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TV-Koch Sarkastisches Posting: Steffen Henssler provoziert mit Wut-Kommentar auf Facebook

TV-Koch Steffen Henssler
TV-Koch Steffen Henssler
© Jens Krick / Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Friseure dürfen öffnen, Restaurants nicht – und das, obwohl die Corona-Zahlen doch gerade verhältnismäßig niedrig sind. Bei Steffen Henssler liegen die Nerven blank, auf Facebook ließ er seinem Frust freie Bahn.

Viele Menschen sind derzeit extrem angespannt – auch, weil wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel stehen. Die Pandemie nimmt vielen von uns die Gelassenheit, gönnen zu können. Selbst prominente und vergleichsweise gut gestellte Menschen trifft die aktuelle Lage: Auf Facebook explodierte jetzt etwa TV-Koch Steffen Henssler. Er teilte einen wütenden, sarkastischen Post mit seinen Fans. Der kam aber nicht bei allen gut an.

Anlass für Hensslers Unmut war offenbar die Entscheidung, Friseure wieder öffnen zu lassen, Restaurants aber nicht. Der 48-Jährige betreibt inzwischen fünf Restaurants in Hamburg, München und Travemünde. Die werden weiterhin geschlossen bleiben müssen. Er schrieb in seinem Post: "Es gibt im Moment 159.300 aktive Coronafälle in Deutschland. Das sind 0,19% der Gesamtbevölkerung. Heißt ja, nach offiziellen Zahlen, haben 99,81% nichts. Und zum Dank, weil die Tendenz weiter sinkend ist, darf ich in knapp drei Wochen wieder zum Friseur!! Alter, wie geil ist das denn!"

Steffen Henssler will wieder öffnen

Wer mit solch scheinbar niedrigen Zahlen jongliert, läuft allerdings schnell Gefahr, in die Querdenker-Ecke gestellt zu werden. Denn vergessen wird hier ja der Effekt der bisherigen Maßnahmen. Wer sich mit dem wichtigen Reproduktionswert auskennt, weiß, wie schnell eben diese Zahlen ohne Lockdown wieder explodieren würden. Man erinnere sich, wie sich 2020, zu Beginn der Pandemie, Kabarettist Dieter Nuhr mit einem ähnlich Statement ordentlich in die Nesseln setzte:

Ein Tweet von Dieter Nuhr aus dem März 2020
Der inzwischen gelöschte Tweet von Dieter Nuhr aus dem März 2020
© Screenshot Twitter / @dieternuhr

Aber das Gefühl von Machtlosigkeit und Existenzangst können natürlich trotz der fragwürdigen Botschaft Hensslers viele nachvollziehen. Der Post erntete schnell rund 28.000 Likes und wurde mehr als 11.000 Mal geteilt. In den rund 4000 Kommentaren sammelt sich aber auch Kritik. "Tja, Meister Henssler, Corona ist halt keine schnelle Nummer", schreibt ein Nutzer. "Die anderen 99,81% haben nicht 'nichts' – einige haben Krebs, einen Herzinfarkt, Schlaganfall und und und. Die sollen aber nicht in Röhre gucken, weil die rund 27.000 Intensivbetten – also für rund 0,03% der Bevölkerung – mit Corona-Patienten belegt sind!"

Eine Frau kommentiert: "Ich bin ja eigentlich großer Fan von dir, aber diese Bemerkung ärgert mich schon. Sicher, es sind schwere Zeiten, aber es gibt da nix zu verharmlosen. Ich habe diese Krankheit gehabt und weiß, wovon ich rede. Wünsche dir, dass du gesund bleibst." Und ein Mann schreibt: "Ein Bekannter von uns kämpft gerade um sein Leben, volles Coronaprogramm. Der würde sicherlich auch lieber beim Friseur sitzen oder im Restaurant! Trifft es jemanden aus dem Henssler-Clan, denkt auch ein Steffen anders." Vermutlich hat er damit recht – aber wünschen will man diese Erfahrung natürlich niemandem.

wt

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