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Weinstein-Skandal: "Ich habe genug gewusst" - Tarantino bereut sein Schweigen

Dass Harvey Weinstein jahrelang Frauen sexuell belästigen konnte, lag auch am Schweigen seines Umfelds. Regisseur Quentin Tarantino hat nun zugegeben, wider besseren Wissens nichts gegen seinen Freund und Mentor unternommen zu haben.

Es sei ein Schock, davon habe man nichts geahnt: So fielen die meisten Reaktionen auf den Belästigungs-Skandal um in Hollywood aus. Nur wenige gaben zu, zumindest Gerüchte gehört zu haben - während immer mehr Frauen ihre schrecklichen Erlebnisse mit dem einflussreichen Filmproduzenten öffentlich machten. Mittlerweile sind es über 50 Anschuldigungen, die von Belästigung bis Vergewaltigung reichen. Und davon will keiner gewusst haben? Quentin Tarantino gab nun zu, dass ihm mehrere Vorfälle bekannt waren.

Der Star-Regisseur gab der "New York Times" ein Interview und sprach über den Fall seines Kumpels und Mentors. "Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun, als ich getan habe", gestand Tarantino. "Es war mehr als ein normales Gerücht. Es war kein Hörensagen. Ich wusste, dass er einige dieser Dinge getan hat." So war er mit der Schauspielerin Mira Sorvino liiert, die von Belästigungen berichtete und hatte von Rose McGowan auch gehört, dass sie ein Schweigegeld bekam.

Quentin Tarantino

Quentin Tarantino hat sich nun zum Skandal um Harvey Weinstein geäußert

Picture Alliance

Tarantino bereut sein Schweigen - und fordert alle Männer auf, nun zu handeln

Der 54-Jährige bereut, nicht eingegriffen zu haben. "Ich wünschte, ich hätte die Verantwortung für das übernommen, was ich gehört hatte. Wenn ich damals das getan hätte, was richtig gewesen wäre, hätte ich nicht mehr mit ihm zusammengearbeitet." Weinstein hat Tarantino in den 90ern groß gemacht, seine Filme wurden fast alle von ihm produziert. Die beiden sind befreundet, erst kürzlich soll Weinstein eine Verlobungsparty für Tarantino geschmissen haben.

Jetzt appelliert auch an die anderen Männer in Hollywood, die von den Vorkommnissen wussten: "Gebt nicht nur Statements ab. Gebt zu, dass etwas sehr falsch lief. Schwört, dass wir unsere Schwestern künftig besser behandeln."

Mittlerweile ermittelt auch die Polizei in Los Angeles wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gegen . Dieser dementiert, jemandem zum Sex gezwungen zu haben, gab Belästigungen jedoch zu. In einem offenen Brief forderten die Mitarbeiter der Weinstein Company außerdem, von ihren Schweige-Verträgen befreit zu werden, damit offen über die Anschuldigungen gesprochen werden kann.


sst

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