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Was macht eigentlich...: ...Leslie-Anne Down?

Vom fiesen Ehemann gequält, rührte die britische Schauspielerin vor 20 Jahren im Südstaatendrama "Fackeln im Sturm" TV-Zuschauer weltweit.

Sie sagten mal, "Fackeln im Sturm" hätte Ihr Leben komplett verändert. Inwiefern?

Madeline Fabray LaMotte war eine meiner bekanntesten Rollen überhaupt. Ich durfte mir eine der drei weiblichen Hauptrollen aussuchen und wählte Madeline, weil sie eine richtige Heldin ist. Wichtiger war aber, dass ich meinen dritten Ehemann, Don, während der Dreharbeiten kennen gelernt habe. Er war Kameraassistent und hat den Job nur meinetwegen angenommen.

Aber Sie hatten sich doch erst während der Dreharbeiten kennen gelernt.

Ich kannte Don vorher nicht, er aber war in mich verliebt, seit er mich in dem Film "Hanover Street" gesehen hatte. Als er dann das Angebot bekam, bei "Fackeln im Sturm" mitzuarbeiten, sagte er trotz schlechter Bezahlung zu.

Und, hatten Sie auch sofort ein Auge auf ihn geworfen?

Ehrlich gesagt, ich war zunächst sehr beeindruckt von Patrick Swayze, ein toller Mann. Damals war ich noch mit dem Regisseur William Friedkin verheiratet. Eine Affäre kam nicht infrage, obwohl ich eine äußerst verunsicherte Frau in einer unglücklichen Beziehung war. Schließlich aber bin ich doch dem Charme von Don erlegen. Daran hat sich bis heute, nach 20 Jahren glücklicher Ehe, nichts geändert. Er brachte zwei Töchter mit in die Ehe, ich einen Sohn. Plötzlich hatte ich eine Großfamilie. Gemeinsam haben wir noch einen mittlerweile siebenjährigen Sohn, George-Edward..

...den Sie mit 42 Jahren bekommen haben.

Ja. Ich war anfangs nicht sicher, ob ich in dem Alter noch ein Kind austragen wollte. Heute bin ich froh, dass ich George habe, auch wenn er oft eine richtige Nervensäge ist. Ich würde gerne mehr Zeit mit ihm verbringen.

Womit sind Sie denn so beschäftigt?

Ich habe seit 2003 eine Hauptrolle in der Soap "The Bold and the Beautiful", drehe oft bis zu 16 Stunden am Tag. Aber das ist okay. Ich muss nicht reisen, schlafe abends im eigenen Bett. Außerdem muss ich mich nicht mehr mit den lästigen Folgen von zu viel Ruhm rumärgern wie nach dem riesigen Erfolg von "Fackeln im Sturm", als ich ständig von Paparazzi verfolgt wurde. Ich bin auch heilfroh, dass dieser peinliche Status des Sexsymbols nicht mehr an mir haftet, weil ich zum Glück längst eine Frau im reifen Alter bin.

Was war denn so schlimm daran?

Ich bin mit sehr traditionellen Werten aufgewachsen, nackte Haut zu zeigen war für mich ein Unding. Aber ich wollte Karriere machen, habe das Spiel mitgespielt. Lange Jahre war ich verunsichert, scheu und orientierungslos.

Mit 22 Jahren drehten Sie mit dem Frauenhelden Peter Sellers "Inspektor Clouseau, der beste Mann bei Interpol". Ist er Ihnen mal zu nahe gekommen?

Nein, Peter gab zwar nach außen gerne den Macho, innerlich plagte er sich aber mit jeder Menge Selbstzweifel herum. Er fand sich hässlich, viel zu behaart und vor allem zu jüdisch.

Was tun Sie, wenn Sie mal nicht arbeiten?

Ich bin ein Familienmensch, verbringe meine karge Freizeit am liebsten zu Hause in unserem Haus in Malibu. Unsere Tochter Juliana hat kürzlich ihr erstes Baby bekommen. Oma zu sein ist mein neues Hobby. Ich sammle zudem viktorianische Kinderbücher, koche leidenschaftlich gern und bin ansonsten damit beschäftigt, meinen George zu zähmen. Die langen Dreharbeiten im Studio sind dagegen wie ein Erholungsurlaub.

Interview: Andreas Renner

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