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Was macht eigentlich ...: ... Frederic Meisner?

Der gelernte Schauspieler moderierte von 1988 an auf Sat 1 die hoch erfolgreiche Spielshow "Glücksrad" - im wöchentlichen Wechsel mit seinem Kollegen Peter Bond.

Sagen Sie, Herr Meisner, warum sind Sie eigentlich nicht im Dschungel?

Ich brauche meine Privatsphäre. Und ich muss mir auch nicht die Blöße geben und mich derartig öffentlich erniedrigen. Als Voyeur schau ich mir die Show allerdings liebend gern an.

Kommen Sie … man hat Sie bloß nicht gefragt.

Natürlich hat man mich gefragt! Ich habe mir am Telefon die Gage nennen lassen, dreimal tief durchgeatmet und dann dankend abgelehnt.

Vermutlich sind Sie einfach nicht so pleite wie Ihr Kumpel Peter Bond.

Also, ich will ja niemandem was unterstellen, aber da nagt sicher der eine oder andere schon am Hungertuch. Vom Peter glaube ich das allerdings nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich ihn so unter der Dschungeldusche gesehen habe … Der steht nicht nur gut im Saft - der steht gut im Fett! Bei diesem Trauerspiel werden doch einige Damen leicht enttäuscht gewesen sein.

Und dann ist er auch noch als Zweiter rausgeflogen.

Mitleid? Nein. Der gute Peter hat sich im Dschungel genau so gegeben, wie er im echten Leben ist: total selbstverliebt. Ich kenne ihn nicht anders. Der hat von Anfang an die Regeln nicht verstanden. Er glaubte, die Leute wählen ihn, weil er so wahnsinnig populär ist; dabei wollten die ihn nur leiden sehen.

Als Schlager-Moderator bei "Goldstar TV" kennen Sie dieses Gefühl ja sicher bestens …

Ich leide da überhaupt nicht. Das ist ein enorm populärer Sender. Ich moderiere Anfang März eine Schlagerparade in der Münchner Olympiahalle - da kommen bis zu 9000 Leute.

Sie sind also ausgelastet?

Ja. Zumal ich außerdem noch seit mehr als 30 Jahren Trabrennpferde züchte. Vor drei Jahren habe ich in Berlin sogar das Derby gewonnen. Das ist der Traum jedes Züchters! Außerdem produziere ich mit meiner Firma Filme über Gestüte, Trainer, Pferdepfleger - den Almanach des Trabrennsportes. Aktuell bereite ich eine Preisverleihungsgala für die Besten der Besten der Sportart vor.

Für den Rest der Menschheit sind Sie auf ewig der "Glücksrad"-Onkel.

Das war eine Kultsendung mit bis zu sieben Millionen Zuschauern, die ich 14 Jahre moderiert habe. Meine Vita ist aber deutlich länger und bunter. Ich will nicht, dass die Leute glauben, ich hätte mein Leben lang nichts anderes gemacht. Ich habe wunderschöne Reisesendungen moderiert, erfolgreiche Kino- und Musikformate. Und ich habe als Schauspieler gearbeitet. Zum Beispiel mit Ruth Leuwerik und Martin Held in einer Thomas-Mann-Verfilmung. Ich habe mit Uwe Ochsenknecht fürs ZDF gedreht, war bei "Derrick" dabei, im "Tatort", bei "Ein Fall für zwei" …

So weit zu gestern. Was ist mit morgen?

Ich würde liebend gerne mal bei einem öffentlich-rechtlichen Sender arbeiten. Was ich zum Beispiel schön fände, wäre die Nachfolge von Jörg Pilawa bei "Das Quiz". Ich habe gelesen, dass er Ende April aufhören will. Das würde mich reizen.

Vom Alter würden Sie ja noch besser ins ZDF passen.

Also, ich finde, ich mache mich noch ganz gut. Und dass ich mittlerweile grau geworden bin, dazu stehe ich. Andere färben sich in meinem Alter die Haare, auch wenn's noch so scheiße aussieht.

Und wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

In Südfrankreich. Ich bin unheimlich frankophil und möchte mir den Traum erfüllen, mir dort ein schönes Domizil anzuschaffen.

Und falls die Kohle dazu nicht reicht, geht's vorher doch noch mal kurz in den Dschungel?

Auf gar keinen Fall. Es gibt jede Menge andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Auch wenn mein Bindegewebe noch deutlich fester ist als das von Peter Bond.

Interview: Christoph Wirtz / print
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