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Peinlicher Instagram-Post: Sophia Thomalla macht sich über Weinstein-Opfer lustig

Es sollte ein Witz sein, doch er macht deutlich, wie wenig Sophia Thomalla die Welt um sich herum versteht: Auf Instagram machte sie sich über die Missbrauchs-Opfer von Harvey Weinstein lustig.

Model? Schauspielerin? Rockerbraut?: Wer ist eigentlich... Sophia Thomalla?

Der wahre Grund, warum ich die Rolle bekommen hab. #enemefilm

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Es ist einer der größten Skandale Hollywoods: Über 40 Frauen berichten mittlerweile von sexuellen Übergriffen durch Harvey Weinstein, im schlimmsten Fall werfen sie ihm Vergewaltigung vor. Jahrzehntelang hat der mächtige Filmproduzent junge Frauen ausgenutzt, hat die sprichwörtliche Besetzungscouch bittere Realität werden lassen. Die Opfer, darunter namhafte Stars wie Rose McGowan oder Gwyneth Paltrow, sind teilweise bis heute schwer traumatisiert. Weinstein gab einige Belästigungen zu, dementiert jedoch die Vergewaltigungen. In diese Gemengenlage hat sich nun Sophia Thomalla eingemischt.

Wer die Äußerungen der Schauspieler-Tochter in der Öffentlichkeit verfolgt, ahnt, dass jetzt nichts Gutes kommt. Die 28-Jährige kokettiert damit, sich als Anti-Feministin darzustellen. "Wer als Frau ständig für Gleichstellung und gegen Sexismus wettert, hat offenbar noch nie ein Kompliment bekommen", sagte sie zum Beispiel vor zwei Jahren in der Talkshow "Hart aber Fair". Es ist vermutlich diese weltfremde Einstellung, die sie zu ihrem aktuellen Instagram-Posting verleitet hat. Zu einem Foto, das sie nur in Dessous bekleidet auf einem Bett sitzend zeigt, schrieb Thomalla: "Der wahre Grund, warum ich die Rolle bekommen hab."

Thomalla zeigt keine Empathie für Menschen außerhalb ihrer Mainstream-Blase

Es ist ein Seitenhieb auf die traurigen Geschichten aus Hollywood, die seit Wochen die Schlagzeilen beherrschen. Doch zum Lachen ist das eigentlich nicht, was allein die Aktion "Me, too" in den vergangenen Tagen gezeigt hat. Zehntausende Frauen haben sich unter dem Hashtag über sexuelle Belästigungen im Alltag ausgetauscht. Haben davon berichtet, wie normal es fast überall auf der Welt ist, gegen ihren Willen begrapscht oder bedrängt zu werden.

Das Ironische daran: Die Kommentare unter Thomallas Foto zeigen deutlich, wie selbstverständlich viele Männer Frauen auf ihren Körper reduzieren. "Du geile Sau","So kannst du dich auch mal wieder im Playboy zeigen", "Du Miststück", "Schade, dass ich keine Rolle mehr zu vergeben habe" oder auch "Mach mehr Sport" ist dort in hundertfacher Variation zu lesen. Mag sein, dass das die Komplimente sind, die Sophia Thomalla schätzt. Nur leider scheint sie nicht zu verstehen, dass sie sich darüber auch freuen könnte, wenn sie nicht gleichzeitig das Leid anderer ins Lächerliche ziehen würde.

Sie versteht wohl auch nicht, dass nicht jede Frau ihr Aussehen nutzen möchte, um von Männern bewertet zu werden - aber Männer das trotzdem häufig tun. Sie sieht offenbar nicht, dass sie mit ihrem gesellschaftlich akzeptierten Mainstream-Look in einer privilegierten Situation ist. Sie durchschaut nicht, dass ihr Kommentar nicht provokant ist, sondern den gesellschaftlichen Status Quo nur bestätigt. Hinzu kommt, dass Thomalla durch ihre Bekanntheit und finanziellen Möglichkeiten eine gewisse Macht hat, die viele andere nicht haben. Zahlreiche Frauen berichteten nach dem Weinstein-Skandal von beruflichen Situationen, in denen sich nicht ernst genommen und zum Sex-Objekt degradiert wurden. Es ist schön, wenn Sophia Thomalla das noch nie erlebt hat - aber es ist leider nicht die Norm.

Übrigens: Auch Bundeskanzlerin Merkel verschließt vor Geschlechterungleichheit lieber die Augen, anstatt politisch etwas zu verändern. "Frauen haben in Deutschland die gleichen Karriere-Chancen wie Männer", sagte sie kürzlich - direkt nach einem Treffen mit Sophia Thomalla.


sst