Wim Wenders zieht Film mit ihr zurück
Für Nastassja Kinski war es „längst fällig“

Nastassja Kinski drehte mit Wim Wenders unter anderem auch das Roadmovie „Paris, Texas“ (1984).
Nastassja Kinski drehte mit Wim Wenders unter anderem auch das Roadmovie „Paris, Texas“ (1984).
© ddp/pazimedia

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Wim Wenders hat den Film „Falsche Bewegung“ wegen der Nacktszene von Nastassja Kinski zurückgezogen. Das war „seit Langem fällig“, sagt sie.

Am Mittwoch wurde bekannt gegeben, dass Wim Wenders (80) seinen Film "Falsche Bewegung" von 1975 vorerst aus sämtlichen Auswertungsformen herausgezogen hat. Auslöser ist der erneute Streit um eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski (65), die seit Jahren fordert, die Szene zu entfernen. Jetzt meldete sich die Schauspielerin selbst auf Instagram dazu zu Wort. "Es war nicht leicht, aber seit Langem fällig", schrieb sie.

"Er nahm mich nicht ernst"

In ihrem Post machte Kinski deutlich, wie lange sie auf eine private Einigung gehofft hatte - und wie tief die Enttäuschung trotz allem sitzt. Sie sei "lange ruhig und geduldig" geblieben, habe auf einen "gerechten Dialog" mit Wenders gesetzt. Doch der Regisseur habe ihrem Anliegen keine Beachtung geschenkt: "Er nahm mich nicht ernst, er nahm meine Bitte nicht ernst, nicht für voll, weil ich damals 13 Jahre alt war." Aber gerade das, so Kinski, sei doch der Grund, wieso er hätte handeln müssen. Wenders sei der einzige, der für die Korrektur des Films, der ironischerweise auch noch "Falsche Bewegung" heißt, verantwortlich ist.

Zudem bedankte sich Kinski bei allen, die sich bezüglich der Debatte bei ihr gemeldet und sie dabei unterstützt hätten, die Situation vollumfänglich zu begreifen. In der strittigen Szene ist sie mit nacktem Oberkörper zu sehen. Nach eigenen Angaben fühlte sie sich bereits beim Drehen vor über 50 Jahren unwohl und bittet Wenders seitdem, die rund zweiminütige Sequenz aus dem Film zu entfernen.

Wim Wenders will eine "einvernehmliche Lösung"

Neu entfacht hatte den Streit eine Rede von Wenders bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai, bei der er den Ehrenpreis entgegennahm. Er sagte dort, er würde die Szene "heute nie mehr so machen", seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen, weil es heute "andere Sensibilitäten" gebe. Zugleich warnte er vor einem Präzedenzfall und stellte infrage, ob man einen Film im Nachhinein verändern solle.

In seiner Mitteilung kurz darauf bat Wenders Kinski dann um Entschuldigung: "Als einziger der damals für 'Falsche Bewegung' handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber." Die Reaktionen und Gespräche der vergangenen Tage hätten seinen Blick auf die Ereignisse geschärft. Er wolle einen breiten Austausch und eine "einvernehmliche Lösung" in Absprache mit Kinski finden, bevor er den Film wieder freigebe.

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