Urteil Fürst Albert unterliegt der "Bunten"


Im Rechtsstreit um die Berichterstattung über seinen unehelichen Sohn hat Fürst Albert eine Niederlage eingesteckt. Die Zeitschrift "Bunte" darf private Bilder zeigen.

Fürst Albert von Monaco ist mit einer Klage gegen die Berichterstattung der "Bunten" über seinen unehelichen Sohn Alexandre und dessen Mutter Nicole Coste weit gehend gescheitert. Das Oberlandesgericht Karlsruhe beanstandete in seinem veröffentlichten Urteil lediglich die Veröffentlichung eines Fotos, das Albert mit Coste auf einem Sofa sitzend zeigt. Die Veröffentlichung von Bildern, die ihn zusammen mit dem Kind zeigen, waren nach dem Urteil gerechtfertigt.

Da der Kläger seine Vaterschaft bis zur Veröffentlichung der Bilder noch nicht offiziell anerkannt hatte, sei es gerechtfertigt, zu zeigen, wie er sich seinem Sohn in liebevolle Weise zuwende, auch in häuslicher Atmosphäre. "Durch diese Art der Präsentation konnte der Aussagegehalt der gesamten Wort- und Bildveröffentlichung - Vaterschaft des Klägers - in glaubwürdiger Weise demonstriert werden", erklärte das OLG. Nach einem 1999 ergangenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Fall von Alberts Schwester Caroline kann die Veröffentlichung von Bildern der Kinder Prominenter ohne Einwilligung rechtlich beanstandet werden.

Ein Interview mit Coste war ausschlaggebend

Die Zeitschrift "Bunte" hatte in zwei Ausgaben ein Interview mit Coste wiedergegeben und ohne Einwilligung des Adeligen über die Beziehung und dessen Vaterschaft berichtet. Den Wahrheitsgehalt hatte Fürst Albert nicht bestritten. Er wollte per Gericht die Unterlassung einzelner Aussagen und die Veröffentlichung mehrerer Fotos durchsetzen, da diese Berichterstattung in rechtswidriger Weise in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht und in sein Recht am eigenen Bild eingreife. Das Landgericht Freiburg hatte in erster Instanz die Klage abgewiesen. Die Berufung beim Oberlandesgericht Karlsruhe blieb überwiegend ohne Erfolg.

Das OLG erklärte, die angegriffene Wortberichterstattung sei nicht rechtswidrig, so dass sie keine Wiederholungsgefahr und damit auch keine Unterlassungsansprüche begründe. "Sie berührt weder die absolut geschützte Intimsphäre des Klägers, noch stellt sie einen nicht gerechtfertigten Eingriff in seine Privatsphäre dar", urteilte das Gericht. Die Intimsphäre umfasse den "unantastbaren innersten Lebensbereich" des Menschen, ihr seien insbesondere Vorgänge aus dem Sexualbereich zuzurechnen, wobei es darauf ankomme, wie weit auf Einzelheiten eingegangen werde. Die Äußerung, wonach Albert die Hand seiner Freundin gehalten habe und sie sich bis zum Morgen in den Armen gelegen hätten, überschreite nicht die Grenze zum engsten Persönlichkeitsbereich, erklärte das OLG. Dies gelte auch für die Äußerung, die ohne Nennung von Einzelheiten lediglich mitteilt, dass weder Albert noch Coste die Schwangerschaft wollten.

Die Öffentlichkeit hat größeres Gewicht

Zwar berührten die Äußerungen die Privatsphäre des Klägers. Diese sei jedoch nicht absolut geschützt, heißt es im Urteil. Dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit komme in diesem Fall ein größeres Gewicht zu als dem Interesse des Adeligen am Schutz seiner Privatsphäre. Entscheidend sei, dass die Frage des Vorhandenseins männlicher Nachkommenschaft des Klägers für Monaco als einer konstitutionellen Erbmonarchie von wichtiger Bedeutung sei und deshalb das Interesse nicht nur des monegassischen Staatsvolkes, sondern auch zahlreicher außerhalb des Fürstentums lebender Menschen an dieser Frage schutzwürdig sei.

Rechtswidrig sei lediglich die Veröffentlichung eines Fotos gewesen, das Albert und Coste auf einem Sofa in vertraulichem Beisammensein zeige. Ihm komme in Bezug auf die Frage, ob der Fürst Vater des Kindes sei, keinerlei Aussagegehalt zu.

AP/DPA AP DPA

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