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WAS MACHT EIGENTLICH...: Ursula Andress

Ein Bikini machte sie berühmt: Ursula Andress, 66, war das erste Bond-Girl - 1962 verführte sie den Geheimagenten in »James Bond 007 jagt Dr. No«. Die gebürtige Schweizerin lebt heute zurückgezogen in der italienischen Hauptstadt, in Monte Carlo, Bern oder auf Ibiza.

Zur Person:

Ein Bikini machte sie berühmt: Die Schweizer Schauspielerin, heute 66, war das erste Bond-Girl - 1962 verführte sie den Geheimagenten in »James Bond 007 jagt Dr. No«. Die gebürtige Schweizerin lebt heute zurückgezogen in der italienischen Hauptstadt, in Monte Carlo, Bern oder auf Ibiza. Andress arbeitete schon als Fotomodell und Schauspielerin, bevor sie 1955 nach Hollywood kam. Mit ihrer Rolle in »Dr. No« erlangte sie 1962 Weltruhm. Für Furore sorgten aber auch ihre Affären: Andress war die letzte Partnerin von James Dean; 1957 heiratete sie den Regisseur John Derek, später war sie mit Jean-Paul Belmondo liiert. Von dem 15 Jahre jüngeren US-Schauspieler Harry Hamlin bekam sie 1980 ihren Sohn Dimitri, der in Princeton Philosophie studiert.

Im Jubiläums-Bond »Stirb an einem anderen Tag« trägt Halle Berry einen ähnlichen Bikini wie Sie im ersten 007-Film: einen Zweiteiler mit Gürtelschnalle und Messerscheide. Ehrt Sie diese Hommage?

Und wie! Mit mir in dem Bikini fing doch die ganze James-Bond-Serie an. Und jetzt wird er wieder kopiert und soll auch demnächst von einer Modehauskette verkauft werden.

Haben Sie das Original noch?

Um Gottes willen, wo soll ich denn hin mit dem ganzen Zeug? Ich habe so viele Sachen von all meinen Filmen. Aber eine Freundin hat mich daran gehindert, das gute Stück in den Müll zu werfen. Sie hat den Bikini jahrelang auf dem Dachboden ihres Hauses in Virginia aufbewahrt.

Und dann?

Kam er vor zwei Jahren bei Christie's unter den Hammer. Der Andrang war größer als bei Gemälden von Van Gogh. Planet Hollywood hat ihn für 60.000 Dollar bekommen.

Sie wurden als Bond-Girl Honey Ryder, das blonde Naturkind mit athletischem Körper, schlagartig weltberühmt. Haben Sie damit einen neuen Frauentyp kreiert?

Ich glaube schon. Ich sollte mutig auftreten und sportlich rüberkommen als eine Frau, die keine Angst hat, sich zu verteidigen weiß und nicht kokett ist. Das entsprach sicher nicht dem landläufigen Frauenbild.

Wie sind Sie Schauspielerin geworden?

Ich war erst 17, als Paramount mich unter Vertrag nehmen wollte, und furchtbar schüchtern. Eigentlich war ich nicht gemacht für die Schauspielerei. Ich geriet in Panik, wenn ich etwas Text für eine Rolle sprechen sollte. Ich spielte lieber in Action-Filmen mit, weil ich da keine Gefühle zu zeigen brauchte. Das mache ich lieber in meinem Privatleben.

Es heißt, Jean-Paul Belmondo sei Ihre große Liebe gewesen.

Jean-Paul ist ein fantastischer, magnetischer Mann. Wir haben neun sehr bewegte Jahre miteinander verbracht. Jean-Paul war sehr eifersüchtig, ich durfte kaum noch arbeiten. Er meinte es ernst und wollte eine Familie mit mir haben. Aber ich hatte Angst, denn er hatte ja schon Kinder. Und die mit eigenen Kindern zusammenzubringen wäre schwierig geworden.

Zuvor waren Sie mit John Derek verheiratet.

Er war sehr lieb zu mir, aber ich war zu jung, um mich fürs Leben zu binden. Ich mochte Johns spätere Frauen und stellte ihm dann Jean-Paul vor. Wir wohnten alle zusammen in meinem Haus. John war immer in meinem Leben - bis er starb. Ich bin heute noch mit Bo Derek befreundet.

Wie sieht Ihr Leben heute aus?

Ich stehe um sieben Uhr auf, gieße meine Pflanzen und füttere die Katzen. Ich liebe die Natur, besonders morgens. Dann telefoniere ich mit meiner Mutter in Bern und später mit meinem Sohn Dimitri, der in Princeton studiert. Ich liebe es, meine Wohnung mit Kunst und Möbeln aus Asien zu dekorieren, ich suche immer nach schönen Sachen. Ich fotografiere auch noch und möchte irgendwann ein Buch mit Bildern aus meinem Leben herausbringen.

Gehen Sie gern ins Kino?

Ja, aber ich finde es schade, dass heute in vielen Filmen die Special Effects so eine große Rolle spielen. Die Schauspieler kommen mitunter gar nicht mehr zum Zuge. Ich mag Liebesgeschichten oder Tragödien.

Werden Sie sich das neue Bond-Abenteuer dennoch anschauen?

Vielleicht. Zumindest könnte der Titel ein Motto von mir sein: Stirb an einem anderen Tag. Für heute habe ich noch zu viel vor.

Interview: Luisa Brandl