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Verona und Franjo Pooth: Glamour-Paar in der Dauerkrise

Das Leben in Saus und Braus hat für Verona und Franjo Pooth vorerst ein Ende. Er ist vorbestraft und muss 100.000 Euro Strafe zahlen. Sie wird gemeinsam mit ihrem Manager Alain Midzic der Steuerhinterziehung verdächtigt. Ist die Karriere der einstigen Werbeikone damit beendet?

Vor drei Wochen noch hatte Franjo Pooth nach seiner Verurteilung zu einem Jahr Haft auf Bewährung geseufzt, er sei froh, dass es nun vorbei sei. Es blieb ein frommer Wunsch: Als am Dienstagmorgen Ermittler vor der Villa des Glamour-Paars in Meerbusch bei Düsseldorf auftauchten, war klar: Es geht wieder los. Womöglich geht es jetzt erst richtig los, denn im Fokus der Ermittler steht nun nicht mehr der frisch verurteilte Gatte, sondern der Star selbst, Werbe-Ikone Verona Pooth, vormals Feldbusch, deren Vermögen auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt wird.

Verona Pooth und ihr Manager Alain Midzic werden der Steuerhinterziehung verdächtigt, bestätigen Justizkreise. Offiziell schweigen die Behörden aber beharrlich mit Hinweis auf das Steuergeheimnis, das großzügig Schutz vor der Öffentlichkeit gewährt. Lediglich die Durchsuchungen bestätigt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Verona Pooth bestreitet vehement: "Seit 20 Jahren zahle ich brav meine Steuern. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Jedenfalls haben die Vorwürfe diesmal wohl nichts mit den verlustreichen Geschäften ihres Mannes zu tun. Pooth vermutet, dass der Verdacht gegen sie auf eine einzige Buchung aus dem Jahr 2003 zurückzuführen ist. Dem RTL-Magazin "Exklusiv" sagte sie, dass sie damals eine Management-Provision gezahlt habe, die wohl irrtümlich von den zuständigen Behörden als Schenkung gewertet worden sei. Dies sei aber nicht der Fall. "Es handelt sich um einen Irrtum. Warum soll ich meinem Manager etwas schenken? Es ist überhaupt nichts los. Ich habe in keinster Weise Steuern hinterzogen oder Gelder ins Ausland transferiert", sagte sie dem Sender.

Wie die Ermittler auf ihren Verdacht kommen, darüber gehen die Spekulationen auseinander: Eine Zeitung schreibt von einem Insider-Tipp, die andere von Hinweisen, die man bei der ersten Razzia im Hause Pooth vor 13 Monaten entdeckt habe. Vielleicht ergaben sich auch Widersprüche aus dem Steuerverfahren gegen Franjo Pooth nach dessen Selbstanzeige.

Ihr Anwalt Benedikt Pauka, der auch Franjo vertrat, will erst nach Akteneinsicht Stellung nehmen und verrät nur soviel: Die im Durchsuchungsbeschluss genannten Vorwürfe "erschließen sich mir nicht". Die 40-Jährige kündigt unterdessen an, die Vorwürfe "zu 100 Prozent zu entkräften". Ähnlich optimistisch hatte sie sich auch im Fall ihres Mannes geäußert.

Überhaupt ist die Frage von Schuld oder Unschuld manchmal eine der eigenen Interpretation: So hatten die PR-Strategen nach Franjo Pooths Verurteilung verkündet, die Vorwürfe gegen den Pleite- Unternehmer hätten sich "größtenteils nicht bewahrheitet". Dabei waren im Strafbefehl zu den bis dahin bekannten Straftatvorwürfen Bestechung und Insolvenzverschleppung noch Vorteilsgewährung und Untreue hinzugekommen.

Und der vorbestrafte Franjo Pooth hatte nach dem Strafbefehl, den er akzeptierte und damit rechtskräftig werden ließ, dem gutgläubigen Publikum kundgetan, er habe nie jemandem vorsätzlich schaden wollen. Das erstaunte wiederum Juristen, denn drei der ihm attestierten Straftaten haben eins gemein: Man kann sie nur vorsätzlich begehen.

Frank Christiansen/DPA / DPA