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"Ich bin ein Star": Er ist kein Bond, schmeißt ihn da raus!

Dschungelcamp, Tag 5: Peter Bond trägt einen großen Namen. Schade nur, dass er diesem in der Dschungelprüfung so gar nicht gerecht werden konnte. Im Camp werden unterdessen gerne Ösi-Witze erzählt, Mausi Lugner ärgert sich - und bringt auf der Schatzsuche nichts zustande.

Von Dieter Hoß

Sein Name ist Bond, Peter Bond, und er hat jedes schäbige Wortspiel mit seinem Namen verdient. "Nur ein Bond kann einen Drahtseilakt über eine 60 Meter tiefe Schlucht schaffen", prahlt der Mann noch kurz vor dem Start zu seiner Dschungelprüfung. Es zeigt sich: Bonds Quantum Angeberei verträgt sich nicht mit seiner Lizenz zum Scheitern. Große Klappe, nichts dahinter. Hochmut kommt eben vor dem Absturz in die tiefe Schlucht.

Nur ein mageres Fähnchen konnte der selbst ernannte Dschungel-Smartie vom Seil klauben. Die Klettverschlüsse waren aber auch verdammt fest. Bonds Co-Prüfling Michael Meziani, einen guten Meter tiefer selbst an einem Seil hängend, konnte nur einmal einen der roten Wimpel auffangen. Null-null-ein Fähnchen bedeutete: nur ein Stern und damit nur eine Mahlzeit für zehn hungrige Mäuler – alles andere als ein Casino Royale, Herr Bond.

Wie ein Auto-Unfall ...

Wer zum allerersten Mal eine Folge von "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" verfolgt - so wie ich am fünften Tag der aktuellen Staffel des RTL-Promi-Prangers – muss zugeben: Man gerät irgendwann unwillkürlich ins Staunen. Kann das denn wirklich alles wahr sein?

Ingrid van Bergen trinkt zu wenig, verlegt alles und erzählt ständig alte Knast-Geschichten. Mausi Lugner wehrt sich gegen Ösi-Witze, fühlt sich allein unter Deutschen und will "ein Zeichen des Friedens" vom Camp in die schlimme Welt senden. Beide Frauen sind gemeinsam nicht in der Lage, aus Bambusrohren eine Wasserleitung zu bauen und vergeigen so eine Schatzsuche völlig. Lorielle London lamentiert so herzerweichend über ihr Dasein, dass man sich fragt, ob das mit der Geschlechtsumwandlung wirklich eine gute Idee war. Günther Kaufmann lebt sein Amt als Teamchef so gewissenhaft, als wäre er wieder der Verdächtige bei "Derrick". Was macht eigentlich ein Eiskunstläufer im heißen Dschungel, Norbert Schramm? Und überhaupt: das Leben in dieser Gruppe und unter diesen erschwerten Bedingungen - es ist wie ein Autounfall: schlimm, aber man kann nicht wegschauen.

Beim Hinschauen bekommt man immerhin das Moderatorenpaar zu sehen. Sonja Zietlow und Dirk Bach sind zumindest im Moment, den Gagschreibern sei Dank, das Dschungel-Königspaar. Leben und sterben lassen: Da wird reichlich über die Kandidaten gelästert – vor allem über Bond, Peter Bond –, es wird niemand geschont und doch auch jeder getätschelt. Die volle Bedienung: Das ungleiche Paar übernimmt all die Kommentare, die einem selber gerne eingefallen wären. Inzwischen dürften die beiden längst viel bekannter sein als jedes Sternchen, dass sich im Camp tummelt. Und das ist auch bitter nötig. Denn sollten sie je so tief sinken, dass sie selber als Dschungel-Kandidat enden, dann wären sie quasi in tödlicher Mission unterwegs – von einer Dschungelprüfung in die nächste.

Bond muss gleich wieder ran

Bond, Peter Bond, hat diesen Zustand schon jetzt fast erreicht. Man prüft gern zweimal: erst Giulia Siegel, nun den Moderator, der aus dem Glücksrad kam. Im Auftrag der Zuschauer wird die nächste Bond-Nummer eine Rutschpartie durch einen mit fiesen Viechern und viel Wasser gefüllten Stollen. Da muss sich Bond mächtig strecken, damit die anderen beim Abendessen nicht wieder in die Röhre schauen. Versagt er wieder, kann es angesichts seiner Sprüche eigentlich nur heißen: Er ist kein Bond, schmeißt ihn da raus!

Vielleicht schau ich nochmal rein, wenn der Dschungelkönig gekürt wird. Den Rest spar ich mir. Möglicherweise gibt es bis dahin ja sogar eine Antwort auf die Frage, warum die Sendung "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" heißt, wenn es doch darum geht, drin zu bleiben. Bond, Peter Bond, hat den Titel wohl auch zu wörtlich genommen.

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