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WAS MACHT EIGENTLICH...: Richard Kiel

Der 2,20 Meter große US-Schauspieler gab gleich zweimal den Bösewicht bei James Bond: Er war Der Beißer in »Der Spion, der mich liebte« und in »Moonraker« .

Der 2,20 Meter große US-Schauspieler gab gleich zweimal den Bösewicht bei James Bond: Er war Der Beißer in »Der Spion, der mich liebte« und in »Moonraker«.

Zur Person:


Richard Kiel, 63, lebt mit seiner 1,56 Meter großen Ehefrau Diane zurückgezogen in Kalifornien. Das Paar ist seit 1974 verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und drei Enkel. In den USA wurde der Schauspieler 1963 durch seine eigene TV-Show bekannt. Weltruhm erlangte er in den 70er Jahren durch seine Filmauftritte als »Der Beißer«. Kiel spielte außerdem in Fernsehserien wie »Bezaubernde Jeannie« oder »Twilight Zone« und schreibt heute Drehbücher.

Haben Sie als Kind eine Zahnspange getragen?

Nein, glücklicherweise nicht.

Wie fühlte sich das an, als Sie im Bond-Film plötzlich dieses Gebiss im Mund hatten?

Als hätte ich eine Stoßstange verschluckt. Das Gebiss war aus Chrom. Es tat nicht weh, aber es erregte einen gewissen Brechreiz. Ich habe noch ein Foto vom Dreh, wo ich aus einem Flugzeug springe mit dem Gebiss in der Hand, weil ich es im Mund nicht mehr aushielt.

Was haben Sie in den Filmen alles damit durchgebissen?

Den Hals eines Mannes. Oder eine Eisenstange. Und das Kabel einer Seilbahn in Rio.

Wie wurde so was in den Siebzigern gedreht, als es all diese Special Effects noch nicht gab?

Die Bond-Macher waren damals schon sehr erfinderisch. Das Kabel beispielsweise war aus Lakritz und sah richtig echt aus. Ich musste die Szene zehnmal drehen - lecker!

Wieso durften Sie den Beißer in zwei Bond-Filmen spielen? Hätten Sie nicht in »Der Spion, der mich liebte« wie jeder gute Bösewicht sterben müssen?

Beim ersten Dreh sagte der Stunt-Koordinator zum Produzenten: Willst du den wirklich sterben lassen? Die Leute werden ihn lieben. So tötete ich dann den Hai, der eigentlich mich töten sollte.

Ihre Lieblings-Bond-Bösewichte sind ...?

Oddjob, der in »Goldfinger« Menschen mit seinem Hut tötet. Blofeld mit seiner Katze. Und Grace Jones, sie war als May Day so hart und böse. Ich habe sie mal getroffen, sie ist eine sehr nette, sehr feminine Frau.

Ihre Lieblings-Bond-Girls sind ...?

Natürlich Ursula Andress in »Dr. No« - wow, sie war umwerfend. Diana Rigg, die Bond in »Im Geheimdienst Ihrer Majestät« heiratet und dann erschossen wird, das war traurig. Barbara Bach in »Der Spion der mich liebte« war auch toll.

Hätten Sie die gern gebissen?

Definitv ja. Lois Chiles auch als kluge Doktorin in »Moonraker«.

Und wer ist Ihr Lieblings-Bond-Darsteller?

Das ist eine Generationsfrage: Ich bin mit Sean Connery als Bond aufgewachsen - er war mein Held, als ich ein Teenager war. Gedreht habe ich mit Roger Moore. Er wirkt wie ein Gentleman, aber sein Vater war ein Cop, was man Roger manchmal anmerkt: Der kann auch unhöflich.

Waren Sie durch Bond festgelegt auf das Image des Bösewichts?

Nein. Ich habe mit Leuten wie Harrison Ford gedreht, ich habe auch mal einen Comedy-Film gemacht - ich hatte eine aufregende Karriere dank Bond.

Nervt es nicht, wenn jeder einen riesig und irgendwie furchterregend findet?

Als ich noch unbekannt war, hat es mir wehgetan, wenn mich jemand als Frankenstein bezeichnete. Heute gucken die Leute sehr respektvoll zu mir hoch.

Schauspielern Sie noch?

Ich hatte vor zehn Jahren einen bösen Autounfall, deshalb bin ich nicht mehr so gut zu Fuß. Ich habe meine Autobiografie geschrieben und ein Drehbuch über den wahren Cassius Clay, einen Politiker aus Kentucky zu Zeiten von Abraham Lincoln.

Ihre Frau Diane ist 1,56 Meter groß. Wie fühlt sie sich an der Seite eines Riesen?

Sie hat keine Angst vor großen Männern. Wir haben vier fantastische Kinder - Gegensätze ziehen sich eben an.

Kommen Ihre Kinder nach Ihnen?

Oh nein. Die Leute erwarten immer kleine Beißer, aber meine Kinder sind sehr hübsch. Meine Tochter war sogar Schönheitskönigin auf ihrer High School.

Interview: Ulrike von Bülow

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