und erforderte viel Disziplin. Mit einer Show-Verpflichtung in dem Deerhurst-Resort hielt sie die Familie über Wasser. 

Shania Twain: Mit viel Ehrgeiz zur Weltkarriere

Über die Zeit fand sie eine Freundin und Managerin in Mary Bailey, die ihr bei dem Erreichen ihrer musikalischen Ziele über Jahrzehnte helfen würde. Twain beschreibt, wie schwer es für sie damals war, sich in der County-Musikszene durchzusetzen. "Shania Twain hatte vielleicht nicht Feministin auf ihrem Hut stehen, sie tat es einfach", so ein Kommentar in der Doku. Mit viel Ehrgeiz erarbeitete sie sich eine Weltkarriere. Doch in ihrem Privatleben gab es herbe Rückschläge.

Sie gelangte an den Musikproduzenten Robert John "Mutt" Lange, der maßgeblich an ihrem Erfolg beteiligt war und auch privat funkte es zwischen den beiden. 1993 heirateten sie, 2001 folgte ein gemeinsamer Sohn. Doch 2010 zerbrach die Ehe, die Sängerin musste eine der schlimmsten Erfahrung in einer Beziehung machen. Ihr Mann war untreu und das mit ihrer besten Freundin. Sie fand das in einer Zeit ihres Lebens heraus, wo sie gesundheitlich sehr angeschlagen war.

Der schlimmste Schicksalsschlag ihres Lebens: Ihr Mann und ihre beste Freundin

Durch einen Zeckenbiss hatte sie sich kurz vorher Borreliose eingefangen und litt unter Schwindel, Blackouts und sogar dem Verlust ihrer Stimme. Ihre Atmung war fortan anders und sie musste erneut lernen zu singen. Doch nicht die Krankheit beschreibt sie als den schlimmsten Tiefpunkt ihres Lebens, sondern den doppelten Betrug an ihr durch zwei Menschen, die ihr mehr als alles bedeutet hatten. "Das war ein ganz neuer Tiefpunkt, dann sah ich noch nicht mal mehr Sinn in meiner Musikkarriere." Für sie fühlte sich dieser Abschnitt ihres Lebens erneut an, als sei jemand gestorben. "Wie soll ich darüber hinwegkommen?", waren ihre damaligen Gedanken.

Sie verlor in einem Moment ihres Lebens so gut wie alles und sagt heute, "dass sie sich als Individuum ganz neu finden musste". Auch erneut ins Studio zu gehen, Songs zu schreiben und zu produzieren, alles ohne ihren einstigen Musikproduzenten-Ehemann kostete die Sängerin viel Kraft. Doch sie fand den Weg zurück und sich selbst auch wieder. 2017 veröffentlichte die 56-Jährige ihr Album "Now" und nun nimmt sie ihre Fans bei Netflix mit auf eine Reise durch ihr Leben. Eine durchaus kurzweilige und inspirierende Geschichte eines Weltstars, dem wie vielen anderen Menschen wenig geschenkt wurde und der sich mit harter Arbeit eine große Karriere aufbauen konnte.

ckl

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