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Was macht eigentlich ...: Mark Owen

Neben Robbie Williams war er der Mädchenschwarm bei Take That. Die Boygroup zählte mit über 15 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Bands der Neunziger

Zur Person:

Mark Owen, 29, lebt mit seiner Freundin, der Schauspielerin Chloe Bailey, auf dem Land nördlich seiner Heimatstadt Manchester. Der gelernte Bankkaufmann wurde 1990 vom späteren Take-That-Manager Nigel Martin-Smith entdeckt. Zu den vielen Hits der Boygroup zählten "Could It Be Magic", "Pray" und "Babe". Nachdem Robbie Williams die Gruppe im Sommer 1995 verlassen hatte, löste sie sich ein halbes Jahr später auf. Anschließend brachte Owen ein Soloalbum heraus. Derzeit arbeitet er an einem Comeback

Ihr ehemaliger Take-That-Kollege Robbie Williams tourt derzeit durch Europa. Waren Sie auf einem seiner Konzerte?

Nein.

Neidisch auf seinen Erfolg?

Manchmal denke ich: Spring auf die Bühne, schubs ihn weg und sing ein Lied! Nur ein Achtel von seinem Erfolg würde reichen zum Glücklichsein. Aber es ist kein Wunder: Er hatte schon immer das Charisma, das man als Solo-Künstler braucht.

Kürzlich war zu lesen, er habe Ihnen ein Duett angeboten.

Wir sind gerade beide extrem beschäftigt mit unseren eigenen Sachen. Aber ich habe ihn neulich getroffen, und wir sind uns einig, dass es toll wäre, mal was zusammen zu schreiben.

Kommt es noch vor, dass Sie von kreischenden Fans verfolgt werden?

Nein, das ist nicht mehr so extrem. Ich werde immer noch erkannt. Manchmal kommen Besucher zu meinem Haus. Aber meine Nachbarn beschweren sich nicht mehr.

Nach Take That brachten Sie ein Solo-Album heraus, "Green Man". Danach war nicht mehr viel von Ihnen zu hören.

Bei Take That war mein Leben ja organisiert wie nach einem Stundenplan: heute Fernsehauftritt, morgen Konzert. Ich musste das normale Leben neu lernen. Ich habe ein Haus auf dem Land gekauft, hier neue Freunde gefunden. Und ich konnte endlich wieder Fußball spielen! Es gab viel freie Zeit zum Nachdenken. Manchmal saß ich auch gelangweilt zu Hause. Vielleicht hätte ich mir einen Job im örtlichen Pub besorgen sollen, dann hätte ich wieder einen Tagesplan gehabt: Arbeit von sieben bis zehn Uhr.

Im vergangenen Winter haben Sie stattdessen in England bei der Promi-Ausgabe von "Big Brother" mitgemacht - und sogar gewonnen.

Und ich bin froh, das gemacht zu haben: Es war irre spannend, und wir haben dabei eine Menge Geld für wohltätige Zwecke verdient. Die Einzige, die darunter gelitten hat, war meine Mutter: Sie hat sich die Finger wund gewählt, damit ich nicht rausfliege!

Wollten Sie durch die Container-Show Ihre Karriere wieder ankurbeln?

Nein, nicht ein bisschen. Big Brother hat mein Ansehen in Großbritannien zweifellos erhöht. Aber ich hoffe, dass die Menschen meine Platten kaufen, weil sie mögen, was sie hören, und nicht wegen irgendetwas anderem.

Heißt das, Sie machen wieder Musik?

Ja! Am 4. August wird in Großbritannien meine Single "Four Minute Warning" herauskommen, das Album folgt dann im November. Den Plattenvertrag habe ich bereits im Februar unterschrieben, und eigentlich dachte ich, die Single käme sofort raus. Aber ich habe ganz vergessen, dass ich ja noch ein Video machen muss!

Hat sich Ihre Musik verändert?

Bei meinem ersten Soloalbum wollte ich noch etwas ganz anderes machen als dieses Take-That-Ding. Alles, nur keinen Pop! Aber nun bin ich zum Pop zurückgekehrt, so schließt sich der Kreis. Meine Musik ist aber immer noch sehr gitarrenintensiv. Und ich habe am Gesang gearbeitet. 1996 war ich es ja noch gewöhnt, Background zu singen.

Sie hatten damals einen Leguan namens Nirvana. Lebt der noch?

Nein, leider nicht. Ich hatte ihn hier im Haus, und die Tür war offen. So ist er nach draußen gelaufen. Ums Haus rum ist es grün, Nirvana war auch grün. Deshalb habe ich ihn erst zwei Wochen später gefunden - da war er tot. Ich habe ihn dann im Garten begraben.

Interview: Nina May

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