Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
heute Abend trifft sich in Berlin die deutsche Filmbranche zu einem ihrer wichtigsten Termine des Jahres: Der Deutsche Filmpreis wird in insgesamt 17 Kategorien vergeben. Einige Preisträger stehen schon fest: So wird Regisseur Wim Wenders mit der Ehren-Lola ausgezeichnet.
Der 80-Jährige wird für „herausragende Verdienste um den deutschen Film“, gewissermaßen also für sein Lebenswerk, geehrt. Wenders hat mit „Paris, Texas“ oder „Der Himmel über Berlin“ deutsche Filmgeschichte geschrieben und gehört neben Werner Herzog und Rainer Werner Fassbinder zu den stilprägenden Regisseuren des Landes. Und doch liegt ein Schatten über der großen Karriere der Legende des Autorenfilms.
Regisseur Wim Wenders und die umstrittenste Szene seiner Karriere
Es geht um den Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 – oder besser gesagt: eine Szene daraus. Darin liegt die junge Schauspielerin Nastassja Kinski fast komplett nackt im Bett mit einem deutlich älteren Mann. Das Problem: Kinski war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 Jahre alt.
Die Tochter von Klaus Kinski legte eine große Karriere hin, die Szene von damals beschäftigt sie aber noch immer. „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war“, sagte sie kürzlich der „Süddeutschen Zeitung“. Seit Jahren versucht Nastassja Kinski, heute 65 Jahre alt, Wenders dazu zu bewegen, die Szene aus dem Film zu entfernen. Vergeblich, der große Regisseur lässt nicht mit sich reden.
Diese Geschichte gehört eben auch zum Lebenswerk von Wim Wenders. Sie ist allgemein bekannt – und dennoch redet kaum jemand darüber. Nicht einmal in seinem Wikipedia-Artikel kommt die umstrittene Szene zur Sprache. Und auch rund um die Ehrung beim Deutschen Filmpreis wird das Thema lieber verschwiegen. Es scheint nicht zu passen in die Erzählung vom reflektierten Macher des intellektuell anspruchsvollen Kinos.
Wenders selbst hält sich äußerst bedeckt. Er würde den Film heute anders machen, hat er vor zwei Jahren in der „Süddeutschen Zeitung“ zugegeben: „Auch mein Blick auf die Welt hat sich verändert, und wir erkennen andere Verantwortlichkeiten.“ In den Siebzigern sei ihm die Szene gleichwohl „künstlerisch durchaus zwingend“ erschienen. Ändern möchte er sein Werk dennoch nicht.
Man muss zugestehen, dass Wenders damals nicht allein war mit seiner Sicht der Dinge. „Falsche Bewegung“ wurde ab zwölf Jahren freigegeben und mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ bedacht, räumte 1975 beim Filmpreis groß ab. An der Szene, die heute so abstoßend erscheint, störte sich offenbar niemand. Und Nastassja Kinski war zwei Jahre später – auch damals erst mit 15 Jahren – noch einmal nackt zu sehen, dieses Mal sogar in einem öffentlich-rechtlichen „Tatort“. Wenders war also nicht der einzige, der so drehte.
Es kommt allerdings auch vor, dass Regisseure ihre Filme nachträglich ändern – George Lucas hat das bei „Star Wars“ sogar mehrfach getan. Einem großen Vertreter seiner Zunft wie Wim Wenders würde dabei nach mehr als 50 Jahren kein Zacken aus der Krone brechen. Und: Gerade einem so tiefsinnigen Filmemacher wie Wender sind Publikum, Medien und Branche die kritische Auseinandersetzung mit seinem Werk eigentlich geradezu schuldig.
Unfruchtbarkeit bei Männern – ein unterschätztes Problem
Unfruchtbarkeit trifft beide Geschlechter gleich oft. Doch während Ärzte und Forscher schon relativ viel darüber wissen, warum Frauen keine Kinder bekommen können, ist das Wissen bei Männern immer noch sehr spärlich.
„Die Bildung von funktionsfähigen Spermien ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem allerhand schiefgehen kann“, sagt ein Forscher dazu. Wie Ärzte bei Männern die Diagnose stellen – und warum eine Studie mit Mäusen Hoffnung macht.
5-Minuten-Talk: Die FDP kämpft mal wieder um ihre Zukunft
Was kann die FDP Deutschland noch bieten? Diese Frage mussten sich die Liberalen in den vergangenen Jahren des Öfteren stellen, und sie ist so aktuell wie nie. Im Bundestag ist die FDP nicht mehr vertreten, der folgende Personalumbruch brachte keine Besserung. Im Gegenteil: Die kurze Amtszeit von Lindner-Nachfolger Christian Dürr wurde zum Fiasko. In Hamburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gelang danach ebenfalls nicht der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.
Jetzt soll ein alter Bekannter die Partei vor dem Untergang retten: Wolfgang Kubicki, 74 Jahre alt, wird am Wochenende zum Vorsitzenden gewählt. Kann das wirklich die Zukunft der FDP sein?
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