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New Yorker Modewoche: Wolfgang Joop entdeckt seine Jugend wieder

Zum Abschluss der New Yorker Modewoche hat Wolfgang Joop seine neue "Wunderkind"-Kollektion vorgestellt und damit den Siegeszug deutscher Designer fortgesetzt.

Fließende Kleider mit überdimensionalen Ärmeln, mehrfach gestufte Röckchen in Knielänge und zarte Organza-Hosen in Champagner und Weiß schickte der deutsche Designer Wolfgang Joop bei der New Yorker Modewoche über den Laufsteg. Für die kommende Frühlings- und Sommerkollektion seines Labels "Wunderkind" hatte sich der Designer auf sehr sanfte Silhouetten konzentriert. Struktur bekamen die Modelle durch Borten und aufwendige Stickereien.

"Es ist keine wirkliche Dogma-Mode, die Kollektion ist sehr emotional. Ich habe ein bisschen meine eigene Jugend wiederentdeckt, als wir auf den Flohmärkten die Nostalgie und Art Deco gefunden haben", sagte der Top-Designer nach der Show. "Die Generation von heute steckt zu sehr in den 60er Jahren fest. Das hasse ich einfach, weil es mich an die DDR erinnert."

Stickarbeiten aus dem Nonnenkloster

Inspiration war für Joop auch wieder das Rokoko, an das verblasste Seidenstreifen von taillenlangen Jacketts in Pastell mit leicht verschlissenen Kanten erinnerten. Weil er außerdem fließende Formen hineinbringen wollte, die nicht zu stark figurbetont sind, habe er sich an Gustav Klimt und der Wiener Sezession orientiert, sagte der 60-Jährige. Die Stickarbeiten lässt Joop in einem Nonnen-Kloster in der Nähe von Potsdam und in Indien herstellen.

Barbara Becker, die Ex-Frau von Tennis-Champion Boris Becker, war extra nach New York gekommen, um sich die Joop-Kollektion anzuschauen. Sie habe gleich ein paar künftige Lieblingsstücke gesehen, sagte sie. Sie habe schon öfter Einzelstücke von Wunderkind gekauft oder geschenkt bekommen, aber noch nie eine gesamte Kollektion gesehen. "Ich war überrascht, wie rund das Ganze war und wie elegant und Detail-verliebt die Designs daher kommen. Trotz der Spitzen und Volants war alles sehr weiblich und figurbetont und deshalb sehr tragbar", so Becker.

Deutsche Designer gefragt

Die New Yorker Modewoche, auf der auch Strenesse Gabriele Strehle und Y-3, die exklusive Sportwear-Linie aus dem Hause Adidas, gezeigt wurden, ist am Freitag zu Ende gegangen.

Insbesondere die Stars, die bei der Modewoche erst für den richtigen Glamour sorgen, weil sie Kameras und Blitzlichter anziehen, waren neugierig auf die deutschen Entwürfe. Ex-Tennisstar Anna Kurnikova, US-Musikerinnen Alicia Keys und Queen Latifah zeigten sich als Fans des Sportswear-Labels Y-3 und die Pop-Gruppe A-ha, sowie Oliver und Klara Bierhoff waren von Gabriele Strehles Designs angetan.

DPA / DPA
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