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Unterschlagung: Urteil schockt TV-Moderator Spengemann

Der TV-Moderator Carsten Spengemann ist vom Hamburger Amtsgericht wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt worden.

Der TV-Moderator Carsten Spengemann ist vom Hamburger Amtsgericht wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah es heute bei der Urteilsverkündung als erwiesen an, dass der 30 Jahre alte Schauspieler ("Verbotene Liebe") und Moderator ("Deutschland sucht den Superstar") einer Bekannten aus Berlin einen Cartier-Ring im Wert von rund 1.740 Euro nicht zurückgegeben hat. Die Staatsanwaltschaft hatte 49.500 Euro Geldstrafe gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Wie an den beiden früheren Verhandlungstagen im Strafjustizgebäude hatten erneut zahlreiche Kamerateams und Fotografen die Tür zum Saal 201 b belagert. Anders als zum Prozessbeginn scheute Spengemann zur Urteilsverkündung aber das Blitzlichtgewitter und Scheinwerferlicht. Lediglich die Mutter des Angeklagten, Marianne Spengemann, war im Gericht. Kopfschüttelnd lauschte sie den Ausführungen des Staatsanwaltes und hörte mit erschrockenem Gesicht die Urteilsbegründung.

"Ammenmärchen Aussage gegen Aussage"

Spengemann hatte stets beteuert, er habe den Ring nie gehabt. Nachdem der Moderator und das ihn verklagende Model sich geäußert hatten, musste nach den Worten des Richters geklärt werden: "Wer von beiden hat uns belogen? Einer muss es gewesen sein". Dabei müsse Schluss gemacht werden mit dem "Ammenmärchen Aussage gegen Aussage". Das Gericht müsse vielmehr fragen: "Haben wir sie oder ihn schon mal beim Lügen erwischt?". Und eben das sei bei Spengemann der Fall gewesen. Der Angeklagte hatte nach Fragen zu seinem Einkommen von 42.000 Euro im Jahr gesprochen. Seine Managerin berichtete dagegen von rund 200.000 Euro im Jahr. Dieses Einkommen war die Grundlage für die Geldstrafe, die das Gericht aus 80 Tagessätzen mit je 500 Euro errechnete.

Zuvor hatte der Verteidiger vergeblich versucht, die Glaubwürdigkeit der Klägerin in Frage zu stellen. Zudem fehlt ein Motiv. "Dass er kein Kind von Traurigkeit ist, hat der Angeklagte selbst zugegeben", meinte sein Anwalt. Daraus könne man aber nicht schließen, dass der 30-Jährige nach einem Streit mit der Bekannten aus Rache den Ring behalten habe. Bei einer Verurteilung würden auch andere Prominente vor der Gefahr stehen, sich künftig gegen ähnliche Vorwürfe von enttäuschten Verflossenen wehren zu müssen. Der ganze "Fall Spengemann" sei lediglich "die Folge einer enttäuschten Liebesnacht" gewesen. Sein Mandant müsse daher freigesprochen werden.

Nicht nur der Staatsanwalt, der 49.500 Euro Geldstrafe gefordert hatte, sah es anders, sondern auch der Richter. Nach der Urteilverkündung drängte sich der Verteidiger durch eine Traube von Journalisten und sagte lediglich: "Ich muss das erst mit Herrn Spengemann erörtern". Auch die an früheren Prozesstagen sehr mitteilsame Mutter Spengemann reagierte kurz angebunden. "Ich will jetzt keinen Kommentar abgeben", meinte sie unmittelbar vor dem Gerichtsgebäude.