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Magermodel-Diskussion: Vorsicht, Hungerhaken

Die Diskussion um dürre Models und das richtige Gewicht wird hitzig geführt. Klar ist: Hungerhaken sind gefährliche Vorbilder. Aber was sagen eigentlich die "normalen" Frauen dazu?

Von Sophie Albers, Body-Mass-Index 21

Die Wissenschaft hat schon einen Namen dafür: Der "Kate Moss Effekt" sei Schuld daran, dass Mädchen und Frauen depressiv werden, nachdem sie gerade mal drei Minuten lang Hochglanz-Models in Hochglanz-Magazinen betrachtet haben. Zu dem Ergebnis kam eine Studie der Universität Missouri-Columbia im Jahr 2002. Das permanente Vergleichen des eigenen Körpers mit anderen macht schlechte Laune. Ist aber typisch weiblich. Schließlich muss man die Konkurrenz im Blick behalten.

Fakt ist, dass eine Frau im Durchschnitt 400 bis 600 Werbeanzeigen pro Tag sieht. Mit gerade mal 17 Jahren hat sie bereits rund 250.000 Kommerzbotschaften schlucken müssen. Mehr als 50 Prozent der Werbung, die sich an Mädchen und Frauen richtet, betont, wie wichtig es ist gut auszusehen. Dünnsein gilt in den Anzeigen als Standard weiblicher Schönheit. Allerdings wiegen Models im Durchschnitt 23 Prozent weniger als normale Frauen. Etwa ein Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 34 hat aber überhaupt die Chance, jemals so dünn zu werden wie ein Topmodel. Trotzdem gelten die ausgemergelten Körper als Ideal. Womit wir wieder beim "Kate Moss Effekt" sind. Aber lässt sich die ganz normale Frau tatsächlich von ein paar Hungerhaken den Appetit verderben? Ja und nein.

Dünn wie bei "Germany's Next Topmodel"

Eine große Hürde auf dem Weg vom Mädchen zur Frau ist das Selbstbild. Vor allem junge Mädchen sind vom eigenen, sich verändernden Körper verunsichert und eher anfällig für die von ihrem Umfeld kolportierten Ansprüche der Karl Lagerfelds und Heidi Klums. So ist das auch bei Sandra. Sandra ist zwölf Jahre alt und wiegt bei einer Größe von 1,54 Metern 41 Kilogramm. Sie isst gerne und treibt auch gerne Sport. Sandra hat eine normale, wohlproportionierte Figur. Trotzdem sitzt sie nach der Schule am Tisch und fragt ihre Mutter, ob das Essen sie nicht dick mache und ob sie nicht lieber keine Schokolade mehr kaufen sollten. Sie würde nämlich gerne so aussehen wie die Mädchen, die in "Germany's Next Topmodel" weiterkommen. "Dünn ist schön", sagt das Kind, und die Mutter ist erstmal sprachlos. Laut Studien im In- und Ausland ist die Hälfte der Mädchen mit 13 unzufrieden mit ihrer Figur. Je älter sie werden, desto unzufriedener. In den USA sind es bei den 17-Jährigen 78 Prozent.

"In den Massenmedien wird die Unterscheidung zwischen einem realistischen und einem fiktionalen Ideal nicht mehr klar getroffen", hat Laurie Mintz, Leiterin der "Kate Moss Effekt"-Studie festgestellt. Sie warnt davor, dass die Bilder, denen die Menschen unentwegt ausgesetzt sind, als real wahrgenommen würden und so kulturelle Standards setzen.

"Ich habe all die Jahre meines Lebens, in denen ich richtig schlank war, damit verbracht, mich zu fett zu finden. Das ist doch eine wahnsinnige Verschwendung", sagt Merle, deren Name, wie der aller Beispielfrauen geändert ist, weil frau tatsächlich nicht gerne über ihr Gewicht spricht. Merle ist 41 Jahre alt, 1,76 Meter groß und wiegt 74 Kilogramm. Laut dem daraus errechneten Body-Mass-Index (BMI) von 24 hat die Mutter von zwei kleinen Kindern Idealgewicht. Sie sieht das anders. "Natürlich wäre ich gerne dünner. Ich hätte gerne einen superflachen Bauch und einen durchtrainierten Hintern", sagt sie. "Aber ich tue dafür nicht genug, weil mir mein Alltag nicht die Zeit dazu lässt - und weil mir anderes wichtiger ist."

Zumindest bei erwachsenen Frauen scheint der Einfluss der Magermodels und Lagerfeld-Vorwürfe geringer als befürchtet. Anders als Sandra und ihre Altersgenossinnen weiß Merle, dass die perfekten Bilder der perfekten Frauen nicht real sind. Da wird retuschiert, verlängert, gestaucht, manchmal entsteht aus drei Körpern einer. "Mit 15 wusste ich nicht, dass es Fake ist. Da dachte ich noch, wenn ich mir nur genug Mühe gebe, kann ich auch so aussehen", sagt Merle. Doch dann kamen Aufklärungskampagnen und Anzeigen mit "normalen" Frauen wie die von Dove, The Body Shop oder aktuell die Aktion von "Brigitte". "Die waren einschneidend, weil sie zeigen, wie sehr die Plastikmädchen unsere Sehgewohnheiten prägen."

Auch Sarah, 39, 1,79 Meter, 64 Kilogramm, BMI 19, sieht im Mager- und Perfektionswahn keine Bedrohung: "Das ist doch nicht echt, das betrifft nicht das wirkliche Leben. Die sind nicht schlank, sondern krank."

Zwischen Kate Moss und Beth Ditto ist viel Platz

Bleibt der Blick auf die blanken Zahlen. Das Statistische Bundesamt hat sich im Jahr 2005 die Körpermaße der deutschen Bevölkerung angesehen und kam zu folgendem Schluss: Die deutschen Frauen sind eher zu dick als zu dünn. Falls Sie ein Mann sind und gerade in Schadenfreude ausbrechen: Bei Ihnen sieht es noch schlimmer aus.

Mehr als die Hälfte der deutschen Frauen ab 18 Jahre hat Idealgewicht. 28,7 Prozent sind übergewichtig, 12,8 Prozent stark übergewichtig, 3,8 Prozent werden als untergewichtig angegeben. Erfreulichere Zahlen finden sich bei Kindern und Teenagern. Laut der von der Regierung vor zwei Jahren veröffentlichten "Kiggs"-Studie sind 78 Prozent der 3 bis 17-Jährigen in diesem Lande normalgewichtig. Sieben Prozent liegen allerdings drunter. 15 Prozent sind übergewichtig bis fettleibig.

Aber was solll frau denn nun mitnehmen aus der ganzen Aufregung über hervorstehende Rippen, weltfremde Designer und Gewichtstabellen? Dass weder die über- noch die untergewichtige Frau Vorbild sein sollte. Dass zwischen Kate Moss und Beth Ditto verdammt viel Platz für ein gutes Leben ist. Und dass Sie - wie es das Dove-Kampagnenvideo "Angriff" auf den Punkt bringt - mit ihrem Kind reden sollten, bevor es die Schönheitsindustrie tut.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.