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Werbeauftritte: Die Nebenjobs von George Clooney und Co.

Wie viele seiner Kollegen verdient sich Schauspieler George Clooney mit Werbeverträgen ein nettes Zubrot. Ausgestrahlt werden die jedoch nicht in den USA, sondern bevorzugt im Ausland - um das Image nicht zu beschädigen.

Von Frank Siering, Los Angeles

In Zeiten unsicherer Finanzmärkte, sorgen sich auch die Promis, wie sie ausreichend Geld verdienen, um ihren hohen Lebensstandard halten zu können. Filme drehen allein reicht den meisten nicht mehr. Denn, das hat der Streik der Drehbuchautoren Anfang des Jahres gezeigt, auch das Filmbusiness ist kein sicheres. Kein Wunder also, dass die Pitts, Clooneys und JLos dieser Welt ganz gern noch den ein oder anderen Dollar nebenbei verdienen. Und sie tun das mit reichlich Werbung. Während es in Hollywood als verpönt gilt, sein Gesicht für einen Whiskey, ein Bier oder eine Kaffeesorte in die Kmaera zu halten, so ist diese zusätzliche Einnahmequelle im Ausland gerade recht.

Weltverbesserer Brad Pitt zieht es immer wieder nach Japan. Mal ist es Alkohol, dann ein Handybetreiber, der dem Amerikaner für zwei, drei Tage Arbeit soviel zusätzliche Millionen aufs Konto spült, dass er am Jahresende mit diesen lukrativen Nebenjobs auf 25 Millionen Dollar Jahresgehalt kommt. Seine Lebensgefährtin Angelina Jolie steuert noch satte zehn Millionen Dollar pro Jahr hinzu.

Werbung ist leicht verdientes Geld

Dennis Hopper, einstiger Popkultur-Gott und Easy-Rider-Rebell, residiert in einer mondänen Villa in Venice Beach. Er sammelt Werke des New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat, trinkt erlesenen Tee und raucht kubanische Zigarren. Das alles finanziert durch diverse Werbespots im Ausland. "Eine japanische Badesalz-Firma hat mich mal im Privatjet für 48 Stunden nach Tokio geflogen", erinnert sich Hopper. Zwei Millionen Dollar und eine knallgelbe Quietscheente später saß er schon wieder auf seinem Balkon in Venice. Das schnelle Werbegeld hat ihm so gut gefallen, dass Hopper zu den wenigen Stars zählt, die in den USA nicht nur im Hauptfilm, sondern auch in den Werbepausen über die Leinwand flimmern. "Hey, warum nicht? Das ist leicht verdientes Geld", gibt der Schauspieler unumwunden zu. Es muss aber nicht immer nur Werbung sein, die die Konten der Kinohelden füllt. Eva Longoria zum Beispiel versucht's im Restaurant-Gewerbe. Ihre Laden "Beso" in Los Angeles läuft sogar ganz gut. Besser jedenfalls als das "Madres" von Jennifer Lopez. Das stand schon einige Male kurz vor der Schließung. Gut, dass Lopez auch noch in Parfum, Mode und Reality-TV macht.

Al Pacino, gefallener Superstar unter den Hollywood-Helden, verkauft heute Sushi in Malibu und Las Vegas, Demi Moore hat noch immer Anteile in der Planet Hollywood-Kette. Und Robert De Niro brutzelt manchmal sogar selbst in seinem New Yorker Restaurant. George Clooney, mit 15 Millionen Dollar Jahreseinkommen einer der reichsten Männer seiner Branche, steht politisch zwar eindeutig links, aber wenn es ums Geldverdienen geht, dann hält er sich an gute kapitalistische Grundwerte. Fiat, Nespresso, Martini - der Schauspieler schlägt kaum einen Werbevertrag aus. Irgendwie muss die zehn Millionen Dollar teure Villa am Comer See ja auch unterhalten werden. Auch Gwyneth Paltrow, die sich in den USA als megagesunde Mikrobiotin inszeniert, schlabbert im Ausland am Martini-Glas. Getreu dem Motto: Zuhause wird's schon keiner mitbekommen.

Bitte im Ausland senden!

So ensteht ein Dauerwerbespot mit Penelope Cruz, Diane Keaton, Jennifer Aniston, Demi Moore, Sharon Stone und vielen mehr. Nur eine Regel wird meist von allen eingehalten: Bitte im Ausland senden. Warum die Aversion gegen Spots im eigenen Land? "Die meisten Stars haben in den USA einen ikonischen Status. Den würden sie durch eine Werbekampagne runieren", glaubt Tony Villani, Professor an der American University in Rom.

Manchmal allerdings reicht auch ein dummer Kommentar auf dem roten Teppich, um die schöne Werbewelt zu zerstören. Als Schauspielerin Sharon Stone nach einem Erdbeben in China nichts besseres einfiel, als von "schlechtem Karma" für die Naturkatastrophe verantwortlich zu machen, konnte selbst ihr langjähriger Werbepartner, das Modehaus Dior, nicht länger an der 50-Jährigen festhalten. Was folgte war die fristlose Kündigung aller Werbeengagements für Stone. Für einen kurzen Moment gefror ihr Hollywood-Lächeln. Da war nichts von Charme und Siegerlächeln, sondern nur Schock und stummes Schweigen.