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Überraschender Besuch auf der Documenta Brad Pitt isst Pommes in Kassel


Aufregung in der deutschen Provinz: Brad Pitt hat die Documenta in Kassel besucht. Die Lokalpresse ist begeistert. Vor allem darüber, dass der "Schauspiel-Weltstar" zum Essen blieb.
Von Jens Maier

Nürnberg hat die Rostbratwurst, Wien das Schnitzel und Berlin die Currywurst. Die kulinarischen Leckereien aus Kassel klingen hingegen eher bescheiden. Das "Weckewerk" führt die Online-Enzyklopädie Wikipedia als lokale Spezialität auf, ein aus "Fleischnebenprodukten hergestelltes Nahrungsmittel". Wem sich bei dem Gedanken noch nicht der Magen umgedreht hat, kann als zweiten Gang eine "Ahle Wurscht" bestellen, was auf Hochdeutsch nichts anderes bedeutet als "Alte Wurst". Nein, Gourmets scheinen in Kassel nicht zu Hause zu sein. Umso erstaunlicher, dass es bei der Berichterstattung über den Besuch von Brad Pitt vornehmlich ums Essen ging.

Der Hollywood-Schauspieler hat am Donnerstag die Kunstausstellung Documenta in Kassel besucht. Pitt, der ohne Angelina Jolie und Kinder gekommen war, ließ sich von Ausstellungsleiterin Carolyn Christov-Bakargiev die Exponate der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst zeigen und hat sich mit einer Gruppe von amerikanischen Künstlern getroffen. Pitts Besuch war unangekündigt. Doch nicht nur die Veranstalter der Documenta und die Kasseler selbst, sondern vor allem die Lokalpresse versetzte das Ereignis in Aufregung.

Der "Schauspiel-Weltstar", der zum Essen bleibt

"US-Star Brad Pitt besuchte die documenta - Abendessen in Kassel", titelte die Onlineausgabe der "Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung" und will den Lesern damit offenbar klar machen, dass die eigentliche Sensation nicht der Besuch an sich, sondern die Tatsache ist, dass der "Schauspiel-Weltstar", wie er dort genannt wird, auch den Abend in Kassel verbracht hat. Und das sogar zum Essen. Offenbar war die Sorge groß, dass Pitt in sein Flugzeug steigen könnte, mit dem er am Vormittag auf dem Regionalflughafen Kassel-Calden gelandet war, um der deutschen Provinz so schnell wie möglich wieder zu entfliehen. Doch er blieb.

Vielleicht hat ihn ja das Mittagessen überzeugt. Das "gab es im Schlosshotel - ganz bodenständig: Hähnchenkeule mit Pommes hatte Brad Pitt bestellt", weiß die Zeitung zu berichten. Und als wäre das nicht genug Information über die ungesunden Essgewohnheiten Pitts, geht die "HNA" beim Abendessen richtig ins Detail. Gegessen habe er in einem Restaurant, in dem sonst "Prominente wie Mario Adorf, Udo Jürgens und Peter Maffay" verkehrten. "Die Gruppe um den Schauspieler hat zunächst den Vorspeisenteller und eine Doppelmagnum-Flasche Tignanello bestellt", heißt es dort über Pitts Abend in der "Osteria an der Jordanstraße", die immerhin im "Gault Millau" gelistet wird.

Von den hessischen Spezialitäten hat Pitt die Finger gelassen. Vielleicht war das besser so. Denn immerhin wollte er auch am Freitag die Ausstellung besuchen. Schließlich gibt es neben fragwürdigem Essen in Kassel derzeit vor allem gute Kunst. Dank Reportern vor Ort wissen wir sicherlich bald, was er zum Frühstück hatte.


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